"Besuchen Sie jetzt ihren Wella...Billigfriseur !"
Unsicherheitsfaktor Wella
Spätens nach Wellas Absage der größten deutschen Friseurmesse, der hair & beauty 2008 (Frankfurt), ist auch dem letzten klar geworden: Auf das vor 5 Jahren vom amerikanischen Konsumriesen Procter & Gamble übernommene Unternehmen ist kein Verlaß. Insbesondere die spektakuläre Messe-Absage nur einige Wochen vor Beginn des Events zeigte: Was heute noch "IN" , kann schon morgen schon total "OUT"sein. Was eigentlich nur für Frisurentrends gelten sollte, gilt seit dem immer weiter sinkenden Aktienkurs jetzt wohl auch für die Wella-Unternehmensführung.
Auch Eduard Dörrenberg, Chef der Marke ALCINA bringt es auf den Punkt:"
: "Man muss klar sagen, dass P & G Wella kaputt macht." (Quelle: Pressestatement nach TOP HAIR 2010)
Weitere Beispiele Wella-Onlineshop: Erst gegen Proteste von Friseuren voreilig ins Netz gestellt - heute schon wieder offline (s.u.) Wella-Homepage: Kaum ein Monat vergeht ohne Änderungen im Design - ständig wechselnde Agenturen sind damit beschäftigt, der Wella-Homepage auf die Sprünge zu helfen Wella-Personal: Das Konstante ist der Wechsel - Procter & Gamble ersetzt am laufenden Band ehemalige Wella-Mitarbeiter (s.u.)
Marketing-Masche: Wella´s Färbekurs für 2500 Euro (?!)
Seit Jahren gibt es Farb-Weiterbildungen und Seminare vieler Haarfarben-Hersteller, darunter die branchenweit anerkannte und renommierte Auszeichnung "Diplom-Coloriste" von L´Oreal.
Doch als wenn es keine anderen Farb-Seminare geben würde, hat es der....mehr
Unbezahlbar: Wella veranstaltet eigene "Friseurmesse"
Wer sich immer noch wundert, warum Wella die hair & beauty in Frankfurt (HairWeb berichtete) absagte, weiß spätestens jetzt warum: Wella veranstaltet nämlich Ende Oktober 2008 seine eigene, kleine "Friseurmesse". Wella
sagt selbst, daß sich ihre eintägige Hausmesse hair@work von einer "echten" Friseurmesse einzig dadurch unterscheidet, daß ihre Veranstaltung "komprimierter" ist.
Doch es gibt noch einen weiteren, großen Unterschied:
Im Gegensatz zum Tief der Wella/P&G-Aktien an der Börse erreichen die Eintrittpreise ungeahnte Höhen: Während das Ticket für eine reguläre Friseurmesse (z.B. TOPHAIR) mit allen Workshops maximal 50 Euro kostet, verlangt Wella sogarvon seinen eigenen Salonpartnern sagenhafte189,21 EURO - in Worten einhundertneunundachtzigundeinundzwanzig. Wer es nicht glaubt, bitte hier klicken
Bei Wella´s hair@work sind natürlich wieder alle dabei, die sich dem amerikanischen Konsumriesen Procter & Gamble und Wella in ganz besonderer Weise verbunden fühlen: BrockmannundKnoedler, Frank Brormann, BUNDY BUNDY aus Österreich, ICD-Präsident Markus Herrmann, kuhn the school aus der Schweiz, Markus Salm, TRIO hair & company, Jana Eichler, Murat Karadavut, Holger Maas, Jesus Sanchez, Dirk Savelsberg, Alexander Seidel, Color Off Limits Team und Pivot Point.
Amerikaner übernahmen Wella
Für einen Kaufpreis von 6,5 Milliarden EUR kaufte 2003 Procter & Gamble das Familienunternehmen WELLA, deren Eignerfamilie (s.u.) des Firmengründers Ströher sich bislang stets gegen eine Übernahme gewehrt hatten. Durch die Mega-Fusion wollte P&G den Konkurrenzdruck insbesondere auf L´Oreal weiter verstärken.
