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Friseur gesucht ?



   


Modell Pudel - Frau in Grau

In Deutschland scheinen alle Frauen über 60 die gleiche Frisur zu haben.


Eine Haaranalyse von Henning Sussebach

 An dieser Stelle muss mit einem Tabu gebrochen werden, einem der letzten in der ohnehin schon weitgehend tabulosen deutschen Mediengesellschaft. 1991 war es, als Marion Gräfin Dönhoff, über Jahrzehnte Chefredakteurin und Herausgeberin der ZEIT, nach der Lektüre eines Artikels über den so genannten Starfriseur Gerhard Meir sagte, dieser sei »der erste und letzte Friseur«, über den in ihrer Zeitung geschrieben worden sei. Von da an hatte der ZEIT-Redakteur beim Thema Haare gewissermaßen die Schere im Kopf. Jetzt aber muss das vergessen sein.

Denn an dieser Stelle geht es um mehr als Strähnchen, Föhnwellen und all die andere heiße Luft, die sonst noch gemacht wird im Coiffeurgewerbe. Es geht um unser Deutschlandbild. Und um unsere alternde Gesellschaft, in der schon jetzt ein Phänomen immer augenfälliger wird - hierzulande scheinen fast alle Frauen ab 60 die gleiche Frisur haben. Man kennt das ja. Autobahnraststätte Garbsen bei Hannover. Ein Reisebus rollt an. Der Fahrer öffnet die Tür, und heraus steigen ältere Damen, die sich ähneln wie eine Rentnerin der anderen.

Wie konnte es nur so weit kommen? In diesem freiheitlich-individuell geprägten Land, in dem mancher sein ganzes postpubertäres Leben in dem Wahn verbringt, sich in der (wenn auch nur in Nuancen) hipperen Jeans zu zeigen als die Schulhofkonkurrenz oder ein teureres Auto zu fahren als der Nachbar und niemals die gleiche Abendgarderobe zu tragen wie die Partygastgeberin, in diesem Land, in dem sich sogar die sozial Abgehängten »Ich-AG« nennen sollen, hier also ziehen sich ganze Busladungen, ganze Generationskohorten bei Überschreiten einer unsichtbaren Alterslinie zurück in Gleichheit und Verwechselbarkeit.

Das Satiremagazin Titanic fasste sie einmal unter dem Begriff »Silberzwiebeln« zusammen. Natürlich geht es hier nicht darum, sich über alte Leute lustig zu machen. Jede Generation trägt ihre Turnschuhe oder ihre Uniform, und auch die derzeit besonders aufwändig zurechtgemachten Jungschnösel in Berlin, München und Hamburg mit ihren strähnigen Haaren und Sonnenbrillen, groß wie Windschutzscheiben, sehen letzten Endes doch wieder sehr gleichförmig aus. Aber wenn es nun stimmt, daß die Frisur eine der am leichtesten zu beeinflussenden Ausdrucksformen der Persönlichkeit ist, ebenso Selbstzitat wie Statement zur Welt, und wenn Punk Protest war, was ist dann die einheitsgraue Rentnerinnen-Dauerwelle? Frisurgewordenes Eingeständnis des Alters? Absage an die Ästhetik? Abschied von der Lebensfreude? Vor allem aber: Lässt man sich die freiwillig machen?

»Oberflächlich betrachtet, nicht«, antwortet da zur Entlastung einer ganzen Generation Christian Janecke (wobei vom »oberflächlich betrachtet« noch die Rede sein wird). Janecke ist Inhaber der Wella Stiftungsdozentur für Mode und Ästhetik an der TU Darmstadt und einer der wenigen im Land, die sich wissenschaftlich mit dem Thema Frisuren beschäftigen.

Zwei Bücher hat er dazu geschrieben, Haar tragen und Tragbare Stürme. Janecke zufolge ist das deutsche Dauerwellenphänomen zunächst ein rein biologisches: »Im Alter verändert sich der Anteil Gesichtsfläche zu Kopf, und zwar nach unseren ästhetischen Vorstellungen unvorteilhaft: Das Gesicht sackt zusammen, wird oft kleiner, spitzer, der Schädel wird aber zugleich länger, Ohren und Nase werden größer - und dazu kommt eben, daß die Haare schwinden.« Früher trugen alte Damen Hüte, heute tragen sie einen »Haarhelm«

Bei Frauen beginnt der Haarausfall mit etwa 50 Jahren; bereits mit 60 kann jedes fünfte Haar verloren sein. Männer, sagt Janecke, hätten dann »andere Formen der Kompensation«, die offensiv rasierte Glatze beispielsweise, »Frauen hingegen müssen immer Haar zeigen, deshalb betreiben sie eine Art Restauration auf dem Kopf, eine Art Instandhaltung.

