Die Römer (500 v. Chr. - 500 n. Chr.)
 Wie
die Frisuren damals aussahen, weiß man anhand von Ausgrabungen
antiker Münzen, auf denen Frauenköpfe abgebildet sind.
In Rom truge man meist recht einfache Frisuren, man kann zwei Grundtypen
unterscheiden, nämlich kurze Lockenfrisuren und Flechtfrisuren.
In der Zeit der Antike hielt man sich, was die Mode der Frisur
betraf immer an die Frauen am Hofe. So war es üblich, die Frisur
zu tragen, die auch die Kaiserin gerade trug. So waren alle Haartrachten,
ob offen, geflochten, gelockt oder hochgesteckt, einmal "im
Trend".
Zur Zeit der Republik trug man einen einfachen "Dutt",
denn aufgeputzte, juwelte und parfümierte Haare trugen nur
Prostituierte. Doch zur Kaiserzeit war diese Mode bei den jungen
Männern sehr beliebt. Und so wurde diese "Tabufrisur"
wieder aufgenommen.
Die
Haare wurden damals meist von einer Sklavin gemacht. Weil die Römerinnen
fasziniert waren von den blonden Haaren der Germanen, hielten sie
sich auch oft germanische Sklavinnen, ließen diesen die Haare schneiden
und verarbeiteten die blonden Haare zu Perücken. Sie frisierten
einer Frau z. B. Locken, die man für Hochsteckfrisuren
brauchte. Als Hilfsmittel diente ein Lockenstab, zu vergleichen
mit einem eisernen Brenneisen (Calamistrum), der im Feuer erhitzt
wurde. Dieses Hilfsmittel wurde von den Griechen übernommen.
Für Haarfarben, die nicht durch natürliche Perücken
zu erreichen waren, oder bei Frauen, die sich die Blöße
einer Perücke nicht geben wollten, wurde das Haar ganz einfach
koloriert.
Die beliebtesten Haarfarben waren schwarz und blond und diverse
Färbemittel kamen zum Einsatz. Ein Mittel zum Erzielen einer tiefschwarzen Haarfarbe
bestand aus verwesten Blutegeln, die sechzig Tage lang in einem
verschlossenen Gefäss mit Wein und Essig eingelegt waren.
Das
vielbegehrte Blond
wurde mittels eines aus Ziegenfett und Birkenasche hergestellten
schäumenden Waschmittels, der sapo, erzielt (von dem germanischen
Wort sepe abgeleitet). Die Kelten und Germanen hatten bereits ihre
Haare damit gewaschen. Diese Seife wurde zunächst von den Griechinnen
wirklich nur zum Haarebleichen verwendet, ihre Reinigungskraft entdeckten
sie erst später. Manche Mittel erhielt man aus Nordeuropa oder
man bezog sie aus Ägypten, wie z.B. das Rot aus Hennapulver.
Es war sogar möglich die Haare blau zu färben. Wohlhabende
Römerinnen ließen sich ihre Haare sogar mit teurem Goldstaub optisch
aufhellen.
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Zusätzlich
begannen die für ihre Körperpflege berühmten Römerinnen und Römer
die Frisuren mit allerlei Schmuck zu ergänzen. Nadeln, die die Frisur
hielten, dienten gleichzeitig als Schmuckstücke. Sie waren
unter anderem aus Gold, Silber, Bronze, Holz oder sogar aus Afrika
importiertem Elfenbein gearbeitet. Aus Bändern, mit denen die
Frisuren zusammengehalten wurden, entstand die Idee des Diadems.
Haarschmuck: Historisch und moderne Schmuckstücke
Auch im alten Rom wurden schon Perücken
gefertigt. Beispielsweise blonde Haarteile, die aus dem Haar gefangengenommener
Germanen gefertigt wurden. Diese Perücken
und Haarteile wurden genutzt, um die Frisur zu unterstützen
und um Haarmakel zu verstecken.
Es war auch beliebt, sich die Haare zu parfümieren. Die Duftstoffe
waren allerdings sehr teuer, da sie aus dem fernen Osten importiert
wurden. Sie bestanden meist aus Myrrhe, Rosen- oder Irisöl.
Als Spiegel benutzte man poliertes Bronze oder Silber als Spiegel,
denn Glasspiegel gab es erst ab dem 1. Jahrhundert n.Chr.
Schon damals wurden Bein- und Achselhaare gelegentlich entfernt. Man
nutzte dazu z.B. Pinzetten um die Haare auszuziehen. Es gab auch
Pasten zum Enthaaren. Diese Pasten bestanden aus in Öl aufgelöstem
Harz.
Lange Haare als Zeichen von Trauer
Die Römer verloren in der sogenannten "Varus-Schlacht"
ganze drei Legionen, als sie von den Germanen angegriffen wurden.
Als der damals herrschende Kaiser Augustus davon erfuhr, soll
er sich aus Trauer und Schmach über die Niederlage im Teutoburger
Wald monatelang weder Haare noch Bart geschnitten haben.
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