Infos Salonketten & Billigfriseure: Klinck - der Friseur |
Es geht immer noch "billiger"...
Die Friseurkette "KLINCK" blickt auf eine fast 75-jährige Firmengeschichte zurück (siehe unten) und ist somit die wohl älteste Friseurkette Deutschlands. Durch das schon vor Jahrzehnten eingeführte Niedrigpreiskonzept ist "KLINCK" gleichzeitig aber auch sozusagen die "Mutter" der heute "Billigfriseure" genannten Salonketten. Die ca. 90 Salons sind in zwei Konzepte aufgeteilt
Klinck - DER FRISEUR
Viele Klinck-Filialen (Liste siehe unten) liegen in Einkaufszentren oder Verbrauchermärkten. Preise werden auf der Homepage leider nicht genannt, darüber berichten zum Glück Klinck-Kunden bei Qype:
" ... Friseuse war eher uninspiriert und wollte mich nur schnell wieder vom Stuhl haben, die Rechnung war mir dafür deutlich zu hoch. D ." (mehr) "
...die spezialkur für 7,50 euro,die man natürlich aufgeschwatzt bekommt." (mehr)
Cut & Cash - die HAARSCHNEIDER
Klinck eröffnet 2007 erste Gegenstücke zu Hairkiller&Co und versucht, diese sogar noch preislich zu unterbieten. Geworben wird mit den mit den üblichen Werbesprüchen: "Schnäppchenpreis ALLES nur 12,- € *. Ankommen und Drankommen, denn hier ist der Kunde KEINE Nummer! " (Werbetext Cut & Cash-Homepage)
Mittlerweile gibt es 27 Filialen (7x in Kiel, 4x in Lübeck, 2x in Halle, 1x in Anklam, Bad Oldesloe, Barth, Bützow, Elmshorn, Gifhorn, Güstrow, Lauenburg, Lüneburg, Pinneberg, Plön, Rendsburg, Schleswig und Trappenkamp).
Kundenbewertung Cut&Cash:
"Drama um Haubensträhnen" (lesenswert!!!!)
Gefunden bei Qype: "Das Mädchen hat in ihrem ganzen Leben noch keine Haubensträhnen gemacht. Wollte ich wirklich die erste sein? Ich ließ sie noch eine Weile auf meinem Kopf ..." weiterlesen
Unterschiede zu anderen Billigketten
Es werden bei Klinck seit jeher Lehrlinge ausgebildet und es werden keine Lizenzen im Franchise-Sinne vergeben. Die Leitung und die Aktien des heute als KGaA betriebenen Unternehmens liegen zu 100 % bei der Familie Klinck.
In den Klinck-Salons sind ca. nach eigenen Angaben 750 Mitarbeiter und 200 Auszubildende beschäftigt und sie stellen somit die grösste Friseurkette Schleswig-Holsteins. Firmenchef Wolf-Dieter Klinck engagiert sich übrigens auch gern in humanitäre Hilfsprojekten, insbesondere in Kiels russischer Partnerstadt Tallinn.
Klinck und die Innung
Gründer Wilhelm Klinck war bis 1967 viele Jahre lang für die Landesinnung der Friseure tätig. Er war danach jahrzehntelang Delegierter des Zentralverbands des Friseurhandwerks. Historisches über die Klinck´s
Mit nur 21 Jahren und als jüngster Friseurmeister Deutschlands – eröffnete der Gründer Wilhelm Klinck und Frau in Kiel den ersten Salon. Der „Frisiersalon für Damen und Herren“ eröffnete am 1. Februar 1928 in der Schweffelstraße.
Im November 1931 wurde dann der Sohn, der heutige Klinck-Chef Wolf-Dieter Klinck geboren. Im Alter von 22 folgte er dem Beispiel des ehrgeizigen Vaters: Ihm wurde ihm die Leitung eines zweiten Salons in Kiel übertragen, dem viele andere folgen sollten.
