Brustkrebs: Infos & Vorsorge
Brustkebs oder auch Mammakarzinom genannt ist ein von den (Epithel-)Zellen der Drüsenläppchen oder der Milchgänge ausgehender bösartiger Tumor. Von den Malignomen der Frau entfallen ca. 25% auf das Mammakarzinom, es ist damit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Sie betrifft jede 8. bis 10. Frau im Laufe ihres Lebens. Die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter, es sind jedoch zunehmend auch junge Frauen betroffen.
Pro Jahr treten ca. 110 Neuerkrankungen pro 100.000 Frauen auf, das sind etwa 47.000 Fälle. Bei Frauen zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr ist Brustkrebs die häufigste Todesursache in der westlichen Welt. Insgesamt sterben jährlich ca. 19.000 Frauen an Brustkrebs (Quelle: Robert-Koch-Institut).
Die regelmäßige Selbstuntersuchung ist wichtig - 80% der Mammakarzinome werden durch die Frauen selbst erkannt.
- Selbstuntersuchung der Brust durch Betrachtung (Inspektion). Das sollte mit herabhängenden und mit erhobenen Armen erfolgen. Warnzeichen sind: Veränderungen der Haut und Mamillen (Brustwarzen): Vorwölbungen, Einziehungen, "Orangenhaut" (derbe Haut durch Wassereinlagerung), Entzündung der Brustwarzen und Warzenhöfe. spontane Sekretion Zeichen der Entzündung (Rötung, Erwärmung, Schwellung, Schmerz)
- Abstasten der Brust (Palpation). Die Palpation wird im Sitzen und im Liegen durchgeführt. Dabei geht man systematisch vor: jeder Quadrant wird von außen nach innen abgetastet. Durch leichten Druck auf die Brust wird geprüft, ob Sekret oder Blut aus der Brustwarze austritt. Zu jeder Untersuchung der Brust gehört auch das Tasten nach vergrößerten Lymphknoten in der Achselhöhle und unterhalb des Schlüsselbeins. Getastete verdächtige Knoten müssen ausnahmslos durch Sonographie (Ultraschall) und Mammographie (Röntgen der Brust) abgeklärt werden
- Jährliche Mammographie, evtl. schon ab dem 30. Lebensjahr. Die Untersuchung der Brust und die Mammographie (im Rahmen ihrer Indikationen) sollten kombiniert werden, da es Tumoren gibt, die in einer der Untersuchungen nicht auffallen, durch die ergänzende Untersuchung jedoch erkannt werden können. So sind 10-15% der Karzinome nicht in der Mammographie sichtbar, können aber bei der Untersuchung eventuell getastet werden.
Ein Arztbesuch ist dringend zu empfehlen, wenn man folgende Symptome bemerkt: Neu aufgetretener, unscharf begrenzter Knoten, Verhärtungen oder derbe Stelle der Brust, neu aufgetretene Größen- und Umrissveränderungen der Brüste (Seitenvergleich!), ein unterschiedliches Verhalten der Brüste beim Heben der Arme, das für Sie neu ist , Vorwölbung oder Verdickung einer Brust, eine plötzlich auftretende, nicht mehr abklingende Rötung einer Brust , Hauteinziehungen oder Apfelsinenhaut (verdickte Haut mit eingezogenen Stellen), Einziehung oder Hautveränderungen der Brustwarze, Absonderungen aus der Brustwarze, Knoten in der Achselhöhle, ekzemartige Veränderung der Brustwarze mit blutiger Sekretion, Leistungsknick, Knochenschmerzen (Quelle: Wikipedia)
Krebsvorsorge kontrovers - ein Riesengeschäft?
Schon seit Entdeckung der Krankheit wird die Werbetrommel für die Krebsvorsorge gerührt. Doch von vielen der propagierten Verfahren weiß man heute, daß sie zur Früherkennung nicht taugen: Das Abtasten der Brust, des Darms und der Prostata entdeckt gefährliche Tumore erst in einem Spätstadium, und die bislang praktizierte Mammografie ohne Qualitätskontrolle schadet mehr, als sie nützt, weil sie viele bösartigeTumore übersieht und viele ungefährliche Bildungen fälschlich als gefährlich einstuft, was zu falschen Diagnosen und unnötigen Therapien führt.
Die Vorsorgehysterie erreicht ihren Höhepunkt: Prominente rufen zur Darmspiegelung auf, Werbespots demonstrieren uns die Größe versteckter Tumore, die flächendeckende Einführung der Mammographie steht vor der Tür. Die renommierten Wissenschaftsjournalisten Weymayr und Koch analysieren den Nutzen der Früherkennungsprogramme und schlagen Alarm: Ob Brustkrebs, Prostata-, Darm- oder Hautkrebs - die Verfahren zur Früherkennung sind mit zahlreichen Risiken verbunden. Diese reichen von Fehldiagnosen bis hin zu vorschnell ausgeführten Operationen und ihren Nachfolgeschäden. Die Autoren beleuchten Hintergründe medizinpolitischer Entscheidungen, verweisen auf Skandale in deutschen Kliniken und geben Antworten auf wichtige Fragen: Welche wirtschaftlichen und politischen Interessen stecken hinter dem Wahn zur Krebsvorsorge? Wie wird Vorsorge in anderen Ländern betrieben? Welche Chancen hat der Einzelne, Schäden zu vermeiden und die Chancen medizinischen Wissens zu nutzen?
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