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  Infos  Salonketten  &  Billigfriseure:    Klinck   -   der Friseur

HairWeb berichtet über Friseurketten: Preise, Bewertungen, Kritik, Konzepte und Mitarbeiter              Frisurentrends

Es geht immer noch "billiger"...

Die Friseurkette "KLINCK" blickt auf eine fast 75-jährige Firmengeschichte zurück (siehe unten) und ist somit die wohl älteste Friseurkette Deutschlands. Durch das schon vor Jahrzehnten eingeführte Niedrigpreiskonzept ist "KLINCK" gleichzeitig aber auch sozusagen die "Mutter" der heute "Billigfriseure" genannten Salonketten. Die ca. 90 Salons sind in zwei Konzepte aufgeteilt

Klinck - DER FRISEUR

Viele Klinck-Filialen (Liste siehe unten) liegen in Einkaufszentren oder Verbrauchermärkten. Preise werden auf der Homepage leider nicht genannt, darüber berichten zum Glück Klinck-Kunden bei Qype:

" ... Friseuse war eher uninspiriert und wollte mich nur schnell wieder vom Stuhl haben, die Rechnung war mir dafür deutlich zu hoch. D ." (mehr)

" ...die spezialkur für 7,50 euro,die man natürlich aufgeschwatzt bekommt." (mehr)

Cut & Cash - die HAARSCHNEIDER

Klinck eröffnet 2007 erste Gegenstücke zu Hairkiller&Co und versucht, diese sogar noch preislich zu unterbieten. Geworben wird mit den mit den üblichen Werbesprüchen: "Schnäppchenpreis ALLES nur 12,- € *. Ankommen und Drankommen, denn hier ist der Kunde KEINE Nummer! " (Werbetext Cut & Cash-Homepage)

Mittlerweile gibt es 27 Filialen (7x in Kiel, 4x in Lübeck, 2x in Halle, 1x in Anklam, Bad Oldesloe, Barth, Bützow, Elmshorn, Gifhorn, Güstrow, Lauenburg, Lüneburg, Pinneberg, Plön, Rendsburg, Schleswig und Trappenkamp).

Kundenbewertung Cut&Cash:  
"Drama um Haubensträhnen"   (lesenswert!!!!)

Gefunden bei Qype: "Das Mädchen hat in ihrem ganzen Leben noch keine Haubensträhnen gemacht. Wollte ich wirklich die erste sein? Ich ließ sie noch eine Weile auf meinem Kopf ..."    weiterlesen

 

Unterschiede zu anderen Billigketten

Es werden bei Klinck seit jeher Lehrlinge ausgebildet und es werden keine Lizenzen im Franchise-Sinne vergeben. Die Leitung und die Aktien des heute als KGaA betriebenen Unternehmens liegen zu 100 % bei der Familie Klinck.

In den Klinck-Salons sind ca. nach eigenen Angaben 750 Mitarbeiter und 200 Auszubildende beschäftigt und sie stellen somit die grösste Friseurkette Schleswig-Holsteins.  Firmenchef Wolf-Dieter Klinck engagiert sich übrigens auch gern in humanitäre Hilfsprojekten, insbesondere in Kiels russischer Partnerstadt Tallinn.

Klinck und die Innung

Gründer Wilhelm Klinck war bis 1967 viele Jahre lang für die Landesinnung der Friseure tätig. Er war danach jahrzehntelang Delegierter des Zentralverbands des Friseurhandwerks.

Historisches über die Klinck´s

Mit nur 21 Jahren und als jüngster Friseurmeister Deutschlands – eröffnete der Gründer Wilhelm Klinck und Frau in Kiel den ersten Salon. Der „Frisiersalon für Damen und Herren“ eröffnete am 1. Februar 1928 in der Schweffelstraße.

Im November 1931 wurde dann der Sohn, der heutige Klinck-Chef Wolf-Dieter Klinck geboren. Im Alter von 22 folgte er dem Beispiel des ehrgeizigen Vaters: Ihm wurde ihm die Leitung eines zweiten Salons in Kiel übertragen, dem viele andere folgen sollten.