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Alle Filiallen von Klinck - der Friseur
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| Kiel |
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| classic, Sophienhof, Telefon 0431-62187 |
CITTI-Markt, Mühlendamm 7, Telefon 0431-683144 |
| Elisabethstrasse 55, 0431 - 738871 |
family, Holstentörn, Telefon 0431-673099 |
| Friedrichsort, An der Schanze 49, Telefon 0431 – 397878 |
Gurlittplatz 1, Telefon 0431-333222 |
| Holstenstrasse 92-94, Telefon 0431- 91333 |
Holtenauer Str. 69, Telefon 0431-566300 |
| Mettenhof, Kurt-Schumacher-Pl. 15, Telefon 0431-522609 |
plaza-Markt, Winterbeker Weg 44, Telefon 0431-680489 |
| Preetzer Chaussee 144, Telefon 0431-781109 |
Ringstrasse 71, Telefon 0431-672145 |
| trend, Holstentörn, Telefon 0431-62501 |
TOP HAIR, Holstenstr. 53. Telefon 0431-95318 |
| Wiener Allee 68-70, Telefon 0431-783075 |
Willestrasse 12, Telefon 0431-94569 |
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| Bad Doberan |
Bad Segeberg |
| Severinstrasse 16, Telefon 038203-1 36 33 |
Kurhausstrasse 6-8, Telefon 04551-3414 |
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| Bordesholm |
Elmshorn |
| Bahnhofstraße 50, 1.Stock, Telefon 04322-3470 |
famila-Markt, Hans-Böckler-Str.126, Telefon 04121 - 450888 |
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| Flensburg |
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| CITTI-Park, Langberger Weg 4, Telefon 0461-5003250 |
Fördepark, Schleswiger Str.130, Telefon 0461-979611 |
| Kaufhaus KARSTADT Holm 7, Telefon 0461-13572 |
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| Flintbek |
Kaltenkirchen |
| Müllershörn 2a, Telefon 04347-7696 |
famila-Markt, Kisdorfer Weg 11, Telefon 04191-956695 |
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| Halle |
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| „Apart“, Am Steintor 20, Telefon 0345-2021170 |
„Böllberg“, Kathowicer Str. 2, Telefon 0345-1240463 |
| „Silberhöhe“, Jessener Str. 9, Telefon 0345-7759326 |
Im EKZ (Penny-Markt), Lise-Meitner-Str. 19a, Telefon 0345-4789829 |
| „Landrain“, Landrain 131, Telefon 0345-5232496 |
„Moritzzwinger“, Moritzzwinger 9, Telefon 0345-2024987 |
| „Neustadt“, Ernst-Barlach-Ring 24, Telefon 0345-8059169 |
„Stadtmitte“, Große Steinstr.79/80, Telefon 0345-2023891 |
| „Silberhöhe“, Jessener Str. 9, Telefon 0345-7759326 |
„Silberhöhe Kosmetik“, Gustav-Staude-Str.14, Telefon 0345-7760222 |
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| Hamburg |
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| ELBE-EKZ, Osdorfer Landstr. 131, Telefon 040-80010400 |
real,- Markt, Grandkuhlenweg 11, Telefon 040-83200688 |
| EKZ Hamburger Str. 27, Telefon 040-22691131 |
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| Heide |
Husum |
| Kaufholz Stolz, Friedrichstr. 8-12, Telefon 0481-63883 |
plaza, Andreas-Clausen-Str.2, Telefon 04841-770540 |
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| Leipzig |
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| Poetenweg 4, Telefon 0341-5649783 |
Salon International, Reichsstr. 16-18, Telefon 0341-9605034 |
| Salon im Reichshof, Reichsstr. 2, Telefon 0341-9602518 |
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| Lübeck |
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| CITTI-Park, Herrenholz 14, Telefon 0451-8818877 |
famila Warenhaus, Schwartauer Landstr. 4, Telefon 0451-4079898 |
| plaza-Markt, Ziegelstr. 232, Telefon 0451-893649 |
plaza-Markt, Kantstr. 3-17, Telefon 0451-6110364 |
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| Neumünster |
Norderstedt |
| Freesencenter, Wasbeker Str.330, Telefon 04321-968922 |
TOP HAIR, HEROLD-Center, Berliner Allee 44a,T 040-5233942 |
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| Preetz |
Raisdorf |
| Fachmarktzentrum, Hufenweg 24, Telefon 04342-800478 |
real,- Markt, Mergenthaler Str. 13, Telefon 04307-5755 |
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| Rendsburg |
Ribnitz-Damgarten |
| real,- Markt, Schleswiger Ch. 249, Telefon 04331-41113 |
famila-Markt, Rostocker Landweg, Telefon 03821-2727 |
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| Rostock |
Stralsund |
| CITTI-Park, Handwerkstraße 1, Telefon 0381-2079292 |
STRELAPARK, Grünhufer Bogen 13-17, Telefon 03831-390957 |
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CUT & CASH
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| Kiel |
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| Eckernförder Str. 60, 0431-552727 |
Hofholzallee 220, 0431-522070 |
| Ostring/Pickertstr. 22, 0431-731379 |
Wenrade 21, 0431-35400 |
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| Lauenburg |
Plön |
| famila-Markt, Mecklenburