Sind Rothaarige wirklich sensibler?
Zur Schmerzempfindlickeit von Menschen mit roten Haaren gibt es widersprüchliche Aussagen und Untersuchungen.
Forschungergebnisse aus den USA zeigen, daß Menschen mit roten Haaren deutlich schmerzempfindlicher sind. Sie würden daher bei einer Anästhesie sogar ca. 20% mehr Wirkstoff brauchen.
Schmerzspezialist Jeffrey Mogil von der McGill-Universität in Montreal will hingegen herausgefunden haben, daß Rothaarige weniger Schmerz empfinden. Dieser Effekt hänge von einem bestimmten Gen namens Melanocortin-1-Rezeptor-Gen ab und würde nur bei rothaarigen Frauen zum Tragen kommen (Quelle: http://www.aerztlichepraxis.de , Dank an Thomas!).
Auf Sonneneinstrahlung reagieren Rothaarige auf jeden Fall empfindlicher als andere - sie benötigen immer einen höheren Sonnenschutzfaktor und haben ein 5 mal höheres Risiko, an einem Melanom (Hautkrebs) zu erkranken.
Foto rechts: Popstar Madonna mit roten Haaren
Rote Hexen
Auch Hexerei wird oft mit roten Haaren in Verbindung gebracht. Das geht zurück auf Hexendarstellungen aus sagenumwobenen keltischen Überlieferungen, in denen Hexen meist rote Haare trugen. Rote Haare waren hier Sinnbild für das "Besondere" und "Geheimnisvolle" was nicht selten eine "Hexenverbrennung" nach sich zog. Bis heute sind z.B. beim Karneval, Halloween und Fasching getragene Hexenperücken oft rot oder enthalten zumindest ein paar rote Strähnen.
Rufus = Rot
Schon in der Bibel wurde "Der Heilige Rufus" erwähnt, der ein (vermutlich rothaariger) Schüler des Apostel Paulus gewesen sein soll. Die alten Römer benutzten danach Rufus als Namenszusatz (Rufus=lat. "der Rote"). Auch Familien, die rothaarige Mitglieder und Kinder hatten, wurden oft Rufus genannt. Den Namensbestandteil Rufus gibt es bis heute, z.b. Rufus Thomas (Musiker) oder Rufus (frz.Schauspieler).
Buchtipp:
Frauen mit roten Haaren
Rothaarige Frauen gelten im besten Fall als leidenschaftlich und
temperamentvoll. Oft sagt man ihnen auch Treulosigkeit, Verruchtheit
oder eine kränkliche Konstitution nach.
Verfasst von der selbst rothaarigen Autorin Irmela Hannover...mehr
Rote Haare in der Werbung

Enie van de Meiklokjes, Viva-Moderatorin und schrilles Ex-Werbemodel mit ehemals magenta-farbenen Haaren (Foto lks.) im Logo-Farbton der Telekom. Oder das "weibliche Markenzeichen" der Internationalen Funkausstellung in Berlin (Foto lks.). Die leuchtend roten Haare dienten als Eyecatcher für die Messewerbung.
Die bekannte Modemarke S.Oliver bevorzugt für ihre Frühjahrskollektion vorwiegend Models mit naturroten Haaren. Die Motive dieser ungewöhnlichen "Redhead-Kampagne" findet man (unübersehbar) auf dieser Seite.
Ganz schön rot...
...stand sogar mal auf einem ihrer Wahlplakate. Die rothaarige PDS-Politikerin Petra Pau (42) und ehemalige Mitarbeiterin beim Zentralrat der FDJ konnte erneut ihr Bundestagsmandat verlängern. Bis heute hatte der deutsche Bundestag nur zwei "Rote" - jetzt werden sich 52 weitere PDS-Mitglieder zu der Berlinerin gesellen. Doch alles scheint umsonst: Keiner der anderen Parteien will mit Pau und ihren linken Genossen koalieren - und das hat mit Sicherheit nichts mit ihrer Haarfarbe zu tun...
Rothaarige Neandertaler
Rothaarige
haben vielleicht ein spezielles "Rothaar"-Gen vom Neandertaler
geerbt. Eine vom John-Radcliffe-Institut für Molekularmedizin
in Oxford veröffentliche Studie hat folgendes herausgefunden:
Das so genannte Ginger-Gen, welches für rote Haare und
auch Sommersprossen verantwortlich ist, könnte bis zu 100.000
Jahre alt sein - und damit deutlich älter als der Homo sapiens,
der erst vor etwa 40.000 Jahren nach Europa eingewandert ist.
Die Leiterin des Forschungsteams sagte gegenüber der TIMES:
""Das Gen ist auf jeden Fall älter als 50.000 Jahre.
Eine Erklärung ist, daß es von den Neandertalern kommt".
Diese haben schon lange in Europa gelebt, lange bevor es den Homo
sapiens gab. Die Homo sapiens starb dann vor 28.000 Jahren aus. Möglich,
daß es vorher zu einer Vermischung beider Arten gekommen sei. So
hat das "Ginger"-Gen dann im Menschen überleben können.
Weiter wird vermutet: Schätzungen zufolge haben heute ca. 13
% aller Schotten rote Haare und 40 Prozent haben das "Ginger-Gen".
Das könnte ihren früher gefürchteten Ruf als Kämpfer
erklären, da die Neandertaler brutale Kannibalen und Jäger
waren, die ihr Fleisch meist roh verzehrt hätten.
Übrigens: Hochrechnungen ergaben, daß es
auf der Erde ab dem Jahr 2060 keine Menschen mehr mit naturroten
Haaren mehr geben wird. Grund: Zu geringe Weitervererbung
und zu wenig Rothaarige insgsesamt.