Strähnenkappe






Alle Filiallen von Klinck - der Friseur
 
   
Kiel  
classic, Sophienhof, Telefon 0431-62187 CITTI-Markt, Mühlendamm 7, Telefon 0431-683144
Elisabethstrasse 55, 0431 - 738871 family, Holstentörn, Telefon 0431-673099
Friedrichsort, An der Schanze 49, Telefon 0431 – 397878 Gurlittplatz 1, Telefon 0431-333222
Holstenstrasse 92-94, Telefon 0431- 91333 Holtenauer Str. 69, Telefon 0431-566300
Mettenhof, Kurt-Schumacher-Pl. 15, Telefon 0431-522609 plaza-Markt, Winterbeker Weg 44, Telefon 0431-680489
Preetzer Chaussee 144, Telefon 0431-781109 Ringstrasse 71, Telefon 0431-672145
trend, Holstentörn, Telefon 0431-62501 TOP HAIR, Holstenstr. 53. Telefon 0431-95318
Wiener Allee 68-70, Telefon 0431-783075 Willestrasse 12, Telefon 0431-94569
   
   
Bad Doberan Bad Segeberg
Severinstrasse 16, Telefon 038203-1 36 33 Kurhausstrasse 6-8, Telefon 04551-3414
   
   
Bordesholm Elmshorn
Bahnhofstraße 50, 1.Stock, Telefon 04322-3470 famila-Markt, Hans-Böckler-Str.126, Telefon 04121 - 450888
   
   
Flensburg  
CITTI-Park, Langberger Weg 4, Telefon 0461-5003250 Fördepark, Schleswiger Str.130, Telefon 0461-979611
Kaufhaus KARSTADT Holm 7, Telefon 0461-13572  
   
   
Flintbek Kaltenkirchen
Müllershörn 2a, Telefon 04347-7696 famila-Markt, Kisdorfer Weg 11, Telefon 04191-956695
   
   
Halle  
„Apart“, Am Steintor 20, Telefon 0345-2021170 „Böllberg“, Kathowicer Str. 2, Telefon 0345-1240463
„Silberhöhe“, Jessener Str. 9, Telefon 0345-7759326 Im EKZ (Penny-Markt), Lise-Meitner-Str. 19a, Telefon 0345-4789829
„Landrain“, Landrain 131, Telefon 0345-5232496 „Moritzzwinger“, Moritzzwinger 9, Telefon 0345-2024987
„Neustadt“, Ernst-Barlach-Ring 24, Telefon 0345-8059169 „Stadtmitte“, Große Steinstr.79/80, Telefon 0345-2023891
„Silberhöhe“, Jessener Str. 9, Telefon 0345-7759326 „Silberhöhe Kosmetik“, Gustav-Staude-Str.14, Telefon 0345-7760222
   
   
Hamburg  
ELBE-EKZ, Osdorfer Landstr. 131, Telefon 040-80010400 real,- Markt, Grandkuhlenweg 11, Telefon 040-83200688
EKZ Hamburger Str. 27, Telefon 040-22691131  
   
   
Heide Husum
Kaufholz Stolz, Friedrichstr. 8-12, Telefon 0481-63883 plaza, Andreas-Clausen-Str.2, Telefon 04841-770540
   
   
Leipzig  
Poetenweg 4, Telefon 0341-5649783 Salon International, Reichsstr. 16-18, Telefon 0341-9605034
Salon im Reichshof, Reichsstr. 2, Telefon 0341-9602518  
   
   
Lübeck  
CITTI-Park, Herrenholz 14, Telefon 0451-8818877 famila Warenhaus, Schwartauer Landstr. 4, Telefon 0451-4079898
plaza-Markt, Ziegelstr. 232, Telefon 0451-893649 plaza-Markt, Kantstr. 3-17, Telefon 0451-6110364
   
   
Neumünster Norderstedt
Freesencenter, Wasbeker Str.330, Telefon 04321-968922 TOP HAIR, HEROLD-Center, Berliner Allee 44a,T 040-5233942
   
   
Preetz Raisdorf
Fachmarktzentrum, Hufenweg 24, Telefon 04342-800478 real,- Markt, Mergenthaler Str. 13, Telefon 04307-5755
   
   
Rendsburg Ribnitz-Damgarten
real,- Markt, Schleswiger Ch. 249, Telefon 04331-41113 famila-Markt, Rostocker Landweg, Telefon 03821-2727
   
   
Rostock Stralsund
CITTI-Park, Handwerkstraße 1, Telefon 0381-2079292 STRELAPARK, Grünhufer Bogen 13-17, Telefon 03831-390957
   

CUT & CASH

 
Kiel  
Eckernförder Str. 60, 0431-552727 Hofholzallee 220, 0431-522070
Ostring/Pickertstr. 22, 0431-731379 Wenrade 21, 0431-35400
   
