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HairWeb berichtet über Friseurketten: Preise, Bewertungen, Kritik, Konzepte + Mitarbeiter
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  • C&M Company im Dauerfeuer der Presse

    Die Billigkette C&M Company mit Sitz in Hamburg anfangs mit der Kampfansage "Alles für 10 Euro" angetreten. Dieses gilt jedoch wie bei den meisten Billigfriseuren mittlerweile nur noch stark eingeschränkt. Für mittlerweile "11 Euro" gibt´s nur einfachste Dienstleistungen wie Schneiden oder Standardfarbe (Preise siehe unten) und das auch nur bei bis zu mittellangem Haar (bis 20cm). Um bei C&M bedient zu werden, muss man wie bei der Arge eine Marke ziehen. Termine werden nicht vergeben.

    "Ein Unding, mit guten Leuten so umzugehen."

    Das Westfalen-Blatt schreibt im Januar 2011: " Philipp Gehner (26) macht ernst: Der Juniorchef des Bielefelder Traditionsfigaros h-dresser stellt fünf gefeuerte Mitarbeiter der bundesweiten Friseurkette C&M ein, eröffnet sogar extra einen neuen Salon in Heepen. Gehner ist stinksauer auf den Filialfriseur: »Ein Unding, mit guten Leuten so umzugehen." . " ...hier weiterlesen

    Kieler Nachrichten: Friseure schneiden am Limit

    Die KN schreiben im Dezember 2011: "Der Discounter betreibt alleine in Kiel sieben Filialen und wirbt mit Kampfpreisen von elf Euro. Doch als Regina K. kürzlich erfuhr, unter welchen Arbeitsbedingungen die Mitarbeiter dort schneiden müssen, war sie entsetzt: „Die mussten plötzlich alle ganz unfaire Knebelverträge unterzeichnen.“ Wer nicht unterzeichnete, wurde „verhaltensbedingt gekündigt“. " ...hier weiterlesen

    Stern: 11-Euro-Preis zu Lasten der Mitarbeiter

    Der Stern schreibt im Dezember 2011: "Nach dem Urteil des renommierten Arbeitsrechtlers Peter Schüren von der Universität Münster verstoßen die zentralen Regelungen über Arbeitszeit und Lohn gegen das Arbeitsrecht oder tarifliche Bestimmungen" ...hier weiterlesen

     

    So beurteilen Kunden die Arbeit des angeblich so "hervorragend ausgebildeten C&M-Personals" (Werbeaussage auf der C&M-Homepage):

    Kundenbewertung 1 (Qype):    "...nicht nur der Preis ist billig"
    Kundenbewertung 2 (Qype):    "...unfassbar inkompetent"
    Kundenbewertung 3 (Qype):    "...ob die überhaupt eine Frisörausbildung haben! "
    Kundenbewertung 4 (Qype):    "...schlechte Laune wegen Arbeitsbedingungen"
    Kundenbewertung 5 (Qype):    "... finger weg"
    Kundenbewertung 6 (Qype):    "...die damen sollten sich erstmal selbst frisieren"
    Kundenbewertung 7 (Qype):    "....wie nervig ist das denn bitte schön ?"
    Hinweis: Es gibt viele weitere Bewertungen dieser Art. Neben den oben aufgeführten negativen Bewertungen gibt es auch ein paar gute Beurteilungen, die jedoch vorwiegend von Männerkunden stammen.

    Die meisten C&M-Filialen befinden sich in Hamburg und Schleswig-Holstein (Standortbeispiele siehe unten). Seit 2006 wollen die C&M-Inhaber, der laut Impressum diplomierte Sozialökonom Andrés Cercós und Brigitte Maaß, auch eine Coffee-Shop-Kette gleichen Namens gründen. Es gibt bereits eine Filiale in Henstedt-Ulzburg. Gleich nebenan, im C&M-Friseursalon gab es übrigens 2006 eine Demonstration der WSAG und der Linkspartei gegen umstrittene Arbeitsbedingungen der Kette.

    C&M liegt mal wieder falsch

    C&M Company begründet übrigens seine teilweise niedrigen Bedienpreise mit dem "Preiswucher" der klassischen Salons in Deutschland. Wortwörtlich heisst es dazu auf der C&M-Website: "Eine Vielzahl von Friseuren in Deutschland berechnet ihren Kunden völlig überhöhte Preis, die man selbst in London, Paris und New York nicht findet, und zwar aufgrund der eigenen Auslastungsprobleme. Man versucht, mit den wenigen Kunden noch ausreichend Umsatz zu realisieren."

    Anmerkung der HairWeb-Red.: In London und New York kostet ein Haarschnitt (Wa/Schn/Fö) bei einem namhaften Friseur zwischen 100 und 200 Euro (Starfriseure ab 300 EUR). In Deutschland werden diese Preise, mal abgesehen von einigen wenigen Starfriseuren, nie erreicht. Deutschland liegt nach Recherchen von HairWeb.org europaweit mit den Friseur -Bedienpreisen am unteren Ende der Preisskala (ohne Ost-Länder).

    Mitarbeiter bei CM - abgezockt und schlecht bezahlt?

    Nicht unüblich für die Branche der Sparfriseure: Bei der C&M Company sollen wohl nicht nur die Preise, sondern insbesondere auch das Personal unter Druck gesetzt worden sein. Bei den Mitarbeitern sind eines Berichts im ZDF zufolge zu hohe Unsatzziele gesteckt, arbeitsvertragsmässige Pausen nicht eingehalten und Krankschreibungen auf Druck der Geschäftsleitung in Urlaub umgewandelt worden. Die Gewerkschaft "verdi" berichtet außerdem von Nichteinhaltung der Tarifverträge.

     

    Mindestumsatz sonst Kündigung

    Ein Schlaglicht auf die Zustände im Friseurhandwerk wirft ein Bericht im Hamburger Abendblatt. Der Zeitung liegt nach eigenen Angaben ein Arbeitsvertrag der Friseurkette C & M Company vor, die in ganz Deutschland 70 Filialen betreibt. In dem Vertrag heißt es unter Paragraf 2: "Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, einen täglichen Umsatz von 200 Euro als Mindestarbeitsleistung zu erbringen (Arbeitspflicht). Wird an einzelnen Arbeitstagen dieser Umsatz von 200 Euro nicht erbracht, so ist der Arbeitnehmer seiner Arbeitspflicht an diesem Tag nicht nachgekommen." Weiter heißt es in dem Vertrag: "Die Unterschreitung der Umsatzgrenze von 200 Euro an einem Arbeitstag ist ein verhaltensbedingter Kündigungsgrund."

    Quelle: Verdi

    Hinweis: HairWeb hat Kontakt zu einigen C&M-Mitarbeitern und betont daher der Gerechtigkeit halber, daß es auch C&M-Mitarbeiter gibt, die mit den Arbeitsbedingungen in ihrer Filiale zufrieden sind. Es gibt neben den oben aufgeführten negativen Bewertungen auch ein paar gute Beurteilungen, die jedoch vorwiegend von Männerkunden stammen.

    Foto unten:
    "C&M Kundenstopper" in Oldenburg (City)
    mit Lockangebot:   "Alles 11 Euro"
    Im Salon kann es erheblich teurer werden...











    Preise: Von wegen ab 11 Euro

    Schneiden, Standardfarbe, bis zu 10 Folien-Strähnen kosten 11 EURO.
    Standard-Dauerwelle etc. kostet 11 Euro bei bis zu mittellangen Haaren und 22 Euro bei längeren.

