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HairWeb berichtet über Friseurketten: Preise, Bewertungen, Kritik, Konzepte + Mitarbeiter
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  • Immer mehr Hairkiller heißen jetzt nicht mehr Hairkiller...

    Manche Hairkiller-Läden machen über Nacht zu. Oder die Läden ändern ihren Namen, wie eine Zeitung berichetet (siehe fb-Link). In Barmen heißt der Hairkiller-Salon jetzt Level 5. Weiter heißt es im Pressebericht:

    Die Lizenzgebühren für Hairkiller werden gespart und für etwas Wichtigeres wie Mitarbeiterschulungen eingesetzt.

    HairWeb meint: Schulungen sind besser als Lizenzgebühren. Wenn sich jetzt noch die Qualität verbessert, faire Löhne gezahlt werden und Mitarbeiter nicht mehr "kettenüblich" unter extremen Druck gesetzt werden, kann dem Erfolg nichts mehr im Wege stehen. Ein guter Friseur braucht kein Franchise-Kindermädchen das ihm alles bis hin zur Klodeckelfarbe vorschreibt. Danke für den Pressebericht an M. Bredtmann.



    Hairkiller: Der Name ist Programm

    Die in Luxemburg ansässige Billigkette (siehe unten) mit dem Motto: "Crazy, Cool, Trendy" (jetzt "stylisch, schnittig, mag ich") wirbt aggressiv mit Preisen "Ab 13 EUR".

    Was man dafür erhält bzw. mit was man aktuell alles rechnen muss, berichten (ehemalige) Kunden u. a. beim Bewertungsportal Qype

    Qype-Link 1:   "...auf Grammzahl der Farbe ankommt"

    Qype-Link 2:   Auswahl Erfahrungsberichte Hairkiller

    Qype-Link 3:  Auswahl Erfahrungsberichte Hairkiller

     

    Weitere Kundenmeinungen


    "Entschädigung"

    Auszug einer Bewertung bei yahoo.  "...meine haare wurden kürzer geschnitten als ich sie haben wollte man bekommt noch nicht ma eine entschädigung ich könnte ja auch ihn anzeigen..." (gefunden bei yahoo, siehe Link >>>).

    "Teure Abzocke"

    Auszug einer Bewertung bei ciao."... hinaus kostete das föhnen mich 19 Euro extra, was eine Unverschämtheit ist! Wenn ich gleich zu beginn angebe, dass ich selbst föhnen will udn die Friseuse mir aufdrängt, dass sie es machen will, dann müsste sie mich trotzdem mal über den Preis informieren. Ich hätte mir nämlich nie für knapp 20 Euro die Haare föhnen lassen!!!.....Das dicke Ende kommt aber noch....mehr. (gefunden bei ciao, siehe Link >>>).

     

    "Killt garantiert jede Frisur"

    Auszug einer Bewertung bei ciao:  "Mit geringfügig angesäuerter Miene hat sie dann erneut Blondierung aufgetragen und das ganze dann auch etwas länger ...den Schnitt danach hat sie auch nicht wirklich gut hinbekommen, sie sind gar nicht kurz genug und einfach nicht schön geschnitten. Man kann also sagen, die Strähnen sehen aus wie selbst gemacht und der Schnitt ist auch nicht das wahre. Kurzum, ich war überhaupt nicht "    (gefunden bei Ciao, siehe Link >>>).

     

    Lockangebot zum Horrortrip"

    Auszug einer Bewertung bei qype:   "Alles für 12 Euro - so wirbt Friseur Hairkiller. Aber das sind wirklich nur Lockangebote. Ich habe kurzes Haar, nichtmal bis zur Schulter, nur knapp bis über die Ohren - da kommen beim Färben gleich noch 6 Euro zu den 12 dazu, weil ich ja "so lange Haare habe" und "sich das Angebot nur auf ganz kurze Haare bezieht". Außerdem "muss da unbedingt noch eine Packung drauf", also noch mal 3 Euro. Und schneiden sollte ich unbedingt auch, noch mal 12 Euro ... nee, danke"   (gefunden bei qype, siehe Link >>>).

     

    "Trendiger Schuppen"

    Auszug einer Bewertung bei qype (Männerkunde): "Trendiger Schuppen mit dem etwas anderen Konzept.
    positiv: - Preis - gute Laune - nettes Personal
    negativ: - zu laute Musik - zum Teil erhebliche Wartezeiten. - keine richtigen Wartemöglichkeiten ( man sitzt auf dem Schaufensterbrett) - Verkaufsgespräche über Produkte beim bezahlen (gefunden bei qype, siehe Link >>>).

