Früher oder später trifft es jedermann - es fängt oft harmlos an - immer mehr Haare, die im Kamm, Frottierhandtuch oder im Abfluss der Dusche zurückbleiben. Es sind nicht nur ein paar Haare weniger - Haarausfall wird oft als Minderung der Lebensqualität empfunden: Das Selbstbewusstsein leidet.
Täglich sind es ca. 50 - 100, die man verliert. Wenn es deutlich mehr werden, kommen verschiedene Ursachen in Frage: Bestimmte Krankheiten, Medikamente, Schwankungen des Hormonspiegels oder gar eine Chemotherapie. Bei unklarem Haarverlust sollte man ggf. einen Hautarzt aufsuchen.
Männer leiden naturgemäß eher an Haarausfall und sind besonders früh betroffen - männlichen Hormone wie Testosteron verkürzen die Wachstumsphase der Haare manchmal schon mit Anfang zwanzig. Die häufigste Form des Haarausfalls bei Männern ist die androgenetische Alopezie.
Ursache ist meistens eine ererbte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegen die männlichen Geschlechtshormone, die so genannten Androgene (v.a. Testosteron), die von Männern mehr und von Frauen in in geringerer Konzentration produziert werden. In seltenen Fällen ist infolge einer Stoffwechsel-Erkrankung der Verlust der gesamten Körperbehaarung möglich. Prominenter Betroffener: Der italienische Star-Schiedrichter und Werbestar Pierluigi Collina.
Höheres Herzinfarktrisiko für junge Glatzköpfe?
Eine Meldung des Diabetis-Portals Diabsite bezieht sich auf finnische Untersuchungen wonach es einen Zusammenhang von frühzeitigem Haarausfall mit der Gefahr für Herzerkrankungen und Diabetes gibt. Eine Glatze könnte demnach bei Männern vor dem 35. Lebensjahr auf die so genannte Insulinresistenz hinweisen.
Diese eingeschränkte Insulin-Empfindlichkeit steht demnach z.B. mit Herzkreislauferkrankungen wie Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen in Zusammenhang.
Männer, die früh unter Haarausfall leiden, sollten sich ggf. auf Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen untersuchen lassen. Wer sich ausreichend bewegt und Übergewicht vermeidet, beugt ebenfalls einer Insulinresistenz vor. |
Haarwachstum
Ein Haar wächst circa drei bis sechs Jahre lang, geht dann in eine Ruhephase über und fällt dann nach zwei bis vier Monaten aus, während sich bereits ein neues Haar in der Wurzel bildet.
Hier erfahren Sie mehr über den Wachstumsprozess der Haare >>>
Diffuser Haarausfall
Am Anfang kann man diesen Haarausfall fast nicht sehen, denn die Haare werden überall gleichmäßig dünner. Die Ursachen sind vielfältig, so kann schon Streß zu einem vorübergehenden diffusen Haarausfall führen.
In vielen Fällen kann auch Eisen- oder Biotinmangel die Ursache sein. Aber auch Schildrüsen-Über- oder Unterfunktionen, schwere Erkrankungen, bestimmte Medikamente oder eine Vollnarkose können zum Haarausfall führen.
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
Etwa eine Million Deutsche leiden an kreisrundem Haarausfall - sie beginnt häufig mit kleinen kahlen Stellen am Kopf- oder auch am Barthaar und kann in den schlimmsten Fällen zum Verlust sämtlicher Kopf- und Körperhaare führen.
Ein Trost für die Betroffenen: In manchen Fällen wachsen die kahlen Stellen wieder zu.
Thema Haarausfall - neue Erkenntnisse bei Haarwuchsstörungen
Der Arzt wird heute häufiger und oft verschwiegen mit Patienten konfrontiert,die wegen Haarverlusts oder anderer Erkrankungen des haarbildenden Systems unter großem Leidensdruck stehen und Hilfe suchen.
Dieser RESEARCH REPORT soll auch interessierten Laien, die von Haarwuchs-Störungen betroffen sind, die modernen wissenschaftlichen...mehr
Haare - Praxis der Trichologie
 Ralph M. Trüeb (Facharzt für Dermatologie sowie Allergologie und klinische Immunologie und als leitender Arzt an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich) zeigt die neusten medizinischen und psychologischen Erkenntnisse zu Haarkrankheiten, Haarverlust, Haar und Psyche, Haarpflege und Kosmetik, Haarersatz und medizinischen Therapien auf anregende Art darzustellen. Ein eigenes Kapitel widmet sich den am häufigsten an den Facharzt gestellten Fragen zu Haarproblemen... mehr
|