
Procter & Gamble (P&G) wurde 1837 von zwei Europäern gegründet, die in die Vereinigten Staaten ausgewandert waren: William Procter (Foto links), ein Kerzenzieher aus England, und James Gamble (Foto rechts), ein Seifensieder aus Irland.
Jetzt ist der amerikanische Konzern mit Sitz in Cincinatti unter der Leitung von P&G-Konzernchef Alan A. Lafley (Foto unten rechts) der grösste Konsumgüterhersteller weltweit.
Das sonst eher für Waschmittel (Ariel, Dash etc.) und Windeln (z.B. Pampers) bekannte Unternehmen setzt seit langem mehr und mehr auf den Ausbau seiner Haarpflegesparte. Wella, Sebastian und Co machen ca. ein Fünftel vom Gesamtumsatz aus. Auch unter der Leitung von Procter & Gamble ist WELLA immer noch nach L'ORÉAL nur die Nummer 2 weltweit und würde am liebsten den großen Konkurrenten vom Spitzenplatz verdrängen. Bislang hatte Wella einen Marktanteil von ca. 20% - zum Vergleich: Schwarzkopf (Henkel-Tocherunternehmen) 6%.
Übernahmen und Aktienkurs
P & G machte zuletzt oft durch seine spektakulären Aufkäufe und Fusionen Schlagzeilen: Erst der Kauf des U.S.-Haarkosmetikherstellers Clairol (Herbal Essences, Aussie Natural Instincts, Ultress, Loving Care und Infusium), dann die Übernahme des Tierfutter-Unternehmen Iams für 2,05 Milliarden USD und letztendlich 2005 die überraschende Wella-Übernahme .
Wella galt seit jeher als Branchenprimus und war somit eine weitere Perle im Einkaufskorb von Procter & Gamble, die bislang immer Schwächen im Haarpflegesektor hatte. Der P&G-Chef Alan A. Lafley nahm sich viel vor: Wella als eines der führenden Unternehmen fügt sich sehr gut in unsere Strategie ein und unterstreicht die Position von P&G in West- und Osteuropas sowie in Lateinamerika."
Doch es blieb bis heute bei der Schwäche: Auch mit Wella an Bord ging P&G auf rasante Börsen-Talfahrt. Auch der Clairol-Kauf wurde zum Fiasko: Bevor es nach kartellrechtlichen Auseinandersetzungen zum Kauf kam, hatten bereits wichtige Manager in Schlüsselpositionen das Unternehmen verlassen (Quelle: Manager-Magazin). Der Börsen-Tiefstand war Mitte 2008 erreicht. Es ist anzunehmen, daß weitere harte Einsparmaßnahmen in allen Bereichen folgen.
P&G und Gillette
P&G und Frederic Fekkai
Die neueste Übernahme: Am 25.03.2008 gab Procter offiziell die Übernahme der US-amerikanischen Haarpflegemarke bekannt. Die Luxuslinie des Starfriseurs wird in Deutschland z.B. bei DOUGLAS verkauft.
Eiserner Besen: Procter räumt bei WELLA auf
Wie erwartet: Selbst hochprofitable Wella-Tochterfirmen wurden geschlossen oder verkauft
- 2006: KADUS-Werk (Lenzkirch) geschlossen (ca. 280 Arbeitsplätze) und an
die Tiroler Firma Kematen-Cosmetics verkauft - Globalisiert und abgewickelt (ZEIT)
- 2006: Emil Kiessling GmbH (Kosmetik) in Georgensgmünd an Reichardt-Gruppe verkauft....mehr
- 2007 Ondal (Hünfeld, zb " Koleston") an "Heuschrecken-Unternehmen" FINDOS verkauft
- 2007 Tondeo - Verkauf an? ...mehr
Weltweit trennt sich Procter außerdem von diversen Werken in Frankreich, den USA, Mexiko, Korea und Indonesien. In diversen Bereichen baut Procter weltweit bei WELLA 2000 Arbeitsplätze ab. Schritte wie diese wurden von Branchenkennern bereits befürchtet - der neue Wellabesitzer ist bekannt für drastische Globalisierungsmassnahmen und Kosteneinsparung.
Unternehmensdaten: P & G beschäftigt in Deutschland ca. 9000 Mitarbeiter (weltweit über 100.000)
Produkte von P & G:
Head & Shoulders, CIRC (nur USA), Pantene Pro-V, Vidal Sassoon, Actonel, Always + Alldays (Slipeinlagen), Antikal, Ariel, Blend-a-Med (Zahnpasta), Bounty (Küchenpapier) , Dash (Waschmitel), Eukanuba (Tierfutter) , Fairy (Spülmittel) , Febreze (Spray), IAMS, Mr. Proper, Oil of Olaz, Punica, Charmin (Toilettenpapier) , Pampers (Windeln) , Pringles (Chips), Mumm (Deo) , Wick (Hustensaft), Clairol, Herbal Essences, PertRejoy/Rejoice, Nice'n Easy Hydrience, Natural Instincts, Cover Girl, Max Factor, OlaySK-IISecret, Old Spice, Safeguard, Zest, Hugo Boss, Laura Biagotti, Joy, Lacoste, Helmut Lang und Pharmaprodukt Prilosec (Magensäureblocker), Frederic Fekkai
Tierversuche & Umwelt
Tierschützer und Tierrechtler kritisieren das Unternehmen auf Grund von Tierversuchen, die regelmäßig in Auftrag gegeben oder selbst durchgeführt worden sein sollen. Angeprangert werden insbesondere Tierexperimente, die das Unternehmen 2002 für seine Tierfuttersparte durchführen haben lassen soll. In diesen sollen u.A. Hunden (ohne Betäubung) die Stimmbänder durchtrennt worden sein.
Kritik gibt es auch an der Zellstoffbeschaffung von P&G. Für Tempo-Taschentücher und Charmin-Klopapier werden in Brasilien Menschen vertrieben und die Umwelt zerstört. Für die Herstellung dieser Marken kauft Procter&Gamble Eukalyptuszellstoff von Aracruz-Celulose in Brasilien. Aracruz-Celulose nimmt den Menschen in Brasilien das Land und zerstört ihren Lebensraum.
Quelle: Wikipedia
P&G gehört neben L´Oreal und Unilver zu den Unternehmen, die nachweislich zu Forschungszwecken Tierversuche durchführen liessen und heute im Verdacht stehen, umstrittene Tests mit Tieren durchzuführen.