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Oxidationshaarfarben
Die
eigene Naturhaarfarbe dauerhaft und deutlich sichtbar zu verändern,
bedeutet immer den Einsatz chemischer Stoffe, denn grössere Farbabweichungen
von der Naturhaarfarbe erreicht man nur mit Oxidationshaarfarben. Sie
bestehen aus Färbemitteln und Wasserstoffperoxid. Die Oxidationsmittel
dringen in das Haar ein und zerstören die natürlichen Farbpigmente.
Danach wird der neue Farbstoff eingelagert. Durch Wärmeeinwirkung
wird der Prozess beschleunigt.
Das Haar wird dabei meist erheblich strapaziert. Kommt etwas von der
Mixtur auf die Kopfhaut, können unerwünschte chemische Substanzen
in den Organismus gelangen. Aufgrund von diversen Allergien, die Haarfärbemittel
auslösen können und die unerwünschte Verfärbung von
Fingern und Nägeln ist das Tragen von Handschuhen Pflicht.
Farbchemikalien, die vor Jahren in den Verdacht geraten waren, gesundheitsschädlich
zu sein, wurden bereits verboten. Zudem ist zur Zeit eine EU-weite, epidemiologische
Studie in Vorbereitung, die mögliche Restrisiken bei unsachgemäßem
Gebrauch von Oxidationshaarfarben untersuchen soll.
Auch die handelsüblichen Intensivtönungen"
oder Colorationen", sind meistens Oxidationsfärbemittel,
die aus zwei miteinander zu mischenden Komponenten bestehen. Achten Sie
auf die Warnhinweise und darauf, daß diese Produkte wirklich nur ins
Haar und nicht auf die Haut gelangen.
Am besten ist, Sie überlassen Ihrem Friseur
die Arbeit des Blondierens oder Färbens. Er kann Sie individuell
beraten - und zwar Ihrem Haartyp und Ihrer Haarqualität entsprechend.
Darüber hinaus sind Friseure technisch versiert im Umgang mit den
verschiedenen Produkten und können sie präzise einsetzen und
sehr umsichtig auftragen. Es gibt noch einen Grund, sich einem Friseur
anzuvertrauen. Er kann nämlich den von Ihnen gewünschten Farbton
mit so wenig Chemie wie nötig herstellen oder verschiedene farbgebende
Stoffe mischen. Von Ihrer Naturhaarfarbe ausgehend vermag er, Menge und
Intensität der Oxidations- und Färbemittel ganz individuell
zu dosieren.
Wenn es nur um geringe Farbnuancen geht, können Sie auch mal Pflanzenfarben
in Erwägung ziehen. Manche Produkte kommen sogar ohne den rötlichen
Farbstoff der Henna-Pflanze aus, der auch schon mal wegen Pestizid- und
Schwermetallbelastungen ins Gerede kam (siehe Bericht
unten). Pflanzenfarben dringen nämlich nicht ins Haar ein. Sie
ummanteln es nur. Folglich schimmert der Naturton immer etwas durch und
sie waschen sich nach 6-12 Wochen wieder heraus. Zudem kann man mit ihnen
nicht aufhellen. Eine problemfreie Ideallösung fürs Färben
gibt es nicht. Aber zusammen mit Ihrem Friseur können Sie sicher
den für Sie schonendsten Weg ermitteln. Wenn Sie partout selbst Hand
anlegen wollen, lassen Sie sich bei der Produktauswahl immer fachkundig
beraten.
Tipp: Waschen Sie 2-3 Tage vorm Färben mit Oxidationsmitteln die
Haare nicht. So bleibt der Fettfilm auf Ihrer Kopfhaut und bietet bei
eventuellen Ausrutschern einen gewissen Schutz.
Gefahren durch Bleiacetat
Der
Wirkstoff ist in einigen sogenannten Renaturierungsmitteln enthalten.
Bleiacetat verbindet sich mit dem Haarfarbstoff Melanin zu einem chemischen
Komplex. Dieser kann schon ergrautem Haar annähernd die frühere
Farbe zurückgeben.
Experten warnen vor den gesundheitlichen Risiken des Wirkstoffs. Toxilogen
an der Uni Kiel haben herausgefunden, daß Blei (ein sehr giftiges
Schwermetall) als Bleiacetat über die Kopfhaut aufgenommen werden
kann. Es kann sich dann in den Knochen ablagern und verursacht dann schwere
Schäden am Nervensystem und im Blut. Die Symptome: Müdigkeit
und Kopfschmerzen gehören noch zu den harmlosesten Folgen.
