Totgesagte leben länger
 Das gilt manchmal auch für Frisuren. Der Vokuhila, der zu Zeiten des 80er-Musikttrends "Neue Deutsche Welle" (NDW) geboren wurde, erfreute sich damals grosser Beliebtheit.
Popsänger, Fußballer, Tennis-Stars und selbst die weiblichen Stars dieser Zeit, wie z.B. NDW-Star Nena, trugen den eigenwilligen Schnitt und machten ihn salonfähig. Weitere Vorreiter der Vokuhila-Frisur: Andre Agassi, Limahl, MacGyver, George Michael und Duran Duran.
Abb. oben "Footballer haircuts" (amazon)
 Doch Ende der 80er Jahre verschwand der Vokuhila fast gänzlich aus dem öffentlichen Erscheinungsbild.
Nur auf den Köpfen einiger Schlagersänger, Hausmeister und Waschmaschinenreparateure, meist mit Geburtsjahrgang in den 60ern, überlebte die vergangene Trendfrisur und versetzte ihr Umfeld in ungläubiges Erstaunen.
Von da an verband man den Anblick dieser Frisur mit dem Image von gescheiterten Schicksalen, die ihren stillen Protest gegen alles Moderne mit der Haartracht auszudrücken versuchen. Die taz nannte den Vokuhila gar eines "der schlimmsten haarmodischen Desaster seit Hitlerbart und Minipli".
 Doch trotz allen Unkenrufen verschwand der Vokuhila nie ganz. Dafür sorgte unter anderem auch die Kult-Kampagne der BIFI-Werbung mit ihrem unvergessenen Vokuhila-Star "Mick" (Foto links oben). Danach tauchte Michael "Bully" Herbig in "Bademeister - Weiber, Saufen, Leben" als dümmlicher VoKuHiLa-Verfechter auf (Foto rechts). Zuletzt brillierte Imbiss-Chef Ingo in der erfolgreichen Real-Comedy-Serie "Dittsche" (Olli Dittrich) mit einer frittierölgetränkten Vokuhila-Mütze (kleines Foto oben links).
Abbildung oben: Neue Vokuhila-Software "Mulletizer" für das Iphone (gefunden im App-Store)
Fotos: Bully in "Bademeister - Weiber, Saufen, Leben retten" (amazon) , Ingo ("Dittsche") |