Heute ist der neustrukturierte Wella-Konzern unter der Leitung von Procter & Gamble jetzt nach L'ORÉAL der zweitgrößte Anbieter weltweit und möchte den großen Konkurrenten L'ORÉAL vom Spitzenplatz verdrängen. Bislang hatte Wella einen Marktanteil von 20% - zum Vergleich: Schwarzkopf (Henkel-Tocherunternehmen) 6%.
Wella´s Welt: Vorstand & Management
Bäumchen wechsle dich
Der "alte" Wella Vorstandsprecher Heiner Gürtler (63) wurde zunächst nach der Übernahme durch P&G erneut den Vorstand berufen. Im Zuge der Übernahmewirren durch P&G wurde er, wie alle anderen ausgetauscht. Sein Nachfolger wurde der 60jährige Alfred Krämer (Foto rechts), der früher Personalvorstand bei Wella war und nun die Finanzen betreut. Außerdem im Wella-Vorstand: Klaus Sattler (Personal und Arbeitsdirektor Wella), Thomas Clausen (Wella Forschung & Entwicklung, Wella Supply Chain) und Carolyn Tastad (Kosmetik & Duft). Der langjährig für die Friseursparte zuständige Michael Uebbing verließ im Sommer 2007 das Unternehmen und fand einen neuen Job bei einer Friseurbedarfsfirma in NRW (KMS).
Update 08/2008 :
Außer Herrn Sattler und Frau Tastad schon wieder alle ersetzt
Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen
Jeff Davis, Friseur (eigentlich ehemaliger P&G Pharmaceuticals Manager)
Thomas Pfeffer
, Personal und Arbeitsdirektor P&G/Gillette (D/A/CH)
Klaus Sattler,
Personal und Arbeitsdirektor Wella
Heinz-Joachim
Schultner, Finanzen
Carolyn Tastad,
Kosmetik & Duft
Pirjo Väliaho,
P&G/Gillette (D/A/CH)
Eiserner Besen: Procter räumt bei WELLA auf
Wie erwartet: Selbst hochprofitable Wella-Tochterfirmen wurden geschlossen oder verkauft
Im Wella-Quartalsbericht 2007 heißt es: "Der an den Mutterkonzern Procter & Gamble abgeführte Gewinn betrug 202 Mio. E (Vorjahr 418 Mio. E). " (Quelle)
Wella-Marken
Koleston
Perfect, Colourtouch, Sebastian, Graham, Webb, Kadus, Londa, Kiessling,
Nicky Clarke, Daniel Galvin, Ultra Sheen, Gentle Treatment, Gucci,
Rochas, Escada, Dunhill, Montblanc, Il Coloniali, Yardley of London
(GB), Muelhens, Tony & Tina (USA), Atkinsons (Italien), Decoré (Australien),
Escada Beauté (Frankreich), Graham Webb (USA), Max Mara
(Italien), PPS Hairwear (Australien)
Wella expandierte bis zuletzt ...
Noch
im letzten Wella-Jahr übernahm die Wella-Tochterfirma Cosmopolitan
Cosmetics (z.B. Anna Sui) von einer Unilever-Tochter in Italien
die Kosmetikfirma Atkinsons (Mailand) mitsamt Markenrechten zum
Kaufpreis von 44 Millionen Euro. Die Wella-Tochter hat noch 2003 einen Umsatz von 642 Mio. Euro gehabt, ca. 20% des gesamten
Konzernumsatzes. Cosmopolitan Cosmetics (u.a. Tina & Tony)
umfasst die Duft- und Kosmetikgeschäfte von Wella. Dazu gehören
Dunhill, Escada, Gucci Parfums oder Gabriela Sabatini.
Verantwortlich für Onlineauftritte (z.B. "Friseurportal") ist momentan die Agentur Sinngemaess (Frankfurt).
Die Seite "Wella Professionals" wurde von der DOM Digital Online Media GmbH erstellt.
Völlig rätselhaft hingegen ist, wo man den "Wella Professionals Basic Haishop" findet. Diesen will die Firma Tixelmedia entworfen haben und gab ihn auf ihrer Homepage als eine ihrer Hauptreferenzen an. Ob damit der bereits geschlossene Wella-Online-Shop gemeint ist?
Wella-Online-Shop geschlossen
Ab sofort verkauft Wella keine Produkte mehr im eigenen Online-Shop. Der erst 2006 eigens dafür eigerichtete Internet-Shop wurde geschlossen und der Online-Verkauf von Wella-Produkten und auch vormals "friseurexklusiven" Produkten komplett eingestellt. Der Haarkosmetiksteller hatte 2006 trotz (stillen) Protestes vieler Wella-Friseure eine zusätzliche Shop-Website (wellashop) eröffnet, um dort die komplette Wella-Produktpalette (u.a. auch System Professional, Farben, Zubehör und Kleingeräte) in Eigenregie an die Endverbraucher zu verkaufen (HairWeb berichtete).
Wella betont zwar nach Schließung des eigenen Shops die angebliche "Friseurexklusivität" der Wella-Salonprodukte (siehe hier) .
Die Realtität sieht jedoch komplett anders aus: Profi-Produkte wie SP werden über Deutschlands bekannteste Parfümerie-Kette Douglas und mittlerweile auch bei Schlecker verkauft.
Wella & Hairkiller: Sollen jetzt alle zu Hairkillern werden?
Wella bewirbt neuerdings noch intensiver für Billigfriseure. Wella´s Favorit ist jetzt der Billigdiscounter hairkiller., bei dem zuletzt sogar ein Ex-Wella-Mitarbeiter einstieg. (siehe HairWeb-Report). Es scheint alles so einfach: Per Massen-Newsletter wird allen Wella-Friseuren gerade der Kauf von spottbilligen Franchise-Lizenzen des 13-Euro-Friseurs hairkiller. empfohlen. Wella bietet sogar höherpreisigen Edel-Salons den Kauf einer oder gleich mehrerer Hairkiller-Lizenzen an, damit sie sich auch noch schnell im umkämpften Billigsegment platzieren können.
Hinter der scheinbar "billigen Masche" steckt natürlich mehr: Bei vergleichsweise geringen Lizenzgebühren (ca. 3500 + 300 monatl.) wird bei anderen Kosten ordentlich zugelangt, denn alle Hairkiller-Salons müssen etliche Vorgaben erfüllen. Die Salonausstattung kommt natürlich von Wellas Salonsausstatter WELONDA. Die Salonsoftware kommt von ECS (Wella-Kassensystem) und die Produkte werden selbstverständlich auch von Wella geliefert. Wer bisher nur seine Saloneinrichtung bei einem Shampoohersteller orderte und Erfahrung mit (Knebel-)Verträgen hat, kann sich vorstellen, wie das aussieht, wenn alles bis zur letzten Haarklammer von einem Anbieter kommen muss.
Was von manchen Franchise-Discountern zu halten ist, kann man kurioserweise sogar bei Wella selbst nachlesen. Das Posting im Forum des "Wella-Friseurportals" sagt eigentlich alles aus >>> zum Eintrag
Im August 2006 erschien außerdem auf dem hauseigenen "Friseur-Portal" von Wella eine großformatige Reportage auf der Startseite mit dem heissen Tipp für Existenzgründer. Bei der empfohlenen Kette handelt es sich damals noch um den Billig-Filialisten "CUTMAN", bei dem möglicherweise nicht nur die Preise im unteren Bereich anzusiedeln sind (siehe Portrait). Wella bezeichnet den Berliner Billigfriseur als "Superheld im Friseurgeschäft" (siehe Screenshot rechts).
Don't Go Shopping for Hair-Care Products Without Me (englisch)
Das von der Haarkosmetik-Industrie wohl am meisten gefürchtete Buch erschien kürzlich in 3. Auflage (über 2,5 Millionen verkaufter Exemplare).
Über 4.000 haarkosmetische Produkte aller Marken von Aveda bis Zero Frizz. Man erfährt alles über Inhaltsstoffe, Anwendung und Wirkung. Übrigens: Der 706 Seiten starke Ratgeber ist auch für die HairWeb-Redaktion ein unentbehrlicher Ratgeber ...mehr