     

    Mitarbeiter schreiben über Hairkiller

    Manchmal gar keine netten Kunden...

    Scheinbar schreiben jetzt die ersten Hairkiller-Mitarbeiter "zurück". Gerne wird auch diese Meinung veröffentlicht - siehe Link zum Forenbeitrag: "... bin etwas traurig! "

     


    Service & Aktionen

    Kaffee kostet 1 Euro extra, Cola gibt´s aus dem Automaten. Dafür müssen die durchweg jungen Kunden für ihren gefärbeten "Iro" (Irokesenschnitt, siehe Foto links) oder diese bizarren Styles (siehe Hairkiller-Trendfoto) im Schaufenster des Salons geduldig Schlange "sitzen", nachdem sie wie beim Fleischer eine Nummer gezogen haben (keine Termine möglich).

    Dazu gibt´s eine für manche Kunden vielleicht vertraut wirkende Nummernanzeige wie beim Arbeitsamt und daneben lautstarke Musik, Videos von MTV, Fashion-Shows auf diversen Monitoren und grelle Graffiti an den Wänden.

    Kurios: Wella vermutet zur ohrenbetäubenden Salonmusik: "...Die im Bedarfsfall auch einmal noch lauter gedreht wird, wenn der Kundenanteil der 35plus zu hoch wird - das ist zielgruppengerechtes Marketing bei hairkiller."

    Bei Veranstaltungen wie "After work Styling" (Werbeslogan "Ich will, daß du kommst...) oder Themen-Ständen im Westernstil an verkaufsoffenen Sonntagen mit "Skalpieren am Marterpfahl" werden zusätzliche Kunden gewonnen.


    Öffnungszeiten / Arbeitszeiten

    Rechts ein Öffnungs- und Arbeitszeitenbeispiel

    Kurios: Die Abkürzungen "mindestens"

    Quelle: Hairkiller-Homepage

    Mo: 10:00 - mind. 20:00 Uhr
    Di: 10:00 - mind. 20:00 Uhr
    Mi: 10:00 - mind. 20:00 Uhr
    Do: 10:00 - mind. 20:00 Uhr
    Fr: 10:00 - mind. 20:00 Uhr
    Sa: 09:00 - mind. 16:00 Uhr



    Linzenznehmer

    Die Betreiber bzw. Inhaber der Hairkiller-Salons haben eine Hairkiller-Lizenz gekauft. Nicht selten sind Betreiber von Billigsalons völlig berufsfremd, z.B. ehemalige Kiosk- oder Kneipenbesitzer. Der zum legalen Betrieb benötigte Friseurmeister wird oft nur zum Schein eingestellt und ist in der Regel nur sporadisch im Salon anzutreffen.

     

    Personal

    In Billigketten gibt es immer eine überdurchschnittlich hohe Personalfluktuation. Bei Hairkiller scheint sich das Personalkarussel allerdings noch schnelller zu drehen. Auf der Website werden unter "Stellenangebote" in allen (!) ca. 150 Fillialen ständig neue Angestellte gesucht.

     

    Salon-Magazin bejubelt Hairkiller

    Auf der Top Hair-Homepage bzw. über Facebook wird diesmal das "Radio" der umstrittenen Billigkette angepriesen. TH verlinkte sogar auf die Hairkiller-Facebookseite, die mit gerade mal 500 "Fans" (Mitarbeiter?) alles andere als kultig ist.
    Anmerkung HairWeb-Red.: Liebe Top Hair-Redaktion, lieber Redakteur Wilms: Daß ihr Hairkiller ganz toll findet weiß ja jetzt wohl jeder. Solche "Berichte" sind mehr als peinlich, nicht nur weil auch alle Mitarbeiter die Meldungen lesen, sondern womöglich auch noch Kunden im Salon darauf stoßen. Für viele Saloninhaber vielleicht ein Grund (mehr), das TH-Abo zu kündigen.

     

     

    Wella & Hairkiller

    "Lizenzsysteme wie Hairkiller und andere sollen weiter gepflegt werden. "    (P&G Marketingleiter Markus Spieker am 27.06.2010)

    Die Billigkette wurde 2003 in Trier von Edgar Krämer und Hans-Ulrich Annussek gegründet. 2006 holten sie sich den langjährigen Wella-Mitarbeiter Steffen Rau dazu, der sofort starken Einfluß auf das Marketing nahm.

    Zunächst wurde vor den Firmennamen ein www gesetzt und hinten ein .com drangehängt. Bei den vier stilisierten Wellen rechts über dem h drängt sich ein Vergleich mit dem sehr ähnlichen Wella-Logo auf. Die Salons arbeiten mit Wella-Produkten und Wella selbst bewirbt scheinbar ganz selbstlos das hairkiller-Franchise-Konzept unter Angabe von Finanzdaten.

    Per Massen-Newsletter wird gerade der Kauf von Franchise-Lizenzen des 13-Euro-Friseurs hairkiller. empfohlen. Wella bietet sogar höherpreisigen Salons den Kauf einer oder gleich mehrerer Hairkiller-Lizenzen an, damit sie sich auch noch schnell im umkämpften Billigsegment platzieren können.

    Hinter der "billigen Masche" steckt natürlich mehr: Bei vergleichsweise geringen Lizenzgebühren (ca. 3500 + 300 monatl.) wird bei anderen Kosten ordentlich zugelangt, denn alle Hairkiller-Salons müssen etliche Vorgaben erfüllen. Die Salonausstattung kommt natürlich von Wellas Salonsausstatter WELONDA. Die Salonsoftware kommt von ECS (Wella-Kassensystem) und die Produkte werden selbstverständlich auch von Wella geliefert. Wer bisher nur seine Saloneinrichtung bei einem Shampoohersteller orderte und Erfahrung mit (Knebel-)Verträgen hat, kann sich vorstellen, wie das aussieht, wenn alles bis zur letzten Haarklammer von einem Anbieter kommen muss.

    Was von manchen Discountern zu halten ist, kann man kurioserweise sogar bei Wella selbst nachlesen. Das Posting im Forum des "Wella-Friseurportals" sagt eigentlich alles aus >>> zum Eintrag

    Auszug Wella-Website:

    "Wer eine hairkiller-Lizenz erwerben möchte, bezahlt zum einen für den Erwerb der Erstlizenz (für den ersten Salon) den Betrag von 3.450 Euro (die Lizenz für einen weiteren Salon kostet 2.950 Euro) und eine monatliche Gebühr von 265 Euro. Dafür bekommt er die gesamte Plattform von hairkiller zur Verfügung gestellt. Er erhält das komplette Handbuch, in dem alle relevanten Angaben bis hin zur Stellenausschreibung enthalten sind, Begleitung bei der Standortbestimmung, die Einrichtungs- und Werbekonzeption, einen ständigen Betriebsvergleich durch eine Unternehmensberatung, eine Internetpräsenz im Auftritt aller hairkiller-Salons und Werbemittelvorlagen von der Eröffnung bis zu laufenden gemeinsamen Aktionen. Daneben bekommt er ständige hairkiller-Schulungsangebote und günstigere Einkaufskonditionen für Einrichtung und Haarkosmetik. Zudem wird dem hairkiller-Lizenznehmer ein Gebietsschutz garantiert. Hairkiller ist ein Konzept mit ständiger Betreuung."

    Quelle: Wella-Website

     

    Links: hairkiller.de | Andere Friseure | Forum Billigfriseure













    Hairkiller-Standorte Deutschland     (Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit/Richtigkeit)

    Aachen, Augsburg, Bergisch Gladbach, Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bottrop, Braunschweig, Bremen, Bremerhaven ,Chemnitz, Cottbus, Darmstadt, Dessau, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Erfurt, Erlangen, Essen, Flensburg, Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Fürth, Gelsenkirchen, Gera, Görlitz, Göttingen, Hagen, Halle (Saale), Hamburg, Hamm, Hannover, Heidelberg, Heilbronn, Herne, Hildesheim, Ingolstadt, Jena, Kaiserslautern, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Koblenz, Köln, Krefeld, Leipzig , Leverkusen, Lübeck, Ludwigshafen am Rhein, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Moers, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, München, Münster, Neuss, Nürnberg , Oberhausen, Offenbach am Main, Oldenburg (Oldb), Osnabrück, Paderborn, Pforzheim, Plauen, Potsdam, Recklinghausen, Regensburg, Remscheid, Reutlingen, Rostock, Saarbrücken, Salzgitter, Schwerin, Siegen, Solingen, Stuttgart, Trier, Ulm, Wiesbaden, Wilhelmshaven, Witten, Wolfsburg, Wuppertal, Würzburg, Zwickau , Altdorf Wangen, Reutlingen, Kitzingen, Kronach , Ober Ramstädt , Günzburg   Karlsruhe-Durlach Neunkrichen/Saar , Pinneberg , Offenburg , Arnsberg-Neheim , Bad Honnef , Stralsund , Freiberg (Sachsen), Bad Cannstadt , Langenfeld
    , Neumarkt , Fürth

     

    Hairkiller-Eröffnungen 2008

    ab 22.02.2008 in Kelheim
    ab 22.02.2008 in Butzbach
    ab 28.02.2008 in Andernach
    ab 29.02.2008 in Mönchengladbach
    ab 29.02.2008 in Kassel
    ab 29.02.2008 in Mönchengladbach - Lürrip
    ab 29.02.2008 in Hennef
    ab 28.03.2008 in Neunkirchen-Seelscheid
    ab 01.04.2008 in Stadthagen
    ab 24.04.2008 in Bad Saulgau
    ab 25.04.2008 in Coburg
    ab 09.05.2008 in Schleiden
    ab 16.05.2008 in Hofheim
    ab 16.05.2008 in Weiden
    ab 30.05.2008 in Pulheim
    ab 30.05.2008 in Kulmbach
    ab 03.06.2008 in Marktheidenfeld
    ab 13.06.2008 in Magdeburg  

    2009

    ab 27.03.2009 Stuttgart-Wangen
    ab 06.04.2009 Siegen
    ab 24.04.2009 Neuburg a. d. Donau
    ab 24.04.2009 in Fulda
    ab 24.04.2009 in Eisenberg 
    ab 23.10.2009 Radolfzell
    ab 06.11.2009 Dillenburg
    ab 13.11.2009 Hückelhoven
    ab 27.11.2009 Lutherstadt - Eisleben
    ab 18.12.2009 Regensburg

    2010

    Bisher keine hier veröffentlicht

     

    Hairkiller hat es bis Ende 2007 auf ca. 250 Salons bundesweit gebracht. Schwieriger scheint die Expansion ins Ausland: In Österreich und Luxemburg gibt es bis jetzt nur jeweils einen Salon.

    Seit 09/06 ist das Unternehmen laut eigenen Angaben auf der Website nicht mehr in Deutschland ansässig sondern nennt sich jetzt:

    hairkiller Europe S.A.R.L. 21, route de Luxembourg L – 6633 Wasserbillig Handelsregister-Nr. R.C. Luxembourg B.112400. Geschäftsführerin soll demnach jetzt Marita Krämer sein.







    "System" Billigfriseure: Abzocke, Angst und Anklagen

    HairWeb recherchiert und berichtet seit über 5 Jahren über die Machenschaften der umstrittenen Discountfriseure und ist bestens informiert: Viele Betroffene schrieben unzählige verzweifelte eMails und berichteten von geradezu haarsträubenden Zuständen in den 5 bis 12-Euro-Salons (siehe auch "Mitarbeiter" unten). Daraus und aus anderen Recherchen ergibt sich ein erschreckendes Bild von moderner Sklaventreiberei, Gier und Ausbeutung. Das wirklich Schlimme daran ist jedoch: Das menschenverachtende System, deren Umsätze zum Teil auf Staatskosten gemacht werden (Vollzeit + Hartz4), wird immer noch von vielen ignoriert. Nicht zuletzt sind es auch manche Kunden, denen egal ist, was wirklich hinter den Dumping-Angeboten steckt.

    Aber es bewegt sich was: Immer mehr Billigfriseuren bleiben die Kunden weg: Einige Ketten (s.o.) gingen bereits in die Insolvenz, andere müssen immer mehr Filialen schliessen. Miarbeiter gehen an die Öffentlichkeit und vor kurzem wurden sogar erste Keten-Manager verurteilt (Klier). Selbst manche Friseurinnungen, die lange vehement einen fairen Mindestlohn blockierten, erkennen, daß das der falsche Weg war und kritisieren jetzt vermehrt Mißstände. Wir bleiben dran...

     

    Die Preise

    Auch bei den Preisen wird abgezockt und getrickst: Hiess es noch draußen am Schaufenster "Alles XX EURO!" (siehe Foto) erfährt man dann drinnen von "Langhaarzuschlägen", begrenzter Strähnen-Anzahl, doppelter Abrechnung bei zwei Haarfarben und vielen Einschränkungen und "Sternchen". Streit an der Kasse ist vorprogrammiert. Für Zusatzdienstleistungen müssen oft am Ende erhebliche Aufschläge bezahlt werden, daß fast jeder normale Friseur um die Ecke preislich mithalten kann.

    Um dem enormen Preisdruck standzuhalten stellen viele Billigketten mittlerweile praktisch jeden ein und lassen sie teilweise ohne jede Ausbildung oder bestenfalls mit einem Schnell-Kurs arbeiten. Gegenüber dem Kunden nennen sich die berufsfremden Angestellten einfach "Stylisten", denn die Berufsbezeichnung "Friseur" ist gesetzlich geschützt und erfordet drei Jahre Ausbildung.


    Die Kunden

    Eine Botschaft vorweg: Kein ehrlicher, fair zahlender Salon kann einen guten Haarschnitt unter 15 EURO anbieten. Wer billiger ist, kann dies in der Friseurbranche nur mit Lohndumping + Ausbeutung erreichen. Leider wissen das manche Kunden nicht oder es ist ihnen sogar egal: Sie vermuten: Ok, wer beim Discounter arbeitet, der verdient eben nicht so viel. Wird schon nicht schlimmer sein als bei Rossmann, DM oder Aldi. Auch wenn die Mitarbeiter oft schlecht gelaunt und etwas wortkarg sind, Hauptsache die Haare sitzen. Gibt man eben etwas Trinkgeld und alles ist in Ordnung. Kaum ein Kunde kann sich jedoch vorstellen, wie wenig diese Friseure tatsächlich verdienen (teilweise 1,50 Euro pro Stunde) und unter welchem enormen Druck sie arbeiten. Nicht selten werden sie von der Geschäftsführung massiv bedroht und eingeschüchtert. Dazu unten mehr unter "Mitarbeiter".

    Statistiken zeigen, daß insbesondere viele Männer keine Skrupel haben, zum Billigfriseur zugehen. Auch Studenten, Schüler, junge Kunden und immer mehr Rentner, die aus finanziellen Gründen nie einen "normalen Friseursalon" betreten würden stolpern desöfteren blauäugig in einen Billigsalon. Dabei kommt es manchmal zu kuriosen Zusammentreffen. Beispielsweise eine Rentnerin, die mit ihrem Mann bei einem Hamburger Billigfriseur war sagte: " Die "poppige" Musik sei etwas störend, "aber für den Preis geht das schon". (Quelle: Spiegel-Reportage )

    Link: hr.video: Tarifverstösse und ignorante Kunden


    Die Beschwerden

    Sicher gibt es auch bei Billigketten vereinzelt Mitarbeiter, die ihr Handwerk verstehen. Doch wer sich die Umfrageergebnisse (rechts) oder Kunden-Beurteilungen ansieht, erkennt, daß Pfusch in Billigketten an der Tagesordnung ist. Die schlechten Leistungen sind auch eine direkte Folge des schlechten Arbeitsklimas, denn Billigketten-Mitarbeiter stehen durch Drohungen der Geschäftsleitung (siehe unten), (unbezahlten) Überstunden und extrem hohen Umsatzvorgaben unter extremem Druck

    In der Folge bieten immer mehr klassische Salons die "Reparatur" von verpfuschten Schnitten an, siehe z. B.  Hairline Coesfeld oder Salon Schnittpunkt Heidelberg .

    Siehe auch Link: "Schmerzensgeld: Haare weg nach Strähnen bei Friseurkette"

    Wer sich beschweren bzw. andere Kunden warnen möchte:  Qype.de, Google-Maps, Ciao.de oder Doyoo.de

    Die Mitarbeiter

    Du arbeitest für eine Billigkette? Alle Infos für Mitarbeiter siehe unten


    Die Manager / Betreiber

    Falls nichts dazwischenkommt, sollten sie den Bericht hier sehr aufmerksam lesen. Wir bleiben dran.



    Der Staat

    In der ehemaligen DDR (Stasi) und auch schon früher funktionierte es in Deutschland bestens: Die scheinbar typisch deutsche Tradition der "Bespitzelung, Bedrohung und Einschüchterung " wird heute insbesondere durch Discount-Ketten weitergeführt. Weitgehend unsichtbar und unbeachtet von der Öffentlichkeit werden Mitarbeiter systematisch unter Druck gesetzt, bedroht, eingeschüchtert und mundtot gemacht. Der Staat unterstützt seit vielen Jahren Geringverdiener mit Hartz4-Geldern. Billigketten nutzen dies rigoros und systematisch aus und zahlen ihren Angestellten oft Minilöhne von zum Teil nur ca. 1,50 Euro pro Stunde (NRW siehe Link). Die Löhne werden absichtlich niedrig kalkuliert oder nur ein Teilzeitjob angeboten um den Mitarbeiter dann zur "Aufstockung" zur Arbeitsagentur zu schicken. Hier holen sich dann selbst Vollzeitkräfte das fehlende Geld durch staatliche HartzIV-Unterstützung aus Steuergeldern.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel duldet diesen Skandal bis heute und zwingt somit selbst vollzeitarbeitende Friseure, um staatliche Zulagen zu betteln. Einen einheitlichen Mindestlohn für Friseure lehnt die Kanzlerin, die selbst gern den Berliner Promi-Coiffeur Udo Walz aufsucht, bis heute vehement ab.


    Die Innungen

    Auch wenn sich neuerdings der ein oder andere Obermeister mit verhaltener Kritik in die Medien wagt: Friseur-Innungen wollten jahrelang von dem Problem nichts wissen. Kein Wunder, sie verdienen fleissig mit an jeder Billigketten-Filiale (Beiträge, Seminare etc.). Die jahrelange Ablehnung von Mindestlöhnen und Duldung der Zustände macht sie zu "Komplizen" der Billigketten. Auch die Handwerkskammern bleiben weitgehend untätig - Hinweise auf Mißstände (z.B. Lohn, Meisterwang etc.) werden zwar scheinbar interessiert aufgenommen jedoch nicht weitergeleitet und damit ignoriert. Nur eine Anzeige beim Zoll (siehe unten) erwirkt eine Überprüfung.

    Die Industrie

    Nach außen nutzen sie das Image und Können klassischer Friseure. Aus reiner Profitgier unterstützen viele große Shampoo-Hersteller jedoch die umstritteneBilligketten nach Kräften. Einer der Chefs von Hairkiller ist z.B. ein Ex-Wella-Manager. Einige Ketten wurden von Wella tatkräftig unterstützt, beworben und beliefert, z.b. Cutman und Hairkiller.

    Link: Video - Hairkiller empfiehlt Wella Professional


    Die Medien

    Einige zeigten großes Interesse an der Berichterstattung über staatlich geförderte Dumpinglöhne und Ausbeutung im Friseurhandwerk. Danke dafür! Leider fehlten zuweilen genügend aussagewilige Mitarbeiter. Sie waren meist so verschüchtert durch den Druck und das System "Angst", daß sich viele am Ende nicht trauten.

    Einzelne Friseurketten öffentlich an den Pranger zu stellen, trauten sich bisher nur wenige Medien. Das änderte sich, als 2011 Manager der Friseurkette Klier vor Gericht standen bzw. verurteilt wurden.

    In einer TV-Reportage von SAT1 (12/2009) sollte eine Reporterin testen, ob Billigketten ungelernte Kräfte einstellen. Sie erwähnte im Bewerbungsgespräch ausdrücklich, daß sie den Beruf NICHT erlernt hat. Sie mußte zum Probearbeiten und wurde direkt ohne Aufsicht auf die Kunden losgelassen. Die Reporterin konnte dabei noch nicht mal die Schere bzw. den Rasierer halten und schnitt einfach drauf los. Im ersten Salon kam dann nach 5 Minuten eine Kollegin und hat ihr beim Kunden gezeigt, wie man Haare schneidet. Im zweiten Salon gab es niemanden, der ihr half. Der Saloninhaber (übrigens auch ein Friseur) sagte dazu: "Ich stelle immer ungelernte Kräfte ein, damit ich den Preis halten kann."

    FOCUS TV: Waschen, schneiden, fönen - am Besten umsonst
    Der Preiskampf in der Friseurbranche ist hart wie nie. Mit Dumpingpreisen versuchen sich die Billigfigaros gegenseitig die Kundschaft abzugraben. Doch ein Haarschnitt für 10 Euro hat seinen Preis - und zwar vor allem aus Sicht des Fiskus. Denn die Billigtarife finanzieren selten eine ordentlich angemeldete und gesetzmäßig bezahlte Belegschaft - im Gegenteil: Dumpinglöhne sind Alltag in diesem Gewerbe. FOCUS TV hat mit versteckter Kamera ausprobiert, wie leicht es ist, unangemeldete Jobs zu ergattern und war mit den Zollfahndern unterwegs.



    Oben: ZDF-Reportage Billigfriseure



     

     

     BilligKetten - FAQ

    Wie entstanden überhaupt diese Billigketten?

    Sollte man die Handwerkskammern und Friseur-Innungen fragen. In nur wenigen Jahren schafften es eine Handvoll Billigketten, den Ruf des einst so angesehenen und streng reglementierten Friseurhandwerks gründlich und dauerhaft zu beschädigen. Die deutsche "Geiz-ist-geil-Mentalität" ermöglichte Dumpingpreise auf Kosten der Mitarbeiter und der Qualität. Große Billigketten wurden dabei auch maßgeblich von der Industrie unterstützt, die in den Salons der Ketten neue Absatzmärkte für ihre Produkte sahen.

    Sind Billigketten zukünftig erfolgreich?

    Wie von Branchenkennern wie HairWeb vorausgesehen, konnten die meisten der anfänglichen "10-Euro-Friseure" den Niedrigpreis nicht halten. Mittlerweile sind die meisten bereits bei mindestens 13 EUR oder pleite, wie z.B. die Billigkette "McCut" und andere. Aufgrund vom anhaltenden Preiskampf, Kundenrückgang (siehe Umfrage oben) und kostspieligen Arbeitsgerichts-Prozessen wegen der schlechten Behandlung der Mitabeiter stehen immer mehr Billigketten vor dem Konkurs.

    Warum arbeiten da Friseure für oft so wenig Geld?

    Gewerkschaftlich organisiert sind Friseure fast nie, sie sind verteilt auf hunderttausende Kleinbetriebe, in denen es keinen Betriebsrat o. ä. gibt. Innungen und andere "Friseurverbände" ignorieren Probleme dieser Art bzw. kümmern sich lieber um sich selbst. Sie haben es mit zu verantworten, daß deutsche Friseure hierzulande so wenig verdienen wie nirgendwo sonst in Westeuropa. Die Tariflöhne sind teilweise so extrem niedrig, daß eine ungelernte Putzfrau mehr Gehalt bekommt. Billigketten zahlen ihren Mitarbeitern absichtlich so wenig Lohn, weil der Staat sie trotz Vollzeitjob mit Hartz4-Geldern aus Steuermitteln unterstützt.

     



    Was  erwartet  mich  als  Mitarbeiter  bei  Billigketten ?


    Die Top 5 Klagen sind:

  • Übermäßig starker Druck und Kontrollen
  • Dumping-Lohn (siehe auch Checkliste)
  • Unbezahlte Überstunden
  • Kameraüberwachung
  • Umsatzvorgaben - bei Nichtereichen Kündigung
  • Krankschreibungen auf Druck in Urlaub umgewandelt
  • Bei Filialwechsel Kündigung + erneute Probezeit
        (2 Jahre)
  • Kein Witz: Manche Ketten sparen die Müllabfuhr und weisen Mitarbeiter an, privaten Müll und Kundenhaare mit nach Hause zu nehmen
  •  

    Hinweis:

    Die Klagen variieren von Friseurkette zu Friseurkette - alle genannten Klagen stammen von uns namentlich bekannten Billigkettenmitarbeitern und liegen HairWeb teilweise auch in schriftlicher Form vor

     


    Die "billigen" Tricks der Ketten

    Trick "Probezeit": Mitarbeiter werden immer nur Probezeit-Verträge angeboten, auch nach Ablauf der Probezeit. Die Folge: Mit so einem Vertrag bekommt man keinen Mietvertrag mehr und auch kein Bankdarlehen. Man wird zum Menschen 2. Klasse.

    Trick "Eigenanteil": Ein Friseur schnitt sich in den Finger und mußte in die Unfallklinik. Mit der Begründung "weil es ja ein Betriebsunfall ist" wurden dem Mitarbeiter 75.-EURO vom Nettogehalt abgezogen, deklariert als angeblicher Eigenanteil bei der Berufsgenossenschaft. Erst nach der Drohung mit dem Arbeitsgericht wurde der absichtlich falsche Eigenanteil wieder zurückgezahlt.

    Trick "55Cent": Mitarbeiter berichteten kürzlich von 55 Cent, die vom Gehalt einbehalten werden. Als Grund wurden "Kosten für die Zusendung der Gehaltsabrechnung" angegeben

    Trick "Telefonkosten": Mitarbeiter telefonieren über das Salontelefon mit dem Betriebsleiter. Die Telefongebühren wurden vom Lohn abgezogen.

    Trick "Minuskonto": In einem Bericht des Hamburger Abendblattes steht, mit welchen Methoden manche Billigketten arbeiten, um ihren Angestellten noch weniger Lohn zu zahlen. Conrad Strehl, Lehrlingswart bei der Hamburger Friseurinnung schildert die Vorgehensweise wie folgt: "Viele Betriebe richten den Angestellten ein Minuskonto, beispielsweise mit 1200 Euro, ein. Pro Kunde wird etwas draufgerechnet, und erst bei null wird der Lohn ausbezahlt." Mit diesem Trick bekommen manche Friseure nur alle zwei Monate Lohn. ...zum gesamten Bericht >>>

    Links: Hamburger Abendblatt (Minuskonto) | Hamburger Abendblatt (Manager packt aus) | HA - Kette streitet ab



    Du bist Friseur/in und bist betroffen? Melde dich !

    Verständlicherweise haben betroffene Mitarbeiter bei Billigketten Angst um ihren Arbeitsplatz bzw. vor ihrem Arbeitgeber und trauen sich daher nicht, etwas dazu zu sagen. Man kann jedoch gewissen Arbeitgebern nur "das Handwerk" legen, bzw. andere Friseure "warnen", wenn betroffene Friseure ihre Probleme schildern bzw. auf Wunsch auch öffentlich machen (z.B. bei einer bereits laufenden Küdigung).

    HairWeb bittet daher dringend um weitere Berichte mit Beschwerden betroffener Mitarbeitern. emails bitte an die HairWeb-Redaktion: friseure(at)hairweb.de . 100% Vertraulichkeit wird garantiert. Keine Weitergabe der Daten an andere ohne Zustimmung des Betroffenen!

    HairWeb wird übrigens laufend von Gewerkschaften, TV und Presse gebeten, Friseure zu finden, die bereit sind, im Interview bzw. vor der Kamera über ihre Erlebnisse im Betrieb bzw. den Lohnproblemen zu berichten (natürlich anonym). Falls du ebenfalls dazu bereit bist, sende eine eMail an friseure(at)hairweb.de




    Was kann man dagegen unternehmen?

    1. Bei Verdacht auf Tarif-Verstöße, Lohndumping, meisterlose Betriebe etc. einfach ein Zoll-Fahndungsamt in deiner Nähe (siehe unten) informieren (nicht die Handwerkskammer oder Arge, die wimmelt i.d.R. nur ab)

      Berlin-Brandenburg
      poststelle@zfab.bfinv.de
      Columbiadamm 7
      10965 Berlin
        030/69583-0
      030/69583-569
      Hamburg
      poststelle@zfahh.bfinv.de
      Sieker Landstraße 13
      22143 Hamburg
        040/67571-0
      040/67571-201
      München
      poststelle@zfam.bfinv.de
      Landsberger Straße 124
      80339 München
      089/5109-02
      089/5109-1180
      Weitere Kontaktadressen Weitere Kontaktadressen Weitere Kontaktadressen


    2. Ein Rechtsanwalt / Sachverständiger (möglichst ein Fachanwalt für Arbeitsrecht) sollte gefragt werden. Er prüft, welche Rechte man hat, wieviel Lohn man nachfordern kann oder wie man richtig kündigt. Falls der Arbeitnehmer nicht genug Geld für einen Anwalt hat kann er bei der Öffentlichen Rechtsauskunfts- und Vergleichsstelle um Rat fragen und im Streitfall vor dem Arbeitsgericht Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen. Infos gibt es bei jedem Gericht in deiner Nähe.

    3. Mißstände bekannt machen!  Bei krassen Fällen sollte bzw. MUSS man die Vorkommnisse öffentlich machen.
      Vor nichts haben Friseurketten mehr Angst, als vor negativen Erfahrungsberichten (Kunden und Mitarbeiter). Bei großen Bewertungsportalen (z.B. Qype.de, Google-Maps, Ciao.de oder Doyoo.de ) , Blogs, und Foren kann man (ggf. auch anonym) Negativ-Berichte schreiben. Oder einfach mal den Firmennamen googeln und Kritiken finden. Durch die Berichte werden neben Kunden auch andere Friseure vor einer bestimmten Firma gewarnt.

    4. Leite diesen Link an alle Freunde, Friseure und Bekannte weiter! Unterstütze HairWeb z.B. auch bei facebook!    Jede Stimme zählt!   Hier voten



    Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen.   (Bertrand de Jouvenel )


    "Friseur-Junkie Merkel"


    bleibt stur und ignorant...

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