Haarefärben in der Stillzeit Schwangere
Frauen sollten den Kontakt mit Chemikalien besser meiden. Das gilt auch
für Mittel zum Haarefärben
schreibt die Gesundheitszeitschrift "Apotheken Umschau" unter
Verweis auf ein Heidelberger Forscherteam. Einen sicheren Hinweis auf die Schädigung des Kindes
gebe es bisher zwar nicht. Sicher sei aber, daß die Chemikalien über
die Kopfhaut der Mutter aufgenommen werden und sowohl in der Muttermilch
als auch im Fettgewebe des Säuglings nachweisbar sind.
Inhaltsstoffe und Risiken bei der Verwendung von Haarkosmetik
>>>
Weitere Infos über das Thema
"Haare färben & tönen" >>>
Blondiermittel in Pulverform
Manche Frauen und Männer lassen sich ihre Haarfarbe im Friseursalon regelmäßig aufhellen. Die dabei verwendeten Blondiermittel in Pulverform können Atemwegserkrankungen hervorrufen. Wie groß die Belastungen durch derartige Blondiermittel sind, wurde jetzt in einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Berufsgenossenschaft und des Berufsgenossenschaftlichen Instituts für Arbeitssicherheit - BIA untersucht.
Gefahr droht bei Blondiermitteln in Pulverform durch den darin enthaltenen Hauptwirkstoff: das sogenannte Ammoniumperoxodisulfat. Beim Anmischen des Blondierpräparats mit Wasser staubt es reichlich, und das Sulfat wird eingeatmet. Reizungen der Schleimhäute, Fließschnupfen, Husten oder auch Atemnot sind nur einige der möglichen Folgeerscheinungen. Im Extremfall droht eine chronische Atemwegserkrankung. Besonders gefährdet sind Friseure, die täglich mit den Blondiermitteln arbeiten.
Von dieser Berufsgruppe wurden der BGW Ende der 80er Jahre immer mehr berufsbedingte Atemwegserkrankungen gemeldet. "Diese Entwicklung zwang uns zum Handeln", erklärt Jens-Peter Kähler, Leiter der BGW-Aufsichtsdienste. "Gemeinsam mit dem Friseurverband konnten wir die großen Blondiermittel-Hersteller von der Notwendigkeit überzeugen, gesundheitsverträgliche Produkte zu entwickeln." Mit Erfolg: Staubarme Blondiermittel haben heute einen Marktanteil von über 85 Prozent.
Und die Zahl der Atemwegserkrankungen reduzierte sich bei den Friseuren von 504 Fällen im Jahr 1991 auf 357 in 1997.
Daß die modernen Produkte gesundheitsverträglicher sind, wurde schließlich auch im Forschungsprojekt von BGW und BIA bestätigt. Danach entsteht bei modernen Produkten erheblich weniger gesundheitsgefährdender Staub als bei herkömmlichen Blondierpulvern.
Quelle: Berufsgenossenschaft (HVBG)
Link: Haare blondieren
Mit 8 Jahren in die Pubertät - U.S.-Shampoos mit Östrogen
In
Europa sind Hormone in allen Kosmetika und Körperpflegeprodukten
verboten. Über das Internet ist es aber weiterhin möglich hormonhaltige
Produkte zu bestellen und somit einzuführen. In den U.S.A. wurden besorgniserregende Beobachtungen
gemacht und durch Studien belegt. Somit sind rund die Hälfte aller
afro-amerikanischen Mädchen in den U.S.A. betroffen. Sie entwickeln
bereits im Alter von acht Jahren Schamhaare und Brustansätze.
Im Vergleich dazu liegt der Anteil laut einer der Studien
bei weißen Mädchen bei ca. 15 Prozent. Weiterhin erstaunlich:
In Afrika gelangen Mädchen unabhängig vom sozioökonomischen
Status viel später in die Pubertät.
