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HairWeb berichtet über Friseurketten: Preise, Bewertungen, Kritik, Konzepte + Mitarbeiter
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  • Wieder ein Klier-Salon geschlossen ...zeigt die Aufdeckung der Klier-Affäre erste Wirkung?


    Klier-Skandal hat jetzt ein Gesicht ....betroffene Mitarbeiterin geht in die Öffentlichkeit - Respekt!


    Urteil mit Signalwirkung:

    Klier-Managerin wegen Lohndumping verurteilt

    Richter kritisiert Klier-Geschäftspolitik und läßt Anklage gegen den Klier-Inhaber offen

    Wegen Betrugs in 17 Fällen und der Vorenthaltung und Veruntreuung von Arbeitslosenentgelt in 222 Fällen hat das Amtsgericht Villingen-Schwenningen eine leitende Angestellte der Frisörkette Klier zu einer Geldstrafe von 17 850 Euro verurteilt. Mehr dazu in den drei Presseberichten unten.



    "Maden und Silberfische"

    Erfahrungsberichte Friseur Klier

    Wohl aufgrund der teilweise massiven Kritik (s. u.) bei den Bewertungs-Portalen Qype und Ciao beschäftigt Klier seit Januar 2010 eine Person, die auf Reklamationen reagiert. Beispiel: " Ich bedaure sehr, dass Ihnen das in dieser Filiale nicht vermittelt wurde, denn wir sind stets bemüht, unsere Kunden zufrieden zu stellen."    Ob das reicht?

    Kundenbewertung 1 (Qype):    "... totales Loch ausgeschnitten am Hinterkopf "
    Kundenbewertung 2 (Qype):    "...entspricht nicht immer dem, was man wollte"
    Kundenbewertung 3 (Qype):    "...die halbe Stirn verätzt hat, er hat auch"
    Kundenbewertung 4 (Qype):    "...bezahlen sollte ich aber 39 €"
    Kundenbewertung 5 (Qype):    "... war zum ersten und letzten Mal dort."
    Kundenbewertung 6 (Qype):    "...kleine Maden, Silberfische und andere"
    Kundenbewertung 7 (Qype):    "....Haare wurden doch um einiges kürzer"

    Haben Sie eigenlich eine Ausbildug? "...ohne dass ich es verhindern konnte, griff sie zur Schere und schnitt noch ein Stück ab. Ich war entsetzt und sagte wütend zu ihr: "Haben Sie eigentlich eine Ausbildung? So ein dilletantisches Ergebnis habe ich ja noch nie gesehen. Für mich sind Sie eine Stümperin!" Dann stürmte ich aus dem Laden. " (Quelle: Ciao)

    Warnschild an der Ladentür: "...allerdings dürfte klar sein, dass ich nie wieder einen Fuß über die Schwelle dieses Ladens setzen werde!! Die haben mir nicht einmal die Kosten wieder erstattet. Nie wieder Klier!! Das ganze liegt nun schon fast 2 Jahre zurück, aber meine Haare sind noch immer nicht wieder vollkommen in Ordnung da sie mir damals noch lange ausgefallen oder abgebrochen sind! Man sollte denen ein Warnschild an die Ladentüre hängen!.." (Quelle: Ciao)

    Hinweis: Es gibt viele weitere Bewertungen dieser Art. Neben den oben aufgeführten negativen Bewertungen gibt es auch ein paar gute Beurteilungen, die jedoch vorwiegend von Männerkunden stammen.

     

    Geschichte der "Mutter aller Billigfriseure"

    Die Klier-Kette geht zurück auf eine im Jahre 1948 in Werdau/Sachsen eröffneten Salon der Frisörmeisterin Elfriede Klier. Die Söhne Hubertus und Joachim Klier machte danach erst zwei in der Umgebung und dann drei Salons in der Nähe von Wolfsburg auf. Heute ist die die dritte Generation am Salonbetrieb beteiligt und betreibt Filialen in Deutschland, Österreich, Ungarn, Polen, der Tschechischen Republik und der Slowakei.

    Schon früher, als der Ausdruck "Billigfriseur" noch nicht in aller Munde war, wurden Klier-Filialen meist abwertend als "Billigsalons" bezeichnet. Hinzu kam die damals untypische Lage für einen Friseursalon: KLIER-Salons gab´s vor allem in extrem starken Lauflagen wie großen Einkaufszentren oder Supermärkten. Wer früher zugeben mußte, dort als Friseur gelernt zu haben, wurde bestenfalls mitleidig belächelt. Doch der allgemeine Hang zum Billigen sollte sich zumindest für die umtriebige und medienscheue Friseurfamilie aus dem beschaulichen Wolfsburg noch einmal kräftig auszahlen.

    Übernahme Essanelle

    Klier erkannte früh, daß es dort einen gewissen Bedarf gibt und eröffnete einen Salon nach dem anderen. Die immer noch anhaltende "Geiz ist geil"-Mentalität beflügelte die Kette bis heute derart, daß sie die börsennotierten ESSANELLE AG übernahm. Die Friseurkette Klier hat jetzt ca. 800 eigene Salons mit dem typisch gelb-orangen Inventar und zusammen mit den 600 Essanelle-Filialen insgesamt ca. 1200 Läden. Wettbewerber Hairkiller ist mit seine 250 Filialen deutlich abgeschlagen. Die Übernahme von Essanelle war ein guter Schachzug, zumal damit ein Teil der Discount-Konkurrenz so gut wie ausgeschaltet ist. Einen billigen HairExpress-Salon (ESSANELLE), der neben einem billigen KLIER aufmacht wird es daher wohl kaum geben...

    Noch kleinere Preise

    Die Salon-Kette Klier benannte unlängst einige Filialen in Deutschland von "Friseur Klier" in "Frisör der kleinen Preise" um. Wahrscheinlich eine Folge der zunehmenden Konkurrenz neuer, noch billigerer Kettenfriseure, die dem Discounter in den Innenstadt-Lauflagen zu schaffen machen.

     

    Wie klein ist der Preis?

    Wie "klein" die Preise eigentlich sind erfährt man zumindest auf der Klier-Homepage nicht. Dafür erhält man gleich auf der Startseite einen Hinweis, dass es gleiche Preise für Männer und Frauen bei Klier jetzt gar nicht mehr gibt: Wortlaut: "Gleiche Preise für sie und ihn hat sich überholt" . Auf der österreichischen Klier-Homepage gibt es ebenfalls keine Preisliste, es heisst dort nur lapidar, die Preise für den Haarschnitt richten sich u. a. nach der Miethöhe des Salons.

    Die Klier-Geschäftsführung um Hubertus und Joachim Klier nennen das billige Konzept selbst "Kein Dumping, sondern konsequente Verschlankung der Strukturen zugunsten des Prinzips "Höchste Qualität zum niedrigsten Preis". Beispiele: neue Abläufe im Salon, die Eigenleistungen des Kunden besser ermöglichen (zum Beispiel Selberföhnen). " (Auszug Klier-Homepage).

    Die Klier-Filialen befinden sich überwiegend in EKZ´s und Shopping- und Verbrauchermärkten wie der in Deutschland gescheiterten US-Supermarktkette Walmart

    Beispiellagen Hamburg: 1.Hamburg-Berliner Tor Tel.: 0402801797 WalMart Beim Strohhause 8 20097 Hamburg-Berliner Tor
    2. Hamburg-Harburg Tel.: 04030092046 Harburg-Arcaden Lüneburger Str. 39 21073 Hamburg-Harburg
    3. Hamburg-Wilhelmsburg Tel.: 04030236319 Marktkauf Wilhelms-Strauß-Weg 4 21109 Hamburg-Wilhelmsburg  


    Kuriose "Klier-Phantasien"

    Die neuen Salon-Projekte

    Im Gegensatz zu den klassischen Salons und der bekannten Preisstruktur scheint es neuerdings noch völlig andere, neuartige Salonkonzepte zu geben, die auf der Klier-Homepage ausführlich beschrieben sind:

    Phantom-Salons?

    Zum einen sind das die Salons "Cut & Color, der Frisör für lifestylebewusstes und anspruchsvolles Haarstyling". Wo die Salons diesen Namens eigentlich sind oder welche Preise die neue Kette hat bleibt unklar. Der Salonfinder findet beispielsweise in Hamburg nur die oben aufgeführten, normalem Klier-Salons.

    Klier & Harrods?

    Zum anderen wird auf der Klier-Website unter der Rubrik "Unternehmen" on top ein wohl noch virtuelles Projekt angekündigt: Der Friseurdiscounter mit dem branchenbekannten Ruf, "billig" zu sein, hat sich jetzt ein wohl nahezu unerreichbares Ziel gesetzt: Klier möchte mit einem offensichtlich gigantischen, "HAIRWORLD" gannnten Projekt in der Friseurbranche das werden, "was Harrods in London oder Saks in New York ist" (?!). Beschrieben wird "HAIRWOLD" folgendermassen "Es wird ein umfassendes Haarkosmetikprogramm in einer einmaligen Erlebniswelt auf gigantischen 350 Quadratmetern mit Bistro und einem Hairshop sein". Wo die besagte HAIRWORLD genau sein soll, geht aus den Homepageinhalten bisher nicht hervor (Stand 08/06). Sie dürfte aber bei den Ausmassen eigentlich kaum übersehen werden...

    Nachtrag 05/07: Aus dem phantastischen "Hairworld"-Projekt ist übrigens am Ende ein ganz normaler Salon (ohne Imbiss) in einem Münchner EKZ geworden >>> siehe Link

    Auto-Friseur?

    2006 gab es wieder eine neue, tolle Standort-Idee von Klier: Die HAIR BOX Klier for Men, ein Friseursalon für Männer in Autohäusern. Während der Wartezeit beim Ölwechsel sollen dann nicht nur die Autos, sondern auch die Kunden frisiert werden (1. Standort: Voets Autozentrum). Wenn das man gutgeht...

    Links: klier.de, klier.cz , klier.at


    Die Klier-Salons werden übrigens unter anderem mit Artikeln (z.B. auch SP-Produkte von Wella) aus dem hauseigenen "Profi Hair Shop" Cosmo beliefert.
     





    Urteil mit Signalwirkung:

    Klier-Managerin wegen Lohndumping verurteilt

    Richter kritisiert Klier-Geschäftspolitik und läßt Anklage gegen den Klier-Inhaber offen

    Wegen Betrugs in 17 Fällen und der Vorenthaltung und Veruntreuung von Arbeitslosenentgelt in 222 Fällen hat das Amtsgericht Villingen-Schwenningen am Donnerstag eine leitende Angestellte der Frisörkette Klier zu einer Geldstrafe von 17 850 Euro verurteilt. Mehr dazu in den drei Presseberichten unten.

    HairWeb-Redaktion:  Die relativ milde Geldstrafe wird zwar aus der Portokasse gegezahlt. Doch daß sich jetzt (endlich) auch die Gerichte mit den Tätern befassen zeigt, daß diese kriminellen Machenschaften nicht länger straffrei bleiben und unser langjähriger Kampf für leistungsgerechte Entlohnung im Friseurhandwerk erste Früchte trägt. Jeder Regionalleiter, Betreiber und Inhaber einer Billigkette muss ab sofort bei Verstößen damit rechnen, auf der Anklagebank zu landen bzw. ins Gefängnis zu wandern.



    Schwarzwälder Bote

    Auf diesen Urteilsspruch hat die Friseurbranche elf Prozesstage gewartet. Eine Regionalverantwortliche für die Friseur Klier GmbH ist gestern vom Schöffengericht Villingen-Schwenningen zu einer Geldstrafe von 17850 Euro verurteilt worden. Die zu niedrige Eingruppierung ihrer Mitarbeiterinnen ist der 37-Jährigen zum Verhängnis geworden. Die Folge: Zu wenige Sozialabgaben an die Krankenkassen wurden abgeführt. Das Gericht verurteilte die Friseurmeisterin wegen Sozialversicherungsbetrugs in 17 und Vorenthalten von Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung in 222 Fällen. In den übrigen Fällen ....weiterlesen

     

     

    Suedkurier

    Nach elf Verhandlungstagen und über 80 Zeugen schrieb das Amtsgericht Villingen-Schwenningen ein Stück bundesdeutscher Rechtsgeschichte. Ein vergleichbares Verfahren hat hierzulande bisher noch nicht stattgefunden. Der leitenden Angestellten der Frisörkette Klier, die rund 1000 Filialen in Deutschland und zahlreiche weitere in Osteuropa betreibt, wurde von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, Angestellte systematisch unter Tarif eingruppiert zu haben. Durch die unrechtmäßige Vorenthaltung von Lohn an die Angestellten sei den Sozialkassen unrechtmäßig Sozialabgaben vorenthalten worden...weiterlesen

     

    Stuttgarter Nachrichten

    Vor Gericht steht eine Regionalleiterin der Friseurkette Klier. Der 37-Jährigen wird vorgeworfen, mehrere Mitarbeiter, vor allem Salonleiterinnen und Stellvertreterinnen falsch eingestuft und durch untertarifliche Bezahlung den Sozialversicherungsträgern rund 200.000 Euro vorenthalten zu haben.

    Der dritte Prozesstag war gestern von der Befragung von neun Zeugen bestimmt, darunter auch Friseurinnen aus Villingen-Schwenningen. Eine Frau erklärte, sie habe den Laden als stellvertretende Salonleiterin monatelang alleine geführt. Als sie um eine Lohnerhöhung bat, erhielt sie die Antwort, sie müsse mehr Umsatz machen, dann sei etwas möglich. Eine andere Mitarbeiterin übernahm jahrelang die Verantwortung einer Vertretung der Leiterin, doch ... weiterlesen




    Hofiert Wolfsburger Zeitung Billigkette Klier?

    2009 war die umstrittene Friseurkette Klier Gastgeber eines Wirtschaftstreffs, zu dem Chef der Wolfsburger Zeitung (WAZ) Frank Hitzschke Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung eingeladen hatte. Die Klier-Chefs Michael, Christian und Robert Klier führten die Gäste (unter ihnen der Wolfsburger Oberbürgermeister Rolf Schnellecke) durch ihre Firma und nutzen die Gelegenheit, ihr Unternehmen in höchsten Tönen zu bejubeln. Danach gab es natürlich noch den positiven Pressebericht der WAZ, in dem Klier bewundernd als "rasant expandierende Firma" dargestellt wurde. (zum Artikel)

    Ein Jahr später veröffentlichte die WAZ online eine kurze Meldung über den Klier-Prozess - über das abschliessende Urteil gegen Klier jedoch keine Spur im Online-Auftritt des Lokalblatts (Stand 08/10/2010).





    Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen.   (Bertrand de Jouvenel )


    "Friseur-Junkie Merkel"


    bleibt stur und ignorant...

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    "System" Billigfriseure: Abzocke, Angst und Anklagen

    HairWeb recherchiert und berichtet seit über 5 Jahren über die Machenschaften der umstrittenen Discountfriseure und ist bestens informiert: Viele Betroffene schrieben unzählige verzweifelte eMails und berichteten von geradezu haarsträubenden Zuständen in den 5 bis 12-Euro-Salons (siehe auch "Mitarbeiter" unten). Daraus und aus anderen Recherchen ergibt sich ein erschreckendes Bild von moderner Sklaventreiberei, Gier und Ausbeutung. Das wirklich Schlimme daran ist jedoch: Das menschenverachtende System, deren Umsätze zum Teil auf Staatskosten gemacht werden (Vollzeit + Hartz4), wird immer noch von vielen ignoriert. Nicht zuletzt sind es auch manche Kunden, denen egal ist, was wirklich hinter den Dumping-Angeboten steckt.

    Aber es bewegt sich was: Immer mehr Billigfriseuren bleiben die Kunden weg: Einige Ketten (s.o.) gingen bereits in die Insolvenz, andere müssen immer mehr Filialen schliessen. Miarbeiter gehen an die Öffentlichkeit und vor kurzem wurden sogar erste Keten-Manager verurteilt (Klier). Selbst manche Friseurinnungen, die lange vehement einen fairen Mindestlohn blockierten, erkennen, daß das der falsche Weg war und kritisieren jetzt vermehrt Mißstände. Wir bleiben dran...

     

    Die Preise

    Auch bei den Preisen wird abgezockt und getrickst: Hiess es noch draußen am Schaufenster "Alles XX EURO!" (siehe Foto) erfährt man dann drinnen von "Langhaarzuschlägen", begrenzter Strähnen-Anzahl, doppelter Abrechnung bei zwei Haarfarben und vielen Einschränkungen und "Sternchen". Streit an der Kasse ist vorprogrammiert. Für Zusatzdienstleistungen müssen oft am Ende erhebliche Aufschläge bezahlt werden, daß fast jeder normale Friseur um die Ecke preislich mithalten kann.

    Um dem enormen Preisdruck standzuhalten stellen viele Billigketten mittlerweile praktisch jeden ein und lassen sie teilweise ohne jede Ausbildung oder bestenfalls mit einem Schnell-Kurs arbeiten. Gegenüber dem Kunden nennen sich die berufsfremden Angestellten einfach "Stylisten", denn die Berufsbezeichnung "Friseur" ist gesetzlich geschützt und erfordet drei Jahre Ausbildung.


    Die Kunden

    Eine Botschaft vorweg: Kein ehrlicher, fair zahlender Salon kann einen guten Haarschnitt unter 15 EURO anbieten. Wer billiger ist, kann dies in der Friseurbranche nur mit Lohndumping + Ausbeutung erreichen. Leider wissen das manche Kunden nicht oder es ist ihnen sogar egal: Sie vermuten: Ok, wer beim Discounter arbeitet, der verdient eben nicht so viel. Wird schon nicht schlimmer sein als bei Rossmann, DM oder Aldi. Auch wenn die Mitarbeiter oft schlecht gelaunt und etwas wortkarg sind, Hauptsache die Haare sitzen. Gibt man eben etwas Trinkgeld und alles ist in Ordnung. Kaum ein Kunde kann sich jedoch vorstellen, wie wenig diese Friseure tatsächlich verdienen (teilweise 1,50 Euro pro Stunde) und unter welchem enormen Druck sie arbeiten. Nicht selten werden sie von der Geschäftsführung massiv bedroht und eingeschüchtert. Dazu unten mehr unter "Mitarbeiter".

    Statistiken zeigen, daß insbesondere viele Männer keine Skrupel haben, zum Billigfriseur zugehen. Auch Studenten, Schüler, junge Kunden und immer mehr Rentner, die aus finanziellen Gründen nie einen "normalen Friseursalon" betreten würden stolpern desöfteren blauäugig in einen Billigsalon. Dabei kommt es manchmal zu kuriosen Zusammentreffen. Beispielsweise eine Rentnerin, die mit ihrem Mann bei einem Hamburger Billigfriseur war sagte: " Die "poppige" Musik sei etwas störend, "aber für den Preis geht das schon". (Quelle: Spiegel-Reportage )

    Link: hr.video: Tarifverstösse und ignorante Kunden


    Die Beschwerden

    Sicher gibt es auch bei Billigketten vereinzelt Mitarbeiter, die ihr Handwerk verstehen. Doch wer sich die Umfrageergebnisse (rechts) oder Kunden-Beurteilungen ansieht, erkennt, daß Pfusch in Billigketten an der Tagesordnung ist. Die schlechten Leistungen sind auch eine direkte Folge des schlechten Arbeitsklimas, denn Billigketten-Mitarbeiter stehen durch Drohungen der Geschäftsleitung (siehe unten), (unbezahlten) Überstunden und extrem hohen Umsatzvorgaben unter extremem Druck

    In der Folge bieten immer mehr klassische Salons die "Reparatur" von verpfuschten Schnitten an, siehe z. B.  Hairline Coesfeld oder Salon Schnittpunkt Heidelberg .

    Siehe auch Link: "Schmerzensgeld: Haare weg nach Strähnen bei Friseurkette"

    Wer sich beschweren bzw. andere Kunden warnen möchte:  Qype.de, Google-Maps, Ciao.de oder Doyoo.de

    Die Mitarbeiter

    Du arbeitest für eine Billigkette? Alle Infos für Mitarbeiter siehe unten


    Die Manager / Betreiber

    Falls nichts dazwischenkommt, sollten sie den Bericht hier sehr aufmerksam lesen. Wir bleiben dran.



    Der Staat

    In der ehemaligen DDR (Stasi) und auch schon früher funktionierte es in Deutschland bestens: Die scheinbar typisch deutsche Tradition der "Bespitzelung, Bedrohung und Einschüchterung " wird heute insbesondere durch Discount-Ketten weitergeführt. Weitgehend unsichtbar und unbeachtet von der Öffentlichkeit werden Mitarbeiter systematisch unter Druck gesetzt, bedroht, eingeschüchtert und mundtot gemacht. Der Staat unterstützt seit vielen Jahren Geringverdiener mit Hartz4-Geldern. Billigketten nutzen dies rigoros und systematisch aus und zahlen ihren Angestellten oft Minilöhne von zum Teil nur ca. 1,50 Euro pro Stunde (NRW siehe Link). Die Löhne werden absichtlich niedrig kalkuliert oder nur ein Teilzeitjob angeboten um den Mitarbeiter dann zur "Aufstockung" zur Arbeitsagentur zu schicken. Hier holen sich dann selbst Vollzeitkräfte das fehlende Geld durch staatliche HartzIV-Unterstützung aus Steuergeldern.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel duldet diesen Skandal bis heute und zwingt somit selbst vollzeitarbeitende Friseure, um staatliche Zulagen zu betteln. Einen einheitlichen Mindestlohn für Friseure lehnt die Kanzlerin, die selbst gern den Berliner Promi-Coiffeur Udo Walz aufsucht, bis heute vehement ab.


    Die Innungen

    Auch wenn sich neuerdings der ein oder andere Obermeister mit verhaltener Kritik in die Medien wagt: Friseur-Innungen wollten jahrelang von dem Problem nichts wissen. Kein Wunder, sie verdienen fleissig mit an jeder Billigketten-Filiale (Beiträge, Seminare etc.). Die jahrelange Ablehnung von Mindestlöhnen und Duldung der Zustände macht sie zu "Komplizen" der Billigketten. Auch die Handwerkskammern bleiben weitgehend untätig - Hinweise auf Mißstände (z.B. Lohn, Meisterwang etc.) werden zwar scheinbar interessiert aufgenommen jedoch nicht weitergeleitet und damit ignoriert. Nur eine Anzeige beim Zoll (siehe unten) erwirkt eine Überprüfung.

    Die Industrie

    Nach außen nutzen sie das Image und Können klassischer Friseure. Aus reiner Profitgier unterstützen viele große Shampoo-Hersteller jedoch die umstritteneBilligketten nach Kräften. Einer der Chefs von Hairkiller ist z.B. ein Ex-Wella-Manager. Einige Ketten wurden von Wella tatkräftig unterstützt, beworben und beliefert, z.b. Cutman und Hairkiller.

    Link: Video - Hairkiller empfiehlt Wella Professional


    Die Medien

    Einige zeigten großes Interesse an der Berichterstattung über staatlich geförderte Dumpinglöhne und Ausbeutung im Friseurhandwerk. Danke dafür! Leider fehlten zuweilen genügend aussagewilige Mitarbeiter. Sie waren meist so verschüchtert durch den Druck und das System "Angst", daß sich viele am Ende nicht trauten.

    Einzelne Friseurketten öffentlich an den Pranger zu stellen, trauten sich bisher nur wenige Medien. Das änderte sich, als 2011 Manager der Friseurkette Klier vor Gericht standen bzw. verurteilt wurden.

    In einer TV-Reportage von SAT1 (12/2009) sollte eine Reporterin testen, ob Billigketten ungelernte Kräfte einstellen. Sie erwähnte im Bewerbungsgespräch ausdrücklich, daß sie den Beruf NICHT erlernt hat. Sie mußte zum Probearbeiten und wurde direkt ohne Aufsicht auf die Kunden losgelassen. Die Reporterin konnte dabei noch nicht mal die Schere bzw. den Rasierer halten und schnitt einfach drauf los. Im ersten Salon kam dann nach 5 Minuten eine Kollegin und hat ihr beim Kunden gezeigt, wie man Haare schneidet. Im zweiten Salon gab es niemanden, der ihr half. Der Saloninhaber (übrigens auch ein Friseur) sagte dazu: "Ich stelle immer ungelernte Kräfte ein, damit ich den Preis halten kann."

    FOCUS TV: Waschen, schneiden, fönen – am Besten umsonst
    Der Preiskampf in der Friseurbranche ist hart wie nie. Mit Dumpingpreisen versuchen sich die Billigfigaros gegenseitig die Kundschaft abzugraben. Doch ein Haarschnitt für 10 Euro hat seinen Preis – und zwar vor allem aus Sicht des Fiskus. Denn die Billigtarife finanzieren selten eine ordentlich angemeldete und gesetzmäßig bezahlte Belegschaft – im Gegenteil: Dumpinglöhne sind Alltag in diesem Gewerbe. FOCUS TV hat mit versteckter Kamera ausprobiert, wie leicht es ist, unangemeldete Jobs zu ergattern und war mit den Zollfahndern unterwegs.



    Oben: ZDF-Reportage Billigfriseure



     

     

     BilligKetten - FAQ

    Wie entstanden überhaupt diese Billigketten?

    Sollte man die Handwerkskammern und Friseur-Innungen fragen. In nur wenigen Jahren schafften es eine Handvoll Billigketten, den Ruf des einst so angesehenen und streng reglementierten Friseurhandwerks gründlich und dauerhaft zu beschädigen. Die deutsche "Geiz-ist-geil-Mentalität" ermöglichte Dumpingpreise auf Kosten der Mitarbeiter und der Qualität. Große Billigketten wurden dabei auch maßgeblich von der Industrie unterstützt, die in den Salons der Ketten neue Absatzmärkte für ihre Produkte sahen.

    Sind Billigketten zukünftig erfolgreich?

    Wie von Branchenkennern wie HairWeb vorausgesehen, konnten die meisten der anfänglichen "10-Euro-Friseure" den Niedrigpreis nicht halten. Mittlerweile sind die meisten bereits bei mindestens 13 EUR oder pleite, wie z.B. die Billigkette "McCut" und andere. Aufgrund vom anhaltenden Preiskampf, Kundenrückgang (siehe Umfrage oben) und kostspieligen Arbeitsgerichts-Prozessen wegen der schlechten Behandlung der Mitabeiter stehen immer mehr Billigketten vor dem Konkurs.

    Warum arbeiten da Friseure für oft so wenig Geld?

    Gewerkschaftlich organisiert sind Friseure fast nie, sie sind verteilt auf hunderttausende Kleinbetriebe, in denen es keinen Betriebsrat o. ä. gibt. Innungen und andere "Friseurverbände" ignorieren Probleme dieser Art bzw. kümmern sich lieber um sich selbst. Sie haben es mit zu verantworten, daß deutsche Friseure hierzulande so wenig verdienen wie nirgendwo sonst in Westeuropa. Die Tariflöhne sind teilweise so extrem niedrig, daß eine ungelernte Putzfrau mehr Gehalt bekommt. Billigketten zahlen ihren Mitarbeitern absichtlich so wenig Lohn, weil der Staat sie trotz Vollzeitjob mit Hartz4-Geldern aus Steuermitteln unterstützt.

     



    Was  erwartet  mich  als  Mitarbeiter  bei  Billigketten ?


    Die Top 5 Klagen sind:

  • Übermäßig starker Druck und Kontrollen
  • Dumping-Lohn (siehe auch Checkliste)
  • Unbezahlte Überstunden
  • Kameraüberwachung
  • Umsatzvorgaben - bei Nichtereichen Kündigung
  • Krankschreibungen auf Druck in Urlaub umgewandelt
  • Bei Filialwechsel Kündigung + erneute Probezeit
        (2 Jahre)
  • Kein Witz: Manche Ketten sparen die Müllabfuhr und weisen Mitarbeiter an, privaten Müll und Kundenhaare mit nach Hause zu nehmen
  •  

    Hinweis:

    Die Klagen variieren von Friseurkette zu Friseurkette - alle genannten Klagen stammen von uns namentlich bekannten Billigkettenmitarbeitern und liegen HairWeb teilweise auch in schriftlicher Form vor

     


    Die "billigen" Tricks der Ketten

    Trick "Probezeit": Mitarbeiter werden immer nur Probezeit-Verträge angeboten, auch nach Ablauf der Probezeit. Die Folge: Mit so einem Vertrag bekommt man keinen Mietvertrag mehr und auch kein Bankdarlehen. Man wird zum Menschen 2. Klasse.

    Trick "Eigenanteil": Ein Friseur schnitt sich in den Finger und mußte in die Unfallklinik. Mit der Begründung "weil es ja ein Betriebsunfall ist" wurden dem Mitarbeiter 75.-EURO vom Nettogehalt abgezogen, deklariert als angeblicher Eigenanteil bei der Berufsgenossenschaft. Erst nach der Drohung mit dem Arbeitsgericht wurde der absichtlich falsche Eigenanteil wieder zurückgezahlt.

    Trick "55Cent": Mitarbeiter berichteten kürzlich von 55 Cent, die vom Gehalt einbehalten werden. Als Grund wurden "Kosten für die Zusendung der Gehaltsabrechnung" angegeben

    Trick "Telefonkosten": Mitarbeiter telefonieren über das Salontelefon mit dem Betriebsleiter. Die Telefongebühren wurden vom Lohn abgezogen.

    Trick "Minuskonto": In einem Bericht des Hamburger Abendblattes steht, mit welchen Methoden manche Billigketten arbeiten, um ihren Angestellten noch weniger Lohn zu zahlen. Conrad Strehl, Lehrlingswart bei der Hamburger Friseurinnung schildert die Vorgehensweise wie folgt: "Viele Betriebe richten den Angestellten ein Minuskonto, beispielsweise mit 1200 Euro, ein. Pro Kunde wird etwas draufgerechnet, und erst bei null wird der Lohn ausbezahlt." Mit diesem Trick bekommen manche Friseure nur alle zwei Monate Lohn. ...zum gesamten Bericht >>>

    Links: Hamburger Abendblatt (Minuskonto) | Hamburger Abendblatt (Manager packt aus) | HA - Kette streitet ab



    Du bist Friseur/in und bist betroffen? Melde dich !

    Verständlicherweise haben betroffene Mitarbeiter bei Billigketten Angst um ihren Arbeitsplatz bzw. vor ihrem Arbeitgeber und trauen sich daher nicht, etwas dazu zu sagen. Man kann jedoch gewissen Arbeitgebern nur "das Handwerk" legen, bzw. andere Friseure "warnen", wenn betroffene Friseure ihre Probleme schildern bzw. auf Wunsch auch öffentlich machen (z.B. bei einer bereits laufenden Küdigung).

    HairWeb bittet daher dringend um weitere Berichte mit Beschwerden betroffener Mitarbeitern. emails bitte an die HairWeb-Redaktion: friseure(at)hairweb.de . 100% Vertraulichkeit wird garantiert. Keine Weitergabe der Daten an andere ohne Zustimmung des Betroffenen!

    HairWeb wird übrigens laufend von Gewerkschaften, TV und Presse gebeten, Friseure zu finden, die bereit sind, im Interview bzw. vor der Kamera über ihre Erlebnisse im Betrieb bzw. den Lohnproblemen zu berichten (natürlich anonym). Falls du ebenfalls dazu bereit bist, sende eine eMail an friseure(at)hairweb.de




    Was kann man dagegen unternehmen?

    1. Bei Verdacht auf Tarif-Verstöße, Lohndumping, meisterlose Betriebe etc. einfach ein Zoll-Fahndungsamt in deiner Nähe (siehe unten) informieren (nicht die Handwerkskammer oder Arge, die wimmelt i.d.R. nur ab)

      Berlin-Brandenburg
      poststelle@zfab.bfinv.de
      Columbiadamm 7
      10965 Berlin
        030/69583-0
      030/69583-569
      Hamburg
      poststelle@zfahh.bfinv.de
      Sieker Landstraße 13
      22143 Hamburg
        040/67571-0
      040/67571-201
      München
      poststelle@zfam.bfinv.de
      Landsberger Straße 124
      80339 München
      089/5109-02
      089/5109-1180
      Weitere Kontaktadressen Weitere Kontaktadressen Weitere Kontaktadressen


    2. Ein Rechtsanwalt / Sachverständiger (möglichst ein Fachanwalt für Arbeitsrecht) sollte gefragt werden. Er prüft, welche Rechte man hat, wieviel Lohn man nachfordern kann oder wie man richtig kündigt. Falls der Arbeitnehmer nicht genug Geld für einen Anwalt hat kann er bei der Öffentlichen Rechtsauskunfts- und Vergleichsstelle um Rat fragen und im Streitfall vor dem Arbeitsgericht Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen. Infos gibt es bei jedem Gericht in deiner Nähe.

    3. Mißstände bekannt machen!  Bei krassen Fällen sollte bzw. MUSS man die Vorkommnisse öffentlich machen.
      Vor nichts haben Friseurketten mehr Angst, als vor negativen Erfahrungsberichten (Kunden und Mitarbeiter). Bei großen Bewertungsportalen (z.B. Qype.de, Google-Maps, Ciao.de oder Doyoo.de ) , Blogs, und Foren kann man (ggf. auch anonym) Negativ-Berichte schreiben. Oder einfach mal den Firmennamen googeln und Kritiken finden. Durch die Berichte werden neben Kunden auch andere Friseure vor einer bestimmten Firma gewarnt.

    4. Leite diesen Link an alle Freunde, Friseure und Bekannte weiter! Unterstütze HairWeb z.B. auch bei facebook!    Jede Stimme zählt!   Hier voten



    Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen.   (Bertrand de Jouvenel )


    "Friseur-Junkie Merkel"


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