    Andere Dienstleistungen schlagen wie folgt zu Buche:


    Dauerwelle JOICO American Care Perm                      100,- Euro
    Pflegetönung                                                                       15-28 Euro
    Saure Dauerwelle                                                               25 - 35 Euro
    Foliensträhnen ab 11 Stück (berechnet max. 30 St.)    1,10 .- pro Folie
    Pflege Conditioner (Spülung oder Sprühkur)                 2,-
    Pflegekur (Einwirkkur)                                                         6,-

    Kurios: Eine etwas hochwertigere Dauerwelle (Joico) ist laut C&M-Preisliste 100 EURO ca. 30 Euro teurer als beim Münchener Promifriseur Lippert´s.

     

    Standorte

    Hamburg

    Eppendorfer Landstraße 59 20249 Hamburg
    Wandsbeker Marktstraße 103-107 22041 Hamburg
    Hamburger Str. 116c 22083 Hamburg
    Scheidingweg 18 22179 Hamburg
    Barmbeker Str. 17/19 22303 Hamburg
    Greifenberger Str. 61 22147 Hamburg
    Jungfernstieg 50 20354 Hamburg
    Alte Holstenstr. 76 21029 Hamburg
    Osterstr. 133e 20255 Hamburg
    Höhlertwiete 2 21075 Hamburg
    Lohkampstr. 7-9 22523 Hamburg
    Saseler Markt 6 22393 Hamburg
    Moorstr. 21 21073 Hamburg
    Grosse Johannisstr. 13 20457 Hamburg
    Waitzstr. 1c 22607 Hamburg
    Wandsbeker Marktstr. 111 22041 Hamburg
    Möllner Landstraße 43 22111 Hamburg  

    Schleswig-Holstein

    Kiel (4x), Lübeck, Scheswig, Plön und weitere Städte

    Bayern

    München (Einsteinstraße 100), Nürnberg, Regensburg, Aschaffenburg und andere

    Baden-Württemberg

    Stuttgart (2x), Karlsruhe, Baden-Baden, Mannheim und weitere Standorte meist im nördlichen Teil

    Niedersachen

    Hannover (3x) und weitere Standorte im östlichen Teil NDS

    Nordrhein-Westfalen

    Lemgo, Detmold, Minden

    Hessen

    Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Hanau, Rüsselsheim, Wiesbaden

    Neue Filialen ab 2010

    | Garmisch-Partenkirchen Ludwigstraße 69/71 82467 Garmisch-Partenkirchen Ab 25.06.2010 | Karlsruhe Waldstraße 12 76133 Karlsruhe Ab 11.05.2010 | Lippstadt Geiststraße 4 59555 Lippstadt Ab 06.08.2010 | Mannheim D3, 1-5 68159 Mannheim Ab 18.06.2010 | Nürnberg Bayreuther Straße Bayreuther Straße 26a 90489 Nürnberg Ab 02.07.2010 | Nürnberg Pillenreuther Straße Pillenreuther Straße 157 90459 Nürnberg Ab 11.05.2010 | Osterholz-Scharmbeck Bahnhofstraße 97 27711 Osterholz-Scharmbeck Ab 07.05.2010 | Passau Große Klingergasse 13-15 94032 Passau Ab 11.06.2010 | Stuttgart Breite Straße Breite Straße 4 70173 Stuttgart Ab 05.05.2010 | Stuttgart Ludwigsburger Straße Ludwigsburger Straße 133 70435 Stuttgart Ab 04.06.2010 | Stuttgart Marienstraße Marienstraße 28 70178 Stuttgart Ab 07.05.2010 | Stuttgart Stuttgarter Straße Stuttgarter Straße 105 70469 Stuttgart Ab 11.06.2010 |

    (Stand: 05/07 - keine Gewähr)








    "System" Billigfriseure: Abzocke, Angst und Anklagen

    HairWeb recherchiert und berichtet seit über 5 Jahren über die Machenschaften der umstrittenen Discountfriseure und ist bestens informiert: Viele Betroffene schrieben unzählige verzweifelte eMails und berichteten von geradezu haarsträubenden Zuständen in den 5 bis 12-Euro-Salons (siehe auch "Mitarbeiter" unten). Daraus und aus anderen Recherchen ergibt sich ein erschreckendes Bild von moderner Sklaventreiberei, Gier und Ausbeutung. Das wirklich Schlimme daran ist jedoch: Das menschenverachtende System, deren Umsätze zum Teil auf Staatskosten gemacht werden (Vollzeit + Hartz4), wird immer noch von vielen ignoriert. Nicht zuletzt sind es auch manche Kunden, denen egal ist, was wirklich hinter den Dumping-Angeboten steckt.

    Aber es bewegt sich was: Immer mehr Billigfriseuren bleiben die Kunden weg: Einige Ketten (s.o.) gingen bereits in die Insolvenz, andere müssen immer mehr Filialen schliessen. Miarbeiter gehen an die Öffentlichkeit und vor kurzem wurden sogar erste Keten-Manager verurteilt (Klier). Selbst manche Friseurinnungen, die lange vehement einen fairen Mindestlohn blockierten, erkennen, daß das der falsche Weg war und kritisieren jetzt vermehrt Mißstände. Wir bleiben dran...

     

    Die Preise

    Auch bei den Preisen wird abgezockt und getrickst: Hiess es noch draußen am Schaufenster "Alles XX EURO!" (siehe Foto) erfährt man dann drinnen von "Langhaarzuschlägen", begrenzter Strähnen-Anzahl, doppelter Abrechnung bei zwei Haarfarben und vielen Einschränkungen und "Sternchen". Streit an der Kasse ist vorprogrammiert. Für Zusatzdienstleistungen müssen oft am Ende erhebliche Aufschläge bezahlt werden, daß fast jeder normale Friseur um die Ecke preislich mithalten kann.

    Um dem enormen Preisdruck standzuhalten stellen viele Billigketten mittlerweile praktisch jeden ein und lassen sie teilweise ohne jede Ausbildung oder bestenfalls mit einem Schnell-Kurs arbeiten. Gegenüber dem Kunden nennen sich die berufsfremden Angestellten einfach "Stylisten", denn die Berufsbezeichnung "Friseur" ist gesetzlich geschützt und erfordet drei Jahre Ausbildung.


    Die Kunden

    Eine Botschaft vorweg: Kein ehrlicher, fair zahlender Salon kann einen guten Haarschnitt unter 15 EURO anbieten. Wer billiger ist, kann dies in der Friseurbranche nur mit Lohndumping + Ausbeutung erreichen. Leider wissen das manche Kunden nicht oder es ist ihnen sogar egal: Sie vermuten: Ok, wer beim Discounter arbeitet, der verdient eben nicht so viel. Wird schon nicht schlimmer sein als bei Rossmann, DM oder Aldi. Auch wenn die Mitarbeiter oft schlecht gelaunt und etwas wortkarg sind, Hauptsache die Haare sitzen. Gibt man eben etwas Trinkgeld und alles ist in Ordnung. Kaum ein Kunde kann sich jedoch vorstellen, wie wenig diese Friseure tatsächlich verdienen (teilweise 1,50 Euro pro Stunde) und unter welchem enormen Druck sie arbeiten. Nicht selten werden sie von der Geschäftsführung massiv bedroht und eingeschüchtert. Dazu unten mehr unter "Mitarbeiter".

    Statistiken zeigen, daß insbesondere viele Männer keine Skrupel haben, zum Billigfriseur zugehen. Auch Studenten, Schüler, junge Kunden und immer mehr Rentner, die aus finanziellen Gründen nie einen "normalen Friseursalon" betreten würden stolpern desöfteren blauäugig in einen Billigsalon. Dabei kommt es manchmal zu kuriosen Zusammentreffen. Beispielsweise eine Rentnerin, die mit ihrem Mann bei einem Hamburger Billigfriseur war sagte: " Die "poppige" Musik sei etwas störend, "aber für den Preis geht das schon". (Quelle: Spiegel-Reportage )

    Link: hr.video: Tarifverstösse und ignorante Kunden


    Die Beschwerden

    Sicher gibt es auch bei Billigketten vereinzelt Mitarbeiter, die ihr Handwerk verstehen. Doch wer sich die Umfrageergebnisse (rechts) oder Kunden-Beurteilungen ansieht, erkennt, daß Pfusch in Billigketten an der Tagesordnung ist. Die schlechten Leistungen sind auch eine direkte Folge des schlechten Arbeitsklimas, denn Billigketten-Mitarbeiter stehen durch Drohungen der Geschäftsleitung (siehe unten), (unbezahlten) Überstunden und extrem hohen Umsatzvorgaben unter extremem Druck

    In der Folge bieten immer mehr klassische Salons die "Reparatur" von verpfuschten Schnitten an, siehe z. B.  Hairline Coesfeld oder Salon Schnittpunkt Heidelberg .

    Siehe auch Link: "Schmerzensgeld: Haare weg nach Strähnen bei Friseurkette"

    Wer sich beschweren bzw. andere Kunden warnen möchte:  Qype.de, Google-Maps, Ciao.de oder Doyoo.de

    Die Mitarbeiter

    Du arbeitest für eine Billigkette? Alle Infos für Mitarbeiter siehe unten


    Die Manager / Betreiber

    Falls nichts dazwischenkommt, sollten sie den Bericht hier sehr aufmerksam lesen. Wir bleiben dran.



    Der Staat

    In der ehemaligen DDR (Stasi) und auch schon früher funktionierte es in Deutschland bestens: Die scheinbar typisch deutsche Tradition der "Bespitzelung, Bedrohung und Einschüchterung " wird heute insbesondere durch Discount-Ketten weitergeführt. Weitgehend unsichtbar und unbeachtet von der Öffentlichkeit werden Mitarbeiter systematisch unter Druck gesetzt, bedroht, eingeschüchtert und mundtot gemacht. Der Staat unterstützt seit vielen Jahren Geringverdiener mit Hartz4-Geldern. Billigketten nutzen dies rigoros und systematisch aus und zahlen ihren Angestellten oft Minilöhne von zum Teil nur ca. 1,50 Euro pro Stunde (NRW siehe Link). Die Löhne werden absichtlich niedrig kalkuliert oder nur ein Teilzeitjob angeboten um den Mitarbeiter dann zur "Aufstockung" zur Arbeitsagentur zu schicken. Hier holen sich dann selbst Vollzeitkräfte das fehlende Geld durch staatliche HartzIV-Unterstützung aus Steuergeldern.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel duldet diesen Skandal bis heute und zwingt somit selbst vollzeitarbeitende Friseure, um staatliche Zulagen zu betteln. Einen einheitlichen Mindestlohn für Friseure lehnt die Kanzlerin, die selbst gern den Berliner Promi-Coiffeur Udo Walz aufsucht, bis heute vehement ab.


    Die Innungen

    Auch wenn sich neuerdings der ein oder andere Obermeister mit verhaltener Kritik in die Medien wagt: Friseur-Innungen wollten jahrelang von dem Problem nichts wissen. Kein Wunder, sie verdienen fleissig mit an jeder Billigketten-Filiale (Beiträge, Seminare etc.). Die jahrelange Ablehnung von Mindestlöhnen und Duldung der Zustände macht sie zu "Komplizen" der Billigketten. Auch die Handwerkskammern bleiben weitgehend untätig - Hinweise auf Mißstände (z.B. Lohn, Meisterwang etc.) werden zwar scheinbar interessiert aufgenommen jedoch nicht weitergeleitet und damit ignoriert. Nur eine Anzeige beim Zoll (siehe unten) erwirkt eine Überprüfung.

    Die Industrie

    Nach außen nutzen sie das Image und Können klassischer Friseure. Aus reiner Profitgier unterstützen viele große Shampoo-Hersteller jedoch die umstritteneBilligketten nach Kräften. Einer der Chefs von Hairkiller ist z.B. ein Ex-Wella-Manager. Einige Ketten wurden von Wella tatkräftig unterstützt, beworben und beliefert, z.b. Cutman und Hairkiller.

    Link: Video - Hairkiller empfiehlt Wella Professional


    Die Medien

    Einige zeigten großes Interesse an der Berichterstattung über staatlich geförderte Dumpinglöhne und Ausbeutung im Friseurhandwerk. Danke dafür! Leider fehlten zuweilen genügend aussagewilige Mitarbeiter. Sie waren meist so verschüchtert durch den Druck und das System "Angst", daß sich viele am Ende nicht trauten.

    Einzelne Friseurketten öffentlich an den Pranger zu stellen, trauten sich bisher nur wenige Medien. Das änderte sich, als 2011 Manager der Friseurkette Klier vor Gericht standen bzw. verurteilt wurden.

    In einer TV-Reportage von SAT1 (12/2009) sollte eine Reporterin testen, ob Billigketten ungelernte Kräfte einstellen. Sie erwähnte im Bewerbungsgespräch ausdrücklich, daß sie den Beruf NICHT erlernt hat. Sie mußte zum Probearbeiten und wurde direkt ohne Aufsicht auf die Kunden losgelassen. Die Reporterin konnte dabei noch nicht mal die Schere bzw. den Rasierer halten und schnitt einfach drauf los. Im ersten Salon kam dann nach 5 Minuten eine Kollegin und hat ihr beim Kunden gezeigt, wie man Haare schneidet. Im zweiten Salon gab es niemanden, der ihr half. Der Saloninhaber (übrigens auch ein Friseur) sagte dazu: "Ich stelle immer ungelernte Kräfte ein, damit ich den Preis halten kann."

    FOCUS TV: Waschen, schneiden, fönen - am Besten umsonst
    Der Preiskampf in der Friseurbranche ist hart wie nie. Mit Dumpingpreisen versuchen sich die Billigfigaros gegenseitig die Kundschaft abzugraben. Doch ein Haarschnitt für 10 Euro hat seinen Preis - und zwar vor allem aus Sicht des Fiskus. Denn die Billigtarife finanzieren selten eine ordentlich angemeldete und gesetzmäßig bezahlte Belegschaft - im Gegenteil: Dumpinglöhne sind Alltag in diesem Gewerbe. FOCUS TV hat mit versteckter Kamera ausprobiert, wie leicht es ist, unangemeldete Jobs zu ergattern und war mit den Zollfahndern unterwegs.



    Oben: ZDF-Reportage Billigfriseure



     

     

     BilligKetten - FAQ

    Wie entstanden überhaupt diese Billigketten?

    Sollte man die Handwerkskammern und Friseur-Innungen fragen. In nur wenigen Jahren schafften es eine Handvoll Billigketten, den Ruf des einst so angesehenen und streng reglementierten Friseurhandwerks gründlich und dauerhaft zu beschädigen. Die deutsche "Geiz-ist-geil-Mentalität" ermöglichte Dumpingpreise auf Kosten der Mitarbeiter und der Qualität. Große Billigketten wurden dabei auch maßgeblich von der Industrie unterstützt, die in den Salons der Ketten neue Absatzmärkte für ihre Produkte sahen.

    Sind Billigketten zukünftig erfolgreich?

    Wie von Branchenkennern wie HairWeb vorausgesehen, konnten die meisten der anfänglichen "10-Euro-Friseure" den Niedrigpreis nicht halten. Mittlerweile sind die meisten bereits bei mindestens 13 EUR oder pleite, wie z.B. die Billigkette "McCut" und andere. Aufgrund vom anhaltenden Preiskampf, Kundenrückgang (siehe Umfrage oben) und kostspieligen Arbeitsgerichts-Prozessen wegen der schlechten Behandlung der Mitabeiter stehen immer mehr Billigketten vor dem Konkurs.

    Warum arbeiten da Friseure für oft so wenig Geld?

    Gewerkschaftlich organisiert sind Friseure fast nie, sie sind verteilt auf hunderttausende Kleinbetriebe, in denen es keinen Betriebsrat o. ä. gibt. Innungen und andere "Friseurverbände" ignorieren Probleme dieser Art bzw. kümmern sich lieber um sich selbst. Sie haben es mit zu verantworten, daß deutsche Friseure hierzulande so wenig verdienen wie nirgendwo sonst in Westeuropa. Die Tariflöhne sind teilweise so extrem niedrig, daß eine ungelernte Putzfrau mehr Gehalt bekommt. Billigketten zahlen ihren Mitarbeitern absichtlich so wenig Lohn, weil der Staat sie trotz Vollzeitjob mit Hartz4-Geldern aus Steuermitteln unterstützt.

     



    Was  erwartet  mich  als  Mitarbeiter  bei  Billigketten ?


    Die Top 5 Klagen sind:

  • Übermäßig starker Druck und Kontrollen
  • Dumping-Lohn (siehe auch Checkliste)
  • Unbezahlte Überstunden
  • Kameraüberwachung
  • Umsatzvorgaben - bei Nichtereichen Kündigung
  • Krankschreibungen auf Druck in Urlaub umgewandelt
  • Bei Filialwechsel Kündigung + erneute Probezeit
        (2 Jahre)
  • Kein Witz: Manche Ketten sparen die Müllabfuhr und weisen Mitarbeiter an, privaten Müll und Kundenhaare mit nach Hause zu nehmen
  •  

    Hinweis:

    Die Klagen variieren von Friseurkette zu Friseurkette - alle genannten Klagen stammen von uns namentlich bekannten Billigkettenmitarbeitern und liegen HairWeb teilweise auch in schriftlicher Form vor

     


    Die "billigen" Tricks der Ketten

    Trick "Probezeit": Mitarbeiter werden immer nur Probezeit-Verträge angeboten, auch nach Ablauf der Probezeit. Die Folge: Mit so einem Vertrag bekommt man keinen Mietvertrag mehr und auch kein Bankdarlehen. Man wird zum Menschen 2. Klasse.

    Trick "Eigenanteil": Ein Friseur schnitt sich in den Finger und mußte in die Unfallklinik. Mit der Begründung "weil es ja ein Betriebsunfall ist" wurden dem Mitarbeiter 75.-EURO vom Nettogehalt abgezogen, deklariert als angeblicher Eigenanteil bei der Berufsgenossenschaft. Erst nach der Drohung mit dem Arbeitsgericht wurde der absichtlich falsche Eigenanteil wieder zurückgezahlt.

    Trick "55Cent": Mitarbeiter berichteten kürzlich von 55 Cent, die vom Gehalt einbehalten werden. Als Grund wurden "Kosten für die Zusendung der Gehaltsabrechnung" angegeben

    Trick "Telefonkosten": Mitarbeiter telefonieren über das Salontelefon mit dem Betriebsleiter. Die Telefongebühren wurden vom Lohn abgezogen.

    Trick "Minuskonto": In einem Bericht des Hamburger Abendblattes steht, mit welchen Methoden manche Billigketten arbeiten, um ihren Angestellten noch weniger Lohn zu zahlen. Conrad Strehl, Lehrlingswart bei der Hamburger Friseurinnung schildert die Vorgehensweise wie folgt: "Viele Betriebe richten den Angestellten ein Minuskonto, beispielsweise mit 1200 Euro, ein. Pro Kunde wird etwas draufgerechnet, und erst bei null wird der Lohn ausbezahlt." Mit diesem Trick bekommen manche Friseure nur alle zwei Monate Lohn. ...zum gesamten Bericht >>>

    Links: Hamburger Abendblatt (Minuskonto) | Hamburger Abendblatt (Manager packt aus) | HA - Kette streitet ab



    Du bist Friseur/in und bist betroffen? Melde dich !

    Verständlicherweise haben betroffene Mitarbeiter bei Billigketten Angst um ihren Arbeitsplatz bzw. vor ihrem Arbeitgeber und trauen sich daher nicht, etwas dazu zu sagen. Man kann jedoch gewissen Arbeitgebern nur "das Handwerk" legen, bzw. andere Friseure "warnen", wenn betroffene Friseure ihre Probleme schildern bzw. auf Wunsch auch öffentlich machen (z.B. bei einer bereits laufenden Küdigung).

    HairWeb bittet daher dringend um weitere Berichte mit Beschwerden betroffener Mitarbeitern. emails bitte an die HairWeb-Redaktion: friseure(at)hairweb.de . 100% Vertraulichkeit wird garantiert. Keine Weitergabe der Daten an andere ohne Zustimmung des Betroffenen!

    HairWeb wird übrigens laufend von Gewerkschaften, TV und Presse gebeten, Friseure zu finden, die bereit sind, im Interview bzw. vor der Kamera über ihre Erlebnisse im Betrieb bzw. den Lohnproblemen zu berichten (natürlich anonym). Falls du ebenfalls dazu bereit bist, sende eine eMail an friseure(at)hairweb.de




    Was kann man dagegen unternehmen?

    1. Bei Verdacht auf Tarif-Verstöße, Lohndumping, meisterlose Betriebe etc. einfach ein Zoll-Fahndungsamt in deiner Nähe (siehe unten) informieren (nicht die Handwerkskammer oder Arge, die wimmelt i.d.R. nur ab)

      Berlin-Brandenburg
      poststelle@zfab.bfinv.de
      Columbiadamm 7
      10965 Berlin
        030/69583-0
      030/69583-569
      Hamburg
      poststelle@zfahh.bfinv.de
      Sieker Landstraße 13
      22143 Hamburg
        040/67571-0
      040/67571-201
      München
      poststelle@zfam.bfinv.de
      Landsberger Straße 124
      80339 München
      089/5109-02
      089/5109-1180
      Weitere Kontaktadressen Weitere Kontaktadressen Weitere Kontaktadressen


    2. Ein Rechtsanwalt / Sachverständiger (möglichst ein Fachanwalt für Arbeitsrecht) sollte gefragt werden. Er prüft, welche Rechte man hat, wieviel Lohn man nachfordern kann oder wie man richtig kündigt. Falls der Arbeitnehmer nicht genug Geld für einen Anwalt hat kann er bei der Öffentlichen Rechtsauskunfts- und Vergleichsstelle um Rat fragen und im Streitfall vor dem Arbeitsgericht Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen. Infos gibt es bei jedem Gericht in deiner Nähe.

    3. Mißstände bekannt machen!  Bei krassen Fällen sollte bzw. MUSS man die Vorkommnisse öffentlich machen.
      Vor nichts haben Friseurketten mehr Angst, als vor negativen Erfahrungsberichten (Kunden und Mitarbeiter). Bei großen Bewertungsportalen (z.B. Qype.de, Google-Maps, Ciao.de oder Doyoo.de ) , Blogs, und Foren kann man (ggf. auch anonym) Negativ-Berichte schreiben. Oder einfach mal den Firmennamen googeln und Kritiken finden. Durch die Berichte werden neben Kunden auch andere Friseure vor einer bestimmten Firma gewarnt.

    4. Leite diesen Link an alle Freunde, Friseure und Bekannte weiter! Unterstütze HairWeb z.B. auch bei facebook!    Jede Stimme zählt!   Hier voten



    Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen.   (Bertrand de Jouvenel )


    "Friseur-Junkie Merkel"


    bleibt stur und ignorant...

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    Wir nicht!  Werde jetzt aktiv!







    HairWeb unterstützt die Aktion"Kein (Friseur-) Lohn unter 7,50" der Gewerkschaft ver.di