Deshalb werden einige Frauen ihre Altersfrisur durchaus als Kontinuum verstehen - hergeleitet aus der Zeit, in der sie jung waren.« Was für junge Beobachter also wie der bewusste Schritt ins Alter wirkt, kann für manch betagte Dame durchaus die Verlängerung der fünfziger Jahre mit chemischen Mitteln sein. Im Friseurspiegel sieht sie dann nicht nur eine alte Frau, sondern durchaus auch eine hauchzarte Erinnerung an Doris Day. Die weibliche Reaktion auf Haarverlust ist weltweit gleich, sagt Janecke; sie wird big hair genannt und ist am besten an der Gattung der First Ladys wie Nancy Reagan oder Hannelore Kohl zu studieren: »Die toupieren dann oder machen eine Dauerwelle. Hauptsache, Volumen, Volumen, Volumen.« Vor wenigen Jahrzehnten noch hätten ältere Frauen ihr Weniger an Haar mit einem Mehr an Hut ausgeglichen, doch seit Hüte aus der Mode seien, liefen sie mit diesem grauen »Haarhelm« rum.

Und das ist der Punkt, an dem Winfried Löwel erwähnt werden muss (der erste Friseur, der in der ZEIT zu Wort kommt nach 13-jähriger Friseurabstinenz, denkt man, doch laut Archiv ist er doch schon der elfte.). Löwels Stimme wird sehr getragen beim Thema »Haarhelm«, derart traurig, als rede er von einer nationalen Tragödie, schlimmer noch als die Arbeitslosenzahlen. Löwel ist Kreativdirektor des ZDF, was in diesem Fall für Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks steht, ein hoher Frisurenfunktionär, einer aber, »der noch selbst am Stuhl steht«, wie das im Verband heißt - der vor allem aber am Stuhl leidet unter der so stark nachgefragten Altfrauenfrisur, die derart öde ist, daß sie in der Branche nicht mal einen Namen hat.

Früher soll sie »Berber« geheißen haben, heute sagt man »Omi-Dauerwelle« oder auch »praktische Dauerwelle«. Löwel nennt sie »Tussi-Frisur«. Bei den Kundinnen heißt sie »Wie immer«. Dieses »Wie immer« erklärt für Löwel das Problem, ist es doch Ausdruck von Anspruchslosigkeit: Die deutsche Seniorenfrisur muss nicht schön sein, sondern praktisch. Und das, wenigstens das ist der Haarhelm auch: »Damit sind die Damen davon befreit, sich täglich die Haare zu waschen und mit den Armen überm Kopf an einer Föhnfrisur zu arbeiten - mit ihrem Rheuma. Morgens durchbürsten reicht ja.« Je krauser und kleiner übrigens die Welle, desto länger hält das Konstrukt. Das erklärt die »Pudelkrause«, die graueste aller Graufrisuren, die für Löwel noch unansehnlicher wird, »wenn die Damen nach ein paar Wochen mit zwei Zentimetern Nachwuchs rumlaufen«.

Diese Frisuren sind Löwels Alb, Unglück der Branche, millionenfach wandelnder Imageschaden. Außerdem verdient man nicht viel damit. Sie halten ja ein Vierteljahr. In Italien, sagt Löwel, »da sehen Sie diese Tussi-Frisuren nicht. Klar, das romanische Haar ist von Natur aus fester, gewellter, aber da tragen die Frauen auch andere Schuhe. Und Handtaschen!« Ach ja, das romanische Haar. Die romanische Frau vor allem! Die deutsche ist im vorigen Jahr durchschnittlich 5,66-mal zum Friseur gegangen. Die Italienerin geht doppelt so oft - und nie kommt sie als Pudel nach Hause, immer als Grazie. Grund genug, die Auslandskorrespondenten um soziokulturelle Expertisen zu bitten. Gibt es in Sachen Frisuren etwa einen deutschen Sonderweg? Könnte es sein, daß Deutschland ein graues Wellenland ist inmitten des bunten Europas, der ganzen Erde gar? Leider antwortet der Kollege aus Russland, er könne zu der Frage nicht viel beitragen, weil die Damen in Moskau jetzt schon wieder Mützen trügen, und das bis ins Frühjahr. Auch der Korrespondent in den USA enthält sich, ganz im Dönhoffschen Sinne, eines Urteils, lässt aber seine Gattin ausrichten, das amerikanische Frauenideal scheine eher »das Mädchen« als die graue Maus zu sein. Sie fügt hinzu: »Dieses Ideal drückt sich aus in einem starken Hang zu Pink und Rosa und immer zu vielen Schleifen.

Frisurentechnisch führt es jenseits der Sechzig dazu, daß hier ein Hang zu gefärbten Möchtegernmähnen oder Pferdeschwänzen, manchmal sogar Zöpfen zu besichtigen ist, meistens begleitet von zu viel Rouge. Von den Operationen nicht zu sprechen. Aber Sie hatten ja nach den Frisuren gefragt.« Aus Großbritannien schreibt der Korrespondent, »auch in England gibt es die blue rinse brigade«, die blaue Brigade also, »Damen mit blau schillernder Dauerwelle, die konservativ wählen, komme, was wolle. Seit die Tories ins Minderheitendasein abgeglitten sind, sieht man die aber immer seltener. Eine zweite Gruppe in die Jahre kommender Britinnen lässt das Haar einfach hängen, strähnig, kraftlos, gottserbärmlich. Das sind Überbleibsel der siebziger Jahre, als im Land vorübergehend eine westliche Form des realen Sozialismus herrschte. Der Trend geht freilich in eine andere Richtung.