"Diese Diskrepanz kann zumindest teilweise auf den
häufigeren Gebrauch von Hormon-haltigen Haarwaschmitteln zurückgeführt
werden", erklärte Chandra Tiwary, ehemalige Leiterin der Abteilung
für pädiatrische Endokrinologie am Brooke Army Medical Center
in Texas. Tiwary glaubt, daß sich die Häufigkeit der sexuellen Frühreife
einfach reduzieren lasse, wenn derartige Produkte nicht mehr genutzt werden.
Das Ergebnis: Nachdem bei den Mädchen die Shampoos gewechselt wurden,
konnte die Frühreifeentwicklung aufgehalten werden.
Besonders
Shampoos, die für trockenes und brüchiges Haar geeignet sind
und bei der schwarzen Bevölkerung beliebt sind, scheinen Östrogene
zu enthalten. Die Hormone werden über die Haut an den Körper
abgegeben. Auf den Etiketten der Shampoos wird zwar festgehalten, daß die Produkte
Hormone enthalten, dennoch gibt es "schwarze Schafe", die keine
Hinweise auf diese aktive Substanzen geben. Gemäß einer gesetzlichen
Vorgabe der amerikanischen Gesundheitbehörde FDA werden im Handel
erhältliche Produkte mit hormonell wirksamen Substanzen als Medikamente
eingestuft und benötigen eine Sondergenehmigung.
Haarfärbemittel als mögliche
Ursache von Blasenkrebs?
Eine
insgesamt umfangreiche und sorgfältig angelegte bevölkerungsbezogene
Fall-Kontroll-Studie wurde von 1987 bis 1996 in Kalifornien (USA) an Patienten
und Patientinnen mit Harnblasenkrebs durchgeführt.
Die Studie war ursprünglich zu dem Zweck begonnen worden, einen
Zusammenhang zwischen der Anwendung nichtsteroidaler Antiphlogistika und
dem Auftreten von Blasen- bzw. Nierenkrebs zu ermitteln.
Erst gegen Mitte der Studie (ab1992) wurden Fragen zur Anwendung von
Haarfärbemitteln in den Fragebogen
eingearbeitet. Bei der Auswertung der Fälle konnte zunächst
in keiner Teilstichprobe ein Risiko für dieAnwendung von Haarfärbemitteln
statistisch gesichert werden.
Nach Einschränkung auf die ausschließliche Anwendung oxidativer
(permanenter) Haarfärbemittel ergab
sich, daß das Risiko für Frauen, an Blasenkrebs zu erkranken, mit
der Dauer und Häufigkeit der Anwendung von oxidativen (permanenten)
Haarfarben steigt. Das höchste Risiko aus der Studie ergibt sich
jedoch für die Berufsgruppe der männlichen Friseure.
Welche Substanzen betrifft das Ergebnis dieser Studie?
3 Glycolether - Ethoxyethanol Ethoxyethanol Acetate
2-Methoxyethanol
Diese besitzen ein erhebliches reproduktionstoxisches Potential. Aufgrund
dieses Potentials wurden die Substanzen in der EU-Gefahrstoff-Richtlinie67/548/EG
als "Fortpflanzungsgefährdend Kategorie 2" eingestuft.
Bereits im August 1997 hat COLIPA, der Dachverband der europäischen
Kosmetik-Industrie, eine Empfehlung zumVerzicht auf den Einsatz dieser
Substanzen abgegeben, der sich auch der IndustrieverbandKörperpflege-
und Waschmittel und die anderen nationalen Verbände der Kosmetikherstellerin
der EU angeschlossen haben. Eine Verwendung dieser Substanzen bleibt aber
grundsätzlich möglich.
Quelle: Bundesinstitut für gesundheitlichen
Verbraucherschutz und Veterinärmedizin/Thielallee 88-92 | 14195 Berlin
Henna - Entwarnung!
Henna ist außer in seiner reinen Form auch in vielen
Pflanzentönungen enthalten. Henna stand bisher im Verdacht, Pestizid-
und Schwermetalleinlagererungen zu enthalten, die schwerwiegende Gesundheitsschädigungen
zur Folge haben können. Die Untersuchungen deuteten an, daß der
Henna-Farbstoff Lawson möglicherweise zu zellverändernd wirken
kann und somit krebserregend sei.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat nach
Auswertung einer Reihe von neuen Studien Entwarnung gegeben und Henna
als gefahrlos eingestuft. Die Entwarnung beendet eine dreijährige
wissenschaftliche Diskussion auf EU-Ebene.
Link: Pflanzenfarben und Henna
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