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Tarifentgelte im bayerischen Friseurhandwerk steigen zum 1. Mai 2011
(Handwerkermarkt)
Bayern: Niedriglohn per Tarif
Alle in Deutschland geltenden Tariflöhne für Friseurgesellen liegen unter 10,36 EURO. In Sachsen sind es nur 3, 50 EURO pro Stunde. Sogar in Bayern und Baden-Württemberg, wo die höchsten Tarifabschlüsse im Friseurhandwerk gemacht wurden, liegt der Tariflohn für einen Gesellen mit 7,62 EURO weit unterhalb der Niedriglohnmarke. Selbst der Tariflohn für Friseure in leitender Funktion (Bayern) liegt mit 11,81 Euro nur etwas mehr als einen Euro über dem Niedriglohnsatz.
Kurios: Regelmässig verkaufen Innungen diese Art von Abschlüssen als "Tariferfolg".
Quelle der Zahlen: Statistisches Bundesamt in Berlin, LIV Bayern
Mehr Tariflohn seit 11/ 07 und neue Leistungszulage
Dank eines neuen Tarifabschlusses des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks mit der Gewerkschaft ver.di erhalten Mitarbeiter im bayerischen Friseurhandwerk seit November 2007 mehr Lohn. Damit erfüllt der Verband die bundesweite Forderungen von ver.di und HairWeb.de nach einem Mindestlohn von 7,50 EURO und legt sogar noch etwas drauf: Alle Gesellen ab dem zweiten Berufsjahr verdienen jetzt mindestens 7,66 Euro pro Stunde (vorher 6,06). Für Friseurmeister in verantwortlicher Stellung sieht der neue Tarifvertrag einen Stundenlohn ab 11,02 Euro vor.
Erstmals enthält der Tarifvertrag auch eine Regelung zu leistungsbezogenen Lohn. Leistungsstarken Mitarbeiter haben bei entsprechenden Umsätzen Verdienstmöglichkeiten, die deutlich über ihrer Basislohngruppe liegen. Interessenten erhalten vom Landesinnungsverband ein Berechnungsmodell (siehe Link). Der Tarifvertrag trat zum 1. November 2007 in Kraft und hat eine Laufzeit von 14 Monaten. Quelle: Landesinnungsverband byaerisches Friseurhandwerk.
Kurios: Weil der neue bayerische Abschluss "zufälligerweise" genau ein paar Cent über der auch von HairWeb unterstützten Mindestlohnforderung von 7,50 liegt, erklärt der Präsident des Zentralverbandes des deutschen Friseurhandwerks, Andreas Popp, einen bundesweiten Mindestlohn weiterhin für überflüssig. Er befürwortet somit Hungerlöhne z.B. für Friseure in Sachsen, die zum Teil noch nicht einmal die Hälfte verdienen. |