Ein beträchtlicher Teil der Erträge des jetzt seit über zwölf Jahren ununterbrochen andauernden Wirtschaftswachstums wird beim Friseur für blondes Haar mit sorgfältig eingearbeiteten braunen und brünetten Strähnen investiert. Das Haar wird kunstvoll aufgebaut, damit auch 60-Jährige wie 40 aussehen. Die moderne Britin trägt bis ins fortgeschrittene Alter ein gesundes, jugendliches Aussehen zur Schau. Sie tut alles, um ihren Sex-Appeal nicht zu verlieren. Die Frisur spielt dabei neben dem Auto - mit Vorliebe ein Land Rover Discovery - eine Hauptrolle.« Aus China schließlich meldet der Korrespondent, im neuerdings etwas neureich gewordenen Reich der Mitte trügen ältere Damen immer noch die gleiche Frisur wie eh und je, als letzte Erinnerung an die Kulturrevolution vielleicht. Was heißt das für Deutschland? Wird hier spätsozialistische Gleichmacherei über die Köpfe der Frauen hinweg betrieben? Oder ist das Modell »Pudel« ein weiteres Indiz für den zur Genüge beschriebenen Abstieg der Bundesrepublik in Globalisierungszeiten? Lässt sich gar die Sparquote eines Landes an den Haaren seiner Seniorinnen ablesen?

In Deutschland werden laut Eurostat rund elf Prozent des Nettohaushaltseinkommens auf der Bank geparkt, in Großbritannien nur sechs. Die Differenz scheint beim Friseur zu landen. Womöglich aber ist das Problem viel älter. Frisurenforscher Janecke jedenfalls glaubt: Diese typisch deutsche Zurückhaltung, was Äußerlichkeiten betrifft, ist im Land der Reformation mit einer protestantisch motivierten Ablehnung von Luxus und Lebensfreude ebenso zu erklären wie mit der fast schon traditionellen deutschen Elitenfeindlichkeit. Keine andere Nation habe sich derart der Gleichmacherei verschrieben, sagt Janecke, und das in mehreren Wellen. Da waren die Revolutionen im 19. Jahrhundert, das Ende der Monarchie 1918, dann die Nazizeit, der Neuanfang 1945, schließlich die DDR mit ihren Arbeiter-und-Bauern-Frisuren - und jedes Mal wurden sich die Deutschen gleicher.

Wenn man sich schon ernsthaft mit diesem Thema auseinander setzt, dann auch richtig: Unser Frisurenforscher ist bis zu der These gekommen, dieser typisch deutsche Angleichungswahn bis hin zu heutigen Großmutterfrisuren habe seinen Ursprung im Abscheu gegenüber der Verschwendung des Adels, den gepuderten Fürsten mit ihren Plateauschuhen und Perücken. »Der Wechsel vom Ancien Régime zum Bürgertum war nirgends so einschneidend wie in Deutschland - eine Folge war, die Rolle des Alters in protestantischer, calvinistischer Strenge auf eine Art Authentizität zurückzunehmen. Damals kam die Vorstellung auf, daß Mode eine Sünde der Jugend und der Frau sein darf. Mit dem Alter aber muss die Frau sich sittsam zurücknehmen. Das tun die Frauen mit dieser Frisur. Unbewusst. Bis heute.« Männer gehen in Deutschland öfter zum Friseur als die Frauen Eine kleine Umfrage im Friseursalon ergibt tatsächlich, daß da vor allem Frauen unter der Haube sitzen, die sich »noch nie so wichtig genommen« haben. Im Alter verzichten sie auch frisurentechnisch auf Eigenständigkeit, auf Weiblichkeit.

Passend dazu die neuesten Zahlen des ZDF: In Deutschland gehen Männer mittlerweile häufiger zum Haareschneiden als Frauen, 7,08mal pro Jahr. Vor allem die jungen Männer haben den Schnitt nach oben getrieben, Auslöser soll das Jahr 2002 gewesen sein, in dem der Fußballspieler David Beckham erstmals mit einem Irokesenschnitt in den Stadien des Weltfußballs auftrat. Eine Entwicklung, die Janeckes These vom deutschen Kulturprotestantismus nicht gänzlich schwächt: »Noch heute ist modisches Interesse in Deutschland eine Sünde der Jugend, verzeihbar als rebellische Durchlaufzeit. Hier ist die Vorstellung verpönt, daß man sich bis ins hohe Alter auffallend zurechtmachen und wie eine Fürstin auftreten darf.« So ist die Silberzwiebel wohl eine proletarische Frisur, deren sich inzwischen aber viele Milieus bedienen.

Was zwischen Ost und West nicht gelingen will, ist damit zumindest auf den Köpfen längst Realität: die Angleichung der Lebensverhältnisse, die Nivellierung ins Einheitsgrau, der sich nur wenige Alte verweigern. Allenfalls pensionierte Lehrerinnen und Bibliothekarinnen unterstreichen ihren Bildungsstatus - wahrscheinlich unbewusst - damit, daß sie bis ins hohe Alter ihren Pagenschnitt beibehalten, und sozialer Status wird höchstens vom hanseatischen und bayerischen Geldadel zur Schau gestellt. In München sieht man deshalb diese »Vogelnesterfrisuren«, wie der Frisurenforscher sie nennt, »wo man immer ein Ei drin ablegen möchte.

Das sind diese Zahnarztfrauen, gut betucht, die BMW fahren und Pseudo-Dirndl in Jägergrün tragen. Deren Frisuren verstehe ich als Versuch, etwas bürgerliche Aristokratie dazustellen, ein bißchen Majestätik zu konservieren.« Nun wünscht man Deutschland weder die Monarchie zurück noch eine flächendeckende Geldadel-Geschmacklosigkeit - aber es gibt Hoffnung, daß das Frisurenproblem auch politisch korrekt zu lösen ist. Denn inzwischen altern auch die Hedonisten, all jene, die nun in den Medien als »Neue Alte« geführt werden und die, so die Prognose, auch als Rentner weder ihre modischen noch ihre individualistischen Ambitionen aufgeben werden. Zudem gibt es die so genannten Alt-Girlies, insbesondere in Berlin - die sind zwar schon 50, tragen aber immer noch Zöpfe. Firmen wie L'Oréal, Wella und Goldwell haben auch in Deutschland längst ihre Produktpalette für eine alternde Kundenschaft erweitert, die sie jetzt best ager nennen. Was für schöne Namen »alte Leute« plötzlich haben, wenn man an ihr Geld will. Was bleibt? Abwarten. Vielleicht fernsehen und dabei die Entwicklung der Frisuren von Angela Merkel, Heidemarie Wieczorek-Zeul, Sabine Christiansen und Iris Berben beobachten. Ja, das hätte das Zeug zur Langzeitstudie. Wir werden also wieder berichten. Auf absehbare Zeit allerdings wird die ZEIT-Friseurberichterstattung erst einmal wieder eingestellt.

Dieser Artikel aus "Zeit" wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors Henning Sussebach zur Veröffentlichung auf HairWeb.de freigegeben.


 

 


   

E R H O L U N G

Figaro irgendwo

Ein Haarschnitt als Souvenir. Short Cuts aus den Friseursalons der Welt

Autor: Martin Spiewak

Er hieß Victor, war siebzig Jahre alt, und während er schnitt, bewegte sich die Zunge in seinem Mund wie ein eingesperrtes Tier. Seinen Laden hatte er gleich neben dem Hexenmarkt. Dort, wo Frauen mit weiten, bunten Röcken und Bowler auf dem Kopf Heilkräuter, Knochenamulette und getrocknete Lamaföten verkaufen. Ich hatte ihn bereits am ersten Tag in La Paz entdeckt, als wir eine der steilen Straßen vom Zentrum der bolivianischen Hauptstadt zum Hotel hochkeuchten. Aber es braucht stets seine Zeit, bis man weiß: Das ist der richtige Friseur. Am dritten Tag war es so weit, und ich trat ein.

Auf gusseisernen Füßen thronten vier ausladende Holzsessel, die fast den gesamten Laden einnahmen. Das rote Leder ihrer Polster zeigte Risse. Es fehlte nur die Gravur auf dem Fuß »Chicago 1930« oder »Connecticut 1910«, wie sie so viele andere Friseursessel tragen, die - irgendwann in den USA ausrangiert - bis heute in Bolivien, Malaysia, Chile oder Thailand ihren Dienst tun. Die Spiegel des Salons waren an den Rändern bereits erblindet. An der Wand hingen ein Kalender mit blonden Busenwundern und ein Bild der Fußballnationalelf des Landes aus dem Jahre 1963.

Ich hatte wieder einmal eine gute Wahl getroffen. Klassisch, konventionell - muss der Laden sein. Der Meister erfahren, also am besten über 40. Ein Friseur eben, dem sich der kleine Mann anvertraut. Victor frisierte Herren - kein Unisex. Ein Poster zeigte die Schnitte, die er im Angebot hatte. Ich wählte Número 2, kurz, aber etwas länger als Número 1, der Soldatenschnitt.

Victor schärfte die Schere, desinfizierte das Rasiermesser und machte sich ans Werk. Erst ein Grobdurchgang, dann der Feinschnitt, bei dem die Zunge besonders intensiv arbeitete. Am Ende Ausrasieren von Nacken und Koteletten. Nach 20 Minuten war Número 2 recht gut getroffen. Ein speckiger Pesoschein verschwand in einer Schublade.

Keine Ferien ohne Friseur. Der Besuch beim Haarschneider gehört für mich zum Urlaub wie ein Kinoabend, das Essen auf dem Markt oder der Friedhofsbummel. Ob in La Paz oder Havanna, Rom oder Lissabon, ob im Chinesenviertel von Penang oder im Gassengewirr von Dili: Für ein paar Augenblicke spielt man Alltag in einer fremden Welt; erobert sich ein kleines Bruchstück Normalität im Ausnahmezustand Urlaub, das man wie ein Souvenir stolz nach Hause trägt. Ich genieße das Ritual, zuerst die Suche nach dem Laden, dann die kribbelnde Anspannung, kurz bevor ich ihn beherzt betrete, so als sei ich seit Jahren Stammkunde. Wenn wenig später im Spiegel das fragende Gesicht des Meisters erscheint -Wie hätten Sie es denn gern? -, dann ist klar: Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Die Antwort ist einfach und immer die gleiche: corto, short, court. Bringt das nicht weiter und ist kein Poster mit Schnittmustern zur Hand, hilft noch immer die Längenangabe mit Daumen und Zeigefinger: ein Zentimeter an den Seiten, oben etwas länger. Das hat noch jeder Haarschneider verstanden, auch wenn er vietnamesisch spricht wie in Hanoi - wo vor neun Jahren alles begann.

daß der Laden zu den besseren Salons der Hauptstadt gehörte, merkte man an dem Fahrradparkplatz vor dem Eingang, den ein Mann mit Militärhut bewachte. Eine der Damen im weißen Kittel und mit rosa Band im Haar verwies mich auf Platz zwei, wie ein Schild am Spiegel verriet. Auf Stuhl vier ließ sich ein Mann die Haare aus Ohren und Nasenlöchern entfernen. Die Friseurin, die sich an ihm zu schaffen machte, trug auf dem Kopf eine Lampe wie ein Grubenarbeiter. Wenngleich sich unsere Verständigung auf Kopfnicken und gegenseitiges Zulächeln beschränkte, schien mir der Service im Laden einwandfrei. Nach dem Shampoonieren wurde ich mit eingeseiftem Kopf in eine Ecke geleitet, wo mir die Friseurin mit einer Kelle warmes Wasser über das Haar goss. Die Soße lief mir den Nacken herunter. In meinen Augen brannte es. Das schien mir dann doch nicht auf der Höhe internationaler Frisierkunst zu liegen.

Das Ergebnis im Spiegel überzeugte mich dagegen ohne Abstriche. Statt der umgerechnet fälligen 50 Pfennig gab ich der Frau das Doppelte und radelte beglückt von dannen. Seit Hanoi lasse ich an meinen Kopf und meinen Nacken niemanden außer meiner Frau und jeden vertrauenswürdigen Friseur zwischen Alma-Ata und Yucatán.

Mein bester Freund behauptet, dieser Friseurtick sei allein meinem Geiz zuzuschreiben. Nun ist eine neue Frisur in Penang oder La Paz tatsächlich preisgünstiger zu haben als in Deutschland, wo der schnelle Schnitt am Hauptbahnhof bereits 15 Euro kostet.

Doch die wahren Motive liegen - wie immer in solchen Fällen - tiefer. Mein Vater nämlich arbeitete einmal als Friseur, nicht lange, aber immerhin hatte er das Handwerk gelernt, und zu einem Fassonschnitt in unserer Küche reichte es allemal. Er frisierte uns Kinder und war dafür verantwortlich, daß ich in 19 Jahren nur ein einziges Mal bei einem Friseur war. So Ende der siebziger Jahre muss das gewesen sein. Ich trug Matte, wie es Mode war, als aus England ein neuer Musikstil zu uns kam: Die Bands hießen The Specials oder Madness, ihre Musik, Ska genannt, war sparsam und doch fröhlich, und die Musiker trugen altmodische Anzüge, dunkle Brillen und einen Zentimeterhaarschnitt.

Das fanden wir irgendwie cool. Mal etwas Neues nach dem Thin-Lizzy-Ted-Nugent-Rainbow-Gitarrengeschrubbe, zu dem man bisher langmähnig nickte. Also zusammen mit einem Klassenkameraden und einer Plattenhülle unter dem Arm hin zum Friseur und die gleiche Frisur verlangt wie die Herren auf dem Cover. Es war das erste und einzige Mal, daß ein Friseur mir beim Schneiden eine Zigarette anbot. So wie man jemandem, der eine schlimme Nachricht erhalten hat, einen starken Schnaps reicht. Um den Schock zu verwinden. Der Mann selbst trug sein Haar noch ziemlich lang. Der Spaßfaktor bei späteren Friseurbesuchen in Deutschland war leider bedeutend geringer. In Hanoi war er mit einem Schlag wieder da.

Asiaten schneiden am besten ab

Friseure aus 15 Ländern haben sich bisher an meinen Haaren versucht und mir zu globalen Erkenntnissen über das Metier verholfen. Das gängige Bild zeichnet Friseure als flüsternde Verführer, schwule Künstler oder eitle Plaudertaschen. Die internationale Recherche kommt zu anderen Ergebnissen. Der gemeine Friseur ist ein gelassener Haarhandwerker, der zum Schweigen statt zum Plappern neigt. Und ähnlich wie Kellner oder Taxifahrer in Europa, Asien und Lateinamerika gehört er in vielerlei Hinsicht zum Durchschnitt der Bevölkerung. Die Preise im Friseurgeschäft können als zuverlässiger Indikator für die Kaufkraft eines Landes dienen. Ein einfacher Haarschnitt ohne Waschen und Föhnen, und man kennt den Lebensstandard. Wie ein Stimmungsbarometer geben die Ansichten der Figaros die politische Gemütslage des Landes wieder. Und ihre Aussagen über Deutschland entsprechen Pi mal Daumen dem Image unseres Volkes beim Mann auf der Straße.

Wenn der Friseur im Katholikenviertel von Derry versichert, er würde niemals einem Protestanten die Haare schneiden, ahnt man, daß die Sehnsucht nach Versöhnung in Nordirland ihre Grenzen hat. Wie er einen Protestanten denn erkenne? Rein äußerlich kamen mir weder die einen noch die anderen besonders auffällig vor. Er brauche sie nicht zu erkennen, antwortete der Mann. Ein Protestant würde das Stadtviertel kaum betreten und sich erst recht nicht unter ein katholisches Messer legen. »Und wenn ich nun« - er hatte die Rasierklinge gerade nahe meiner Kehle - »ein Protestant wäre?« Er überlegte kurz und sagte dann: »Das ist etwas anderes, du bist ein Ausländer.«

Kommt die Rede auf Deutschland, wird deutlich, daß die auswärtige Kulturarbeit trotz Goethe-Instituten und Deutscher Welle noch nicht alle Ziele erreicht hat. Ein Friseur im Hafenviertel von Montevideo fragte vergangenes Jahr, ob ich seinen schwarzen Gehilfen nicht nach Deutschland mitnehmen möchte. Warum? - Nun, um aus ihm Seife herzustellen. Für einen längeren Vortrag über Nazigräuel und deutsche Schuld schien es mir nicht der passende Moment zu sein. Zumal der schwarze Angestellte am lautesten von allen Anwesenden über den Witz seines Chefs lachte.

Auch Victor aus La Paz hatte ein eher kriegerisches Bild der Deutschen. Im Fernsehen, erzählte er, habe er einmal einen Film mit vielen deutschen Soldaten und Pferden gesehen, die sich tapfer durch den Schnee kämpften. Gegen die Russen sei es gegangen, daran erinnerte er sich noch, und zu Anfang seien die Deutschen gut vorangekommen. Nur den Schluss habe er vergessen. »Pues, quién ganó la cosa entonces?« - »Wer hat die Sache damals eigentlich gewonnen?«

Leider sind die drei berühmtesten Deutschen in der Welt immer noch Adolf Hitler, Adolfo Itler und Ädelf Hidlä. Deutsche Messer und Scheren aus Solingen werden berufsbedingt wegen ihrer Härte und Langlebigkeit geschätzt. Deutscher Fußball aus den gleichen Gründen. Dann gibt es noch das deutsche Bier, das zu jeder Art von Lobpreisung Anlass gibt. Danach verlieren sich die Kenntnisse im Ungefähren. Aber Vorsicht, es gibt Ausnahmen. Als ich einem Haarschneider in einem Dorf an der Küste Mittelbrasiliens behutsam erklären wollte, wo denn Hamburg liege, kam er mir mit einem längeren Vortrag zuvor über seine letzte Reise durch Deutschland und die Schweiz. Zwei seiner Töchter hatten dorthin geheiratet.

Der Mann, Pascual war sein Name, erledigte den Großteil seiner Arbeit mit einer elektrischen Haarschneidemaschine. Sie ist zum wichtigsten Handwerkszeug der globalen Friseurinnung geworden. Diese weltumspannende Gemeinsamkeit kann über die geografischen Unterschiede im Metier allerdings nicht hinwegtäuschen. Sie lassen sich vereinfacht so zusammenfassen: Asiaten schneiden formvollendet, Schwarze eher schlicht, Lateinamerikaner und Europäer liegen irgendwo dazwischen.

Die fehlende Kunstfertigkeit schwarzer Friseure - politische Korrektheiten einmal beiseite gelassen - könnte biologisch bedingt sein. Es mag am Kraushaar liegen, das offensichtlich wenig Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Verirrt sich ein Weißer ins Geschäft, macht sich jedenfalls Ratlosigkeit breit. Das konnte ich in Port-au-Prince auf Haiti feststellen. Während die schwarzen Kunden nach zehn Minuten frisch geschoren auf die Straße traten, mühte sich der Friseur mit meinen Haaren fast eine halbe Stunde ab.

Immer wieder setzte er die Haarschneidemaschine an und säbelte mal hier, mal dort eine neue Ecke ab, ohne daß recht Form in die Sache kam. Ich wusste nicht, ob sein Problem darin begründet lag, daß es im ganzen Laden keine Schere gab, oder ob es vielleicht einfach grundsätzlich an professionellen Haarschneidern fehlte. Zumindest hatte ich den Eindruck, daß manch einer, der gerade noch selbst auf dem Stuhl saß, kurze Zeit später einem anderen die Haare frisierte.

Welch ein Unterschied zum Haarkünstler im malaysischen Penang. Dem Meister aller Klassen. Er hätte einen Platz im Reiseführer verdient. Ein Chinese hatte mich mit dem Fingerzeichen für Schere hineingewunken. Mit seinen Händen bedeutete er mir, daß ich Platz nehmen solle, der Friseur sei gerade beim Essen.

Der düstere Salon war voll gestopft mit hinduistischen Bildern, malaysischen Figuren und chinesischen Kalendern. In einer Ecke der Hausaltar, auf dem ein Räucherstäbchen brannte. Hinter dem Glas einer Vitrine standen Pokale und Medaillen und ein enormer Ghettoblaster. Aus einem Lautsprecher tröpfelte indische Musik.

Dann kam der Meister aus einem Hinterraum und begann ohne ein Wort. Er schien zu wissen, was das Beste für mich sei. Nur mit Schere und Kamm modellierte er meine Haare in einer fließenden Bewegung. Fast ohne Pause tanzten seine Hände über meinen Kopf. Nach einer Viertelstunde war das Kunstwerk vollendet, doch der Meister noch keineswegs mit mir fertig.

Der Inder nahm meinen Hinterkopf in die eine Hand und das Kinn in die andere und riss meinen Kopf mit einem kurzen Ruck nach rechts. »Knack« machte es mehrmals. Dann folgte der Ruck in die andere Richtung. Und wieder knackte es im Halsgebälk. Jetzt begann er den Nacken zu massieren, walkte und klopfte den Rücken herunter, dann die Arme. Das Trommelfeuer klang in einer sanften Kopfmassage aus. Schließlich wischte er mir mit einem feuchten Lappen Gesicht, Stirn und Nacken ab.

Eigentlich verzichte ich stets auf Haarwasser und Gel. Doch als der Meister fragte, sagte ich zu beiden verzückt ja. Noch einmal knetete er meine Kopfhaut und ließ ein letztes Mal einen Kamm durchs Haar gleiten.

Der Meister schüttelte den Umhang aus, nahm den Waschlappen und warf ihn im hohen Bogen zurück zum Waschbecken. Hier blieb er exakt über dem Wasserhahn hängen. Der Kollege war mittlerweile auf seinem Stuhl eingeschlafen und konnte nicht klatschen. Ich bedankte mich mit doppeltem Lohn. Der Meister würdigte die Geldscheine keines Blickes. »You are welcome«, sagte er und verschwand im Hinterzimmer.

Dieser Artikel aus der "Zeit" wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors Martin Spiewak zur Veröffentlichung auf HairWeb.de freigegeben.

 


Du wirst nie so aussehen wie die...

Von Almut Klotz

Wie halten das all’ die anderen? Für mich war der Beruf des Friseurs sowie die Inanspruchnahme dieser Dienstleistung von jeher ein Mysterium. Sozialisiert in einer Zeit, in der der Friseurbesuch einem quasi religiösen Ritual gleichkam, nach dem die Mutter gelöst zu uns zurückkam, die Adoleszenz durchgemacht, als extreme Frisuren wichtig, Friseure aber extrem unangesagt waren, stehe ich heute da und kann nicht behaupten, daß ich einen Weg für mich gefunden hätte. Ich stecke in diesem traurigen Kreislauf von Friseurfrust, Frusttoleranz und trotziger Verweigerung: Ich schneide mir die Haare selbst.


Irgendwann trifft man eine nette Frau, die privat Haare schneidet. Total super, lustiger Abend, verjüngtes Gesicht, kostet nur 10 Euro, und man baut für kurze Zeit einen Haarschneidezirkel auf, bei dessen Zusammenkünften bis zu zehn Leuten die Haare geschnitten werden, und hinterher sind drei Flaschen Martini leer. Aber bald verkümmert diese Einrichtung, warum, weiß niemand so richtig.

Darauf folgt die schwere Zeit der Selbstzweifel, irgendwann gibt man auf und landet wieder beim Friseur - natürlich bei einem neuen, der von irgendwem empfohlen wurde. Letzte Woche war es wieder so weit: Ich sah mich bei einem Szenefriseur in Kreuzberg sitzen und auf den Dienstleistungsflash warten. Ich hatte ein Foto dabei von einer französischen Rapperin, das ich aus der "Spex" geschnitten hatte. "Diese Frisur will ich haben" sagte ich zu dem Mann, der ungeduldig hinter mir hibbelte. Ich musste meine Stimme anheben - es lief Raggamuffin in beachtlicher Lautstärke. Er riss mir das Foto aus der Hand und sagte: "Das ist keine Frisur. Das ist Styling." Als ich ihn verzweifelt anschaute, fügte er hinzu: "Und du wirst trotzdem nicht so aussehen wie die."

"Na ja. Erst mal waschen." Mit einer harschen Kopfbewegung wies er mir den Weg zur Waschung, wo ein wunderschönes Mädchen wartete. Ich legte meinen Kopf in die Opferschale und freute mich auf die Zeremonie unter den leichten Händen des schönen Mädchens. Aber das Wasser war zu heiß, und das Mädchen unterhielt sich so laut quer über den Raum mit dem Friseur über einen gemeinsamen Bekannten, der sich scheiße zu ihrer Freundin verhalten hatte, daß mein Jammern über die Wassertemperatur kein Gehör fand und erst durch eine ruckartige Kopfbewegung nach oben, bei der ich schmerzhaft an den Hahn stieß, wahrgenommen wurde.

Sie redeten weiter, als er mir die Haare kämmte und in Schichten steckte, und ich erfuhr so intime Details von seinem Leben mit einem Suchtkranken, daß ich nicht mehr in den Spiegel schauen konnte. Ich schloss die Augen und versuchte, mich auf die hässliche Musik zu konzentrieren. Ich könnte noch nicht einmal sagen, ob mir der Smalltalk-Schnippschnipp-Tänzer, der extrovertierte Souverän, der in sich gekehrte Gewissenhafte, der mich ab und zu im Spiegel anlächelt, oder der Rätselhafte, dessen Blicke Bände sprechen, lieber ist. Aber ich möchte doch gerne die Rolle der exklusiven Kundin haben, deren vielleicht unerkannte Reize von dem Haarkünstler intuitiv herausgearbeitet werden.

Einmal machte ich die Augen wieder auf, weil keine lauten Stimmen mehr da waren und fragte: "Kannst du eigentlich davon leben?" "Vergiss es!" schnaubte er. Ich musste daran denken, daß ich nachher 30 Euro dafür hinlege und daß ich niemals verstehen werde, warum Friseure so arm sind. 30 Euro in 20 Minuten - Schlosser, Gärtner und Journalisten kriegen weniger, höchstens Psychiater haben einen Stundenlohn von 90 Euro, eine Taxifahrt kostet auch nur 15 Euro für 20 Minuten . Und dann musste ich an eine Freundin denken, die in ihrer coolsten Zeit immer Lastentaxis bestellte, damit ihre Hochfrisur nicht zerstört wurde.

"Fertig!" dröhnte der Mann, und ich öffnete die Augen. Ich erblickte mich neu und war angetan. "Soll ich dir noch zeigen, was man mit der Frisur so alles machen kann?" Klar, sollte er. Er nestelte und knetete in meinen Haaren rum, hinterher sah es komisch aus, er hielt mir den Spiegel von hinten vor, jetzt fand ich doch alles merkwürdig, aber was sollte ich jetzt noch sagen? Das Telefon klingelte, das wunderschöne Mädchen nahm ab und brüllte nach einer Weile: "Oh, sprich du mal mit ihm! Ich kann nicht mehr!" und er wieselte hinter die Theke, stöhnte ins Telefon: "Mann, das hab ich dir doch alles schon erklärt" und kuckte mich an: "40 Euro."

Dieser Artikel aus der " Berliner Zeitung" wurde mit freundlicher Genehmigung der Autorin Almut Klotz zur Veröffentlichung auf HairWeb.de freigegeben.

 



Beim Friseur...

Es war gerade Feierabend, die Tür stand noch offen, um frische Luft durch den Salon wehen zu lassen, die Angestellten hatten sich schon "bis morgen" verabschiedet und mein Mann und ich waren gerade dabei, unser Werkzeug zusammenzuräumen. Da betritt ein Mann, seinen kleinen Sohn an der Hand, unseren Friseursalon. Der Junge soll offensichtlich die Haare geschnitten bekommen. Der Papa fragt also fröhlich: Guten Abend! Machen Sie heute abend noch ein Kind?
....
Mein Mann guckt abwechselnd zu mir und zu dem freundlich fragenden Herrn und antwortet grinsend: "Ich glaube da muß ich erstmal meine Frau fragen!"

Der Mann daraufhin: OK. 1 zu 0 für Sie.... bis morgen dann - auf Wiedersehen.
Am nächsten Tag kamen die beiden tatsächlich zum Haareschneiden und es wurden noch ein paar andere "typische Friseur-Anekdoten" zum Besten gegeben.

Barbara Pohlmann, Wyk | www.inselfriseur.de


 

G e d i c h t e  

Friseur gesucht ?

H A A R S P A L T E R E I E N


Mein Haar ist glatt

ich will Locken

der Hinterkopf ist platt

das mag ich nicht

nicht zu kurz

auch nicht zu lang

sie wissen schon

was ich meine

diese Wirbel

schrecklich

sie bringen alles durcheinander

lässt sich da was machen

früher trug ich Zöpfe,schulterlang

an manchen Tagen eine Tolle

 

Mehr von Ellen Terwey?Bild

von Ellen Terwey


Jahre später

Minipli, Löwenmähne

gelocktes Haar, Flower Power

dann wieder kurz

Bubikopf bärenstark männlich

so wie ich fühl

so wird geschnitten

hoffe ich

ob kurz oder lang

glatt, gewellt

farbig getönt,mit Strähnen

gezwirbelt

von Perlen aufgezogen

doch wieder glatt

Natur pur !


...von Ellen Terwey


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