Ullrichs Welt: "Ich würde alles nochmal so machen"
Das sagte Jan Ullrich bei seiner wohl letzten Pressekonferenz, bei der er auch seinen endgültigen Rücktritt vom Profiradsport bekanntgab. Ohne auch nur ein Wort zur Aufkärung des Dopingskandals (Bericht) beizutragen, beschimpfte er die Presse und auch scheinbare Freunde wie "Schulterklopfer" Rudolf Scharping.
Ullrich kam somit dem noch austehenden DNA-Vergleichstest zuvor, dessen positiver Ausgang seine Karriere sowieso zwangsweise beendet hätte. Der unfreiwillige Rad-Rentner wird in seinem frühen Ruhestand zunächst eine Beratertätigkeit für einen zweitklassigen östereichischen Radverein übernehmen.
Der Rennstall und Sponsor von Deutschlands erfolgreichstem Radrennfahrer, Team Telekom, hatte am 30.06.06 (nur einen Tag vor der 93. Tour de France) verkündet, daß ihr Spitzenfahrer Jan Ullrich nicht an den Start gehen wird. Auf der Internetseite von T-Mobile wurde folgendes veröffentlicht: "Im Zuge der Ermittlungen in der spanischen Radsport-Dopingaffäre liegen dem Bonner T-Mobile Team neue Erkenntnisse vor, die begründete Zweifel an den bislang geäußerten Unschuldsbeteuerungen von Jan Ullrich, Oscar Sevilla und Rudy Pevenage aufkommen lassen." ...mehr
Der deutsche Radrennstar zeigte im Vorfeld der Tour de France ungekannte Lässigkeit: Mit modischer Lockenfrisur (siehe Foto) wollte er das wichtigste Radrennen der Welt mit weniger Hüftspeck, eisernem Willen und ohne Lance Armstrong (siehe unten) zum zweiten Mal gewinnen.
 2005, sechs Jahre nach seinem letzten Tourgewinn (97), konnte er den Rekorgewinner und Hauptkonkurrenten Lance Armstrong nicht schlagen.
Immerhin belegte Jan Ullrich (31) bei der Tour de France 2005 nach Gewinner Lance Armstrong und dem Zweitplatzierten Ivan Basso den 3. Podiumsplatz. Der deutsche Radrennfahrer startete schlecht wie noch nie.
Beim ersten Einzel-Zeitfahren handelte er sich gleich mehr als eine Minute Rückstand auf seinen grössten Konkurrenten Armstrong ein. Der eine Minute später gestartete "Tour-Roboter" aus den USA verpasste Ullrich die Höchststrafe und überholte ihn mit überraschender Leichtigkeit.
Vielleicht der Grund: Genau einen Tag vor dem Start der Tour hatte Ullrich einen schweren Trainingsunfall.
Er fiel in in die Heckscheibe des abbremsenden Teamwagens.
Danach ein erneuter Sturz bei der 3. Etappe. Mannschaftsarzt Heinrich entwarnte:
Ullrichs Wunden mußten glücklicherweise nicht genäht werden und es handelt sich nur um Prellungen.
Seine"haarigste" Etappe
Getreu dem Motto seines Buches "Ganz oder gar nicht" (Cover rechts) hat sich der Radstar nach elf Jahren von seiner Freundin Gaby (33) getrennt.
Für die gemeinsame Tochter Sarah (1), die mit ihrer Mutter bereits aus dem Haus in der Schweiz ausgezogen sei, wolle er weiter sorgen.
Neue Freundin?
Gerüchte um eine angebliche neue Freundin, die Physiotherapeutin Ullrichs Birgit Krohme, dementiert der Radsportler auf seiner Website. Kein Wunder, denn laut "BamS" heißt die "Neue", Sara (28) und ist die jüngere Schwester seines Trainingspartners Tobias Steinhauser.
Ullrich sagte in dem Sonntagsblatt: "Unsere Gefühle sind noch sehr jung, aber wir hoffen beide, daß sich daraus eine ernsthafte Beziehung für´s ganze Leben entwickelt."
Sara ist übrigens Marketing-Expertin des Ski-Herstellers Elan.
Die Tour
Der gebürtige Rostocker ging 1997 als 23-Jähriger mit dem ersten Sieg eines deutschen Radprofis bei der Tour de France in die Geschichte des Radsports ein. In den letzten Jahren belegte Ulrich bei der "Tour" stets einen Platz hinter dem Amerikaner Lance Armstrong. Bei der diesjährigen TdF vergab Jan Ullrich die wohl letzte Chance, den Rekordgewinnner aus den USA zu schlagen. Armstrong wird danach seine Karriere beenden.
Ullrichs Team - Tour ohne Zabel
Alexander Winokourow (Kasachstan), Andreas Klöden, Stephan Schreck, Oscar Sevilla (Spanien), Matthias Kessler, Tobias Steinhauser sowie Giuseppe Guerini und Daniele Nardello (beide Italien) werde Jan Ulrich bei der Tour begleiten. Nicht dabei: Ullrichs langjähriger Weggefährte, der Sprinter Erik Zabel. Das Team Telekom verzichtet 2005 auf den Spitzenfahrer, der an der Tour von 1994 bis 2004 ununterbrochen teilnahm. Er gewann dabei 12 Etappen
(deutscher Rekord) und holte sechsmal das Grüne Trikot
des besten Sprinters.
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