Provozierter Islam?
Eine Islam-Rede des Oberhauptes der katholischen Kirche ist in der moslemischen Welt auf harte Kritik gestoßen. Der Papst zitierte aus einem mittelalterlichem Streitgespräch zwischen dem christlichen Kaiser Manuel II. Palaeologos und einem persischen Theologen:
'Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten'.
Der Kaiser begründet dann weiter, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. 'Gott hat kein Gefallen am Blut', sagt er, 'und nicht vernunftgemäß zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider'.
Insbesondere der letzte Satz löste eine Welle der Empörung bei Islamanhängern aus aller Welt aus - Papstpuppen wurden verbrannt, Kirchen wurden angezündet und eine Ordensschwester wurde getötet.
Benedikt XVI. hob in einer neuen Rede seinen Respekt für die Anhänger des Islam hervor. "Ich möchte hier all meine Achtung und meinen Respekt für die moslemischen Gläubigen ausdrücken", so der Papst. "Vom Anfang meines Pontifikats habe ich den Wunsch geäußert, dass die Freundschaftsbrücken mit Gläubigen aller Religionen konsolidiert werden, mit besonderer Aufmerksamkeit auf das Wachstum des Dialogs zwischen Christen und Moslems", sagte Benedikt.
Pope town - krank oder kult?
Die haarsträubende in England entstandene Comicserie "Pope town" (Papststadt) über das päpstliche Leben im Vatikan spaltet Deutschland.
Nachdem die oft geschmacklose Zeichentrickserie in England verboten wurde, lief sie unter Protest zuerst in Neuseeland. Mit einer Anzeigenkampagne, die Jesus zeigte, wie er frisch vom Kreuz gestiegen im Fernsehsessel hockt, feuerte der Musiksender in Deutschland mit Berechnung die Mediendiskussion an. Nach einer CSU-Klage und Beschwerden von kirchlicher Seite ist fraglich, ob die die Papst-Persiflage überhaupt noch weiter gesendet werden darf. Hier ein Link zu einem Pope-Town-Video - entscheide selbst!
Kondom-Benutzung mit Papstsegen
Bisher hatte die katholische Kirche den Gebrauch von Kondomen generell verboten. Der deutsche Papst Benedikt will nach Angaben eines Kurienkardinals AIDS-Infizierten den Gebrauch von Kondomen erlauben. Nach Auskunft des vatikanischen Kardinals Javier Lozano Baragàn der römischen Zeitung La Repubblica gegenüber soll ein entsprechendes Dokument demnächst veröffentlicht werden.
"Popstar" mit Silberhaar?
Schon im Januar 2005 wurde Kardinal Joseph Alois Ratzinger als möglicher Nachfolger von Papst Johannes Paul II. gehandelt. Mit den Worten "Habemus papam" (lat. Wir haben einen Papst) wurde dann am 19. April 2005 nach dem vierten Wahlgang und 26 Stunden Konklave der neue Papst ausgerufen.
Nach dem feierlichen Empfang der päpstlichen Insignien verdeckt jetzt Benedict XVI. seine weisse, fast silberne Haarpracht, unter der goldbestickte Mitra (päpstlicher Spitzhut, siehe Abb. links).
"Oben ohne" in Köln
Die kleine päpstliche Scheitelkappe wird normalerweise bei bei Auftritten im Freien mit Haarklammern befestigt.
Doch als Benedikt XVI. in Köln sein Flugzeug verließ, wehte eine plötzliche Windböe seine weisse Papstkappe („Pileolus“) weg. Das ließ erstmals freien Blick auf das volle Silberhaar des deutschen Pontifex zu (Foto links).
Bei seiner ersten Auslandsreise zum Weltjugendtag 2005 in Köln erfreute sich das Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche einer nie gekannten Masseneuphorie, wie sie sonst nur Popstars oder Fußballmannschaften zuteil werden.
Milionen junger Papst-Fans aus aller Welt skandierten lautstark "Benedetto, Benedetto...".
Tücherschwingende Massen
"Als der Papst noch Kardinal war, da waren ihm die tücherschwingenden Massen zutiefst verdächtig. Den Verbänden in Deutschland warf er vor, ihre Katholikentage seien zu unpässlerisch dem Zeitgeist gegenüber. Es war die Initiative seines Amtsvorgängers, die Jugend der Welt zu rufen, nicht seine..."
(Auszug aus dem Spiegel Nr.33 v. 15.08.05)
"Papamobil"
Nach der Ernennung des "Heiligen Vaters" gab es in Deutschland großen Medienrummel um das ehemalige "Papamobil". Bei der ebay-Versteigerung seines alten Autos, einem Golf IV 2.0, erzielt die Auktion 188.938,88 Euro. Eigentlich hatte der graue viertürige Volkswagen ( 115 PS, EZ März 1999, 75.000 TKM) einen Marktwert von ca. 8000 EURO.
Der kleine Joseph (Foto links mit bravem Seitenscheitel) wurde übrigens im oberbayerischen Marktl am Inn als Sohn des Gendarmeriemeisters Joseph und der Köchin Maria, geb. Peintner geboren. Er hat zwei Geschwister, Maria und Georg Ratzinger.
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