   
Lauenburg Plön
famila-Markt, Mecklenburger Str. 1, 04153-582907 Lübecker Str. 26, 04522-3539
   
   
Lübeck  
Beckergrube 20, 0451-73370 Holstenstrasse 9, 0451-70 101
   
   
Rendsburg Schleswig
Hohe Strasse 10, 04331-29919 Mönchenbrückstrasse 6, 04621-28684
   
   
Trappenkamp  
Gablonzer Strasse 38, 04323-2611  
   
   

FBI  
Kiel  
Fleethörn 64, 0431-554301  



 Alle  INFOS Über   "Billig-Friseure"


Täuschen, Tricksen, Tönen

Billigsalons wirken auf den ersten Blick fast wie "normale" Salons: Mitarbeiter, die sich als Friseure vorstellen und ein Chef, der sich vielleicht sogar "Meister" nennt.

Doch in Wahrheit sieht es ganz anders aus: Der angebliche "Chef" ist, falls überhaupt anwesend, oft kein gelernter Friseur und wenn doch, hat er keinen Meisterbrief, der eigentlich zum Führen eines Friseurbetriebs notwendig ist. Die Mitarbeiter sind zunehmend nicht mehr als Friseure eingestellt sondern als ungelernte Stylisten* oder als Hilfsarbeiter mit "azubi-ähnlichen" Aufgaben (unter 2 Euro pro Stunde, siehe auch ZDF-Video). Ihnen wird ein Dumpinglohn gezahlt, der mit Hartz-IV-Leistungen aus der Staatskasse aufgestockt wird. Das gilt sogar für viele vollzeitbeschäftigte Friseure.

* Bezeichnung "Stylist" ist im Gegensatz zum "Friseur" nicht geschützt und erfordert keine Ausbildung


Achtung Preise

Auch hier wird fleißig getrickst: Hieß es noch draußen am Schaufenster "Alles XX EURO!" (siehe Foto) erfährt man dann drinnen von "Langhaarzuschlägen", begrenzter Strähnen-Anzahl, doppelter Abrechnung bei zwei Haarfarben und vielen Einschränkungen und "Sternchen". Streit an der Kasse ist so vorprogrammiert. Für Zusatzdienstleistungen müssen oft am Ende erhebliche Aufschläge bezahlt werden, daß fast jeder normale Friseur um die Ecke preislich mithalten kann.

Mitarbeiter

Pfusch durch ungelernte "Stylisten" mit Hungerlohn

Um dem enormen Preisdruck standzuhalten stellen viele Billigketten mittlerweile praktisch jeden ein und lassen sie teilweise ohne jede Ausbildung oder bestenfalls mit einem Schnell-Kurs arbeiten. Gegenüber dem Kunden nennen sich die berufsfremden Angestellten einfach "Stylisten", denn die Berufsbezeichnung "Friseur" ist gesetzlich geschützt und erfordet drei Jahre Ausbildung.

Du arbeitest für eine Billigkette? Alle Infos für Mitarbeiter

SAT1-Reporterin schneidet Haare!

In einer TV-Reportage von SAT1 (12/2009) sollte eine Reporterin testen, ob Billigketten ungelernte Kräfte einstellen. Sie erwähnte im Bewerbungsgespräch ausdrücklich, daß sie den Beruf NICHT erlernt hat. Sie mußte zum Probearbeiten und wurde direkt ohne Aufsicht auf die Kunden losgelassen. Die Reporterin konnte dabei noch nicht mal die Schere bzw. den Rasierer halten und schnitt einfach drauf los. Im ersten Salon kam dann nach 5 Minuten eine Kollegin und hat ihr beim Kunden gezeigt, wie man Haare schneidet. Im zweiten Salon gab es niemanden, der ihr half. Der Saloninhaber (übrigens auch ein Friseur) sagte dazu: "Ich stelle immer ungelernte Kräfte ein, damit ich den Preis halten kann."


Reklamationen

Bei ungelernten Mitarbeiter, blutjungen Azubis und unerfahrenen Jungfriseuren sind Pfusch und handwerkliche Fehler vorprogrammiert (siehe auch Umfrage oben). In der Folge bieten immer mehr klassische Salons die "Reparatur" von verpfuschten Schnitten an, siehe z. B.  Hairline Coesfeld oder Salon Schnittpunkt Heidelberg .

Auch das schlechte Arbeitsklima bekommen die Kunden zu spüren, denn Billigketten-Mitarbeiter stehen durch Drohungen der Geschäftsleitung (siehe unten), (unbezahlten) Überstunden und extrem hohen Umsatzvorgaben unter extremem Druck.

Wer sich beschweren will bzw. andere Kunden warnen: Qype.de, Google-Maps, Ciao.de oder Doyoo.de - jede Kritik hilft!




Oben: ZDF-Reportage Billigfriseure










 

  BilligKetten - FAQ

Wie entstanden überhaupt diese Billigketten?

Sollte man die Handwerkskammern und Friseur-Innungen fragen. In nur wenigen Jahren schafften es eine Handvoll Billigketten, den Ruf des einst so angesehenen und streng reglementierten Friseurhandwerks gründlich und dauerhaft zu beschädigen. Die deutsche "Geiz-ist-geil-Mentalität" ermöglichte Dumpingpreise auf Kosten der Mitarbeiter und der Qualität. Große Billigketten wurden dabei auch maßgeblich von der Industrie unterstützt, die in den Salons der Ketten neue Absatzmärkte für ihre Produkte sahen.

Sind Billigketten zukünftig erfolgreich?

Wie von Branchenkennern wie HairWeb vorausgesehen, konnten die meisten der anfänglichen "10-Euro-Friseure" den Niedrigpreis nicht halten. Mittlerweile sind die meisten bereits bei mindestens 13 EUR oder pleite, wie z.B. die Billigkette "McCut" und andere. Aufgrund vom anhaltenden Preiskampf, Kundenrückgang (siehe Umfrage oben) und kostspieligen Arbeitsgerichts-Prozessen wegen der schlechten Behandlung der Mitabeiter stehen immer mehr Billigketten vor dem Konkurs.

Warum arbeiten da Friseure für oft so wenig Geld?

Gewerkschaftlich organisiert sind Friseure fast nie, sie sind verteilt auf hunderttausende Kleinbetriebe, in denen es keinen Betriebsrat o. ä. gibt. Innungen und andere "Friseurverbände" ignorieren Probleme dieser Art bzw. kümmern sich lieber um sich selbst. Sie haben es mit zu verantworten, daß deutsche Friseure hierzulande so wenig verdienen wie nirgendwo sonst in Westeuropa. Die Tariflöhne sind teilweise so extrem niedrig, daß eine ungelernte Putzfrau mehr Gehalt bekommt. Billigketten zahlen ihren Mitarbeitern absichtlich so wenig Lohn, weil der Staat sie trotz Vollzeitjob mit Hartz4-Geldern aus Steuermitteln unterstützt.

Was machen Innungen und Handwerkskammern?

Innungen wollen von dem Problem nichts wissen. Kein Wunder, sie verdienen fleissig mit an jeder Billigketten-Filiale (Beiträge, Seminare etc.). Die jahrelange Ablehnung von Mindestlöhnen macht sie zu "Komplizen" der Billigketten. Auch die Handwerkskammern bleiben weitgehend untätig - Hinweise auf Mißstände (z.B. Lohn, Meisterwang etc.) werden nicht weitergeleitet und abgeblockt.

Wer geht da überhaupt hin?

Es kann vereinzelt auch unter Billigfriseuren Friseure geben, die gute Leistungen bringen. Jedoch kommt es dabei auch auf die Ansprüche des Kunden an. Statistiken zeigen, daß am ehesten Männer mit den Dienstleistungen der Billigfriseure zufrieden sind. Auch Studenten, Schüler, junge Kunden und immer mehr Rentner, die aus finanziellen Gründen nie einen "normalen Friseursalon" betreten würden sind in einem Billigsalon manchmal ganz gut aufgehoben. Dabei kommt es mittlererweile zu kuriosen Zusammentreffen. Beispielsweise eine Rentnerin, die mit ihrem Mann bei einem Hamburger Billigfriseur war sagte: " Die "poppige" Musik sei etwas störend, "aber für den Preis geht das schon". (Quelle: Spiegel-Reportage )


Merkel duldet Stasi-Methoden und Haarschnitte "auf Staatskosten"

Iin der ehemaligen DDR (Stasi) und auch schon früher funktionierte es in Deutschland bestens: Die scheinbar typisch deutsche Tradition der "Bespitzelung, Bedrohung und Einschüchterung " wird heute insbesondere durch Discount-Ketten weitergeführt. Weitgehend unsichtbar und unbeachtet von der Öffentlichkeit werden Mitarbeiter mit Billiglohn systematisch unter Druck gesetzt, mundtot gemacht oder entlassen.

Die Der Staat unterstützt seit vielen Jahren Geringverdiener mit Hartz4-Geldern. Billigketten nutzen dies rigoros und systematisch aus und zahlen ihren Angestellten oft Minilöhne von zum Teil nur ca. 1,50 Euro pro Stunde (NRW siehe Link). Die Löhne werden absichtlich niedrig kalkuliert oder nur ein Teilzeitjob angeboten um den Mitarbeiter dann zur "Aufstockung" zur Arbeitsagentur zu schicken. Hier holen sich dann selbst Vollzeitkräfte das fehlende Geld durch staatliche HartzIV-Unterstützung aus Steuergeldern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel duldet diesen Skandal bis heute und zwingt somit selbst vollzeitarbeitende Friseure, um staatliche Zulagen zu betteln. Einen einheitlichen Mindestlohn für Friseure lehnt die Kanzlerin, die selbst gern den Berliner Promi-Coiffeur Udo Walz aufsucht, bis heute vehement ab.

ZDF: Reportage übe Dumpinlöhne
Wie der Zoll Friseurläden kontrolliert und mit welchen Tricks sich die Billigketten herausreden wollen - LINK

FOCUS TV: Waschen, schneiden, fönen – am Besten umsonst
Der Preiskampf in der Friseurbranche ist hart wie nie. Mit Dumpingpreisen versuchen sich die Billigfigaros gegenseitig die Kundschaft abzugraben. Doch ein Haarschnitt für 10 Euro hat seinen Preis – und zwar vor allem aus Sicht des Fiskus. Denn die Billigtarife finanzieren selten eine ordentlich angemeldete und gesetzmäßig bezahlte Belegschaft – im Gegenteil: Dumpinglöhne sind Alltag in diesem Gewerbe. FOCUS TV hat mit versteckter Kamera ausprobiert, wie leicht es ist, unangemeldete Jobs zu ergattern und war mit den Zollfahndern unterwegs.

Mehr Infos siehe Link / Siehe auch Spiegel-Reportage .



Was  erwartet  mich  als  Mitarbeiter  bei  Billigketten ?


Die Top 5 Klagen sind:

  • Übermäßig starker Druck und Kontrollen
  • Dumping-Lohn (siehe auch Checkliste)
  • Unbezahlte Überstunden
  • Kameraüberwachung
  • Umsatzvorgaben - bei Nichtereichen Kündigung
  • Krankschreibungen auf Druck in Urlaub umgewandelt
  • Bei Filialwechsel Kündigung + erneute Probezeit
        (2 Jahre)
  • Kein Witz: Manche Ketten sparen die Müllabfuhr und weisen
       Mitarbeiter an, privaten Müll und Kundenhaare mit nach Hause zu nehmen
  • Links

  • ZDF-Video Dumpinglöhne
  • ZDF-Reportage
  • STERN-Bericht
  • "verdi" über C&M Company / Einhaltung Tarif
  • Posting im Forum des "Wella-Friseurportals"
  • 1. Bericht Hamburger Abendblatt
  • 2. Bericht Hamburger Abendblatt
  • Hinweis: Die Klagen variieren von Friseurkette zu Friseurkette



    Die "billigen" Tricks der Ketten

    Trick "Probezeit": Mitarbeiter werden immer nur Probezeit-Verträge angeboten, auch nach Ablauf der Probezeit. Die Folge: Mit so einem Vertrag bekommt man keinen Mietvertrag mehr und auch kein Bankdarlehen. Man wird zum Menschen 2. Klasse.

    Trick "Eigenanteil": Ein Friseur schnitt sich in den Finger und mußte in die Unfallklinik. Mit der Begründung "weil es ja ein Betriebsunfall ist" wurden dem Mitarbeiter 75.-EURO vom Nettogehalt abgezogen, deklariert als angeblicher Eigenanteil bei der Berufsgenossenschaft. Erst nach der Drohung mit dem Arbeitsgericht wurde der absichtlich falsche Eigenanteil wieder zurückgezahlt.

    Trick "55Cent": Mitarbeiter berichteten kürzlich von 55 Cent, die vom Gehalt einbehalten werden. Als Grund wurden "Kosten für die Zusendung der Gehaltsabrechnung" angegeben

    Trick "Telefonkosten": Mitarbeiter telefonieren über das Salontelefon mit dem Betriebsleiter. Die Telefongebühren wurden vom Lohn abgezogen.

    Trick "Minuskonto": In einem Bericht des Hamburger Abendblattes steht, mit welchen Methoden manche Billigketten arbeiten, um ihren Angestellten noch weniger Lohn zu zahlen. Conrad Strehl, Lehrlingswart bei der Hamburger Friseurinnung schildert die Vorgehensweise wie folgt: "Viele Betriebe richten den Angestellten ein Minuskonto, beispielsweise mit 1200 Euro, ein. Pro Kunde wird etwas draufgerechnet, und erst bei null wird der Lohn ausbezahlt." Mit diesem Trick bekommen manche Friseure nur alle zwei Monate Lohn. ...zum gesamten Bericht >>>

    Links: Hamburger Abendblatt (Minuskonto) | Hamburger Abendblatt (Manager packt aus) | HA - Kette streitet ab



    Du bist Friseur/in und bist betroffen? Melde dich !

    Verständlicherweise haben betroffene Mitarbeiter bei Billigketten Angst um ihren Arbeitsplatz bzw. vor ihrem Arbeitgeber und trauen sich daher nicht, etwas dazu zu sagen. Man kann jedoch gewissen Arbeitgebern nur "das Handwerk" legen, bzw. andere Friseure "warnen", wenn betroffene Friseure ihre Probleme schildern bzw. auf Wunsch auch öffentlich machen (z.B. bei einer bereits laufenden Küdigung).

    HairWeb bittet daher dringend um weitere Berichte mit Beschwerden betroffener Mitarbeitern. emails bitte an die HairWeb-Redaktion: friseure(at)hairweb.de . 100% Vertraulichkeit wird garantiert. Keine Weitergabe der Daten an andere ohne Zustimmung des Betroffenen!

    HairWeb wird übrigens laufend von Gewerkschaften, TV und Presse gebeten, Friseure zu finden, die bereit sind, im Interview bzw. vor der Kamera über ihre Erlebnisse im Betrieb bzw. den Lohnproblemen zu berichten (natürlich anonym). Falls du ebenfalls dazu bereit bist, sende eine eMail an friseure(at)hairweb.de




    Was kann man dagegen unternehmen?

    1. Bei Verdacht auf Tarif-Verstöße, Lohndumping, meisterlose Betriebe etc. einfach ein Zoll-Fahndungsamt in deiner Nähe (siehe unten) informieren (nicht die Handwerkskammer oder Arge, die wimmelt i.d.R. nur ab)

      Berlin-Brandenburg
      poststelle@zfab.bfinv.de
      Columbiadamm 7
      10965 Berlin
        030/69583-0
      030/69583-569
      Hamburg
      poststelle@zfahh.bfinv.de
      Sieker Landstraße 13
      22143 Hamburg
        040/67571-0
      040/67571-201
      München
      poststelle@zfam.bfinv.de
      Landsberger Straße 124
      80339 München
      089/5109-02
      089/5109-1180
      Weitere Kontaktadressen Weitere Kontaktadressen Weitere Kontaktadressen


    2. Ein Rechtsanwalt / Sachverständiger (möglichst ein Fachanwalt für Arbeitsrecht) sollte gefragt werden. Er prüft, welche Rechte man hat, wieviel Lohn man nachfordern kann oder wie man richtig kündigt. Falls der Arbeitnehmer nicht genug Geld für einen Anwalt hat kann er bei der Öffentlichen Rechtsauskunfts- und Vergleichsstelle um Rat fragen und im Streitfall vor dem Arbeitsgericht Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen. Infos gibt es bei jedem Gericht in deiner Nähe.

    3. Mißstände bekannt machen!  Bei besonders krassen Fällen sollte man die Vorkommnisse öffentlich machen.
      Vor nichts haben Friseurketten mehr Angst, als vor negativen Erfahrungsberichten (Kunden und Mitarbeiter). Bei großen Bewertungsportalen (z.B. Qype.de, Google-Maps, Ciao.de oder Doyoo.de ) , Blogs, und Foren kann man (ggf. auch anonym) Negativ-Berichte schreiben. Oder einfach mal den Firmennamen googeln und Kritiken finden. Durch die Berichte werden neben Kunden auch andere Friseure vor einer bestimmten Firma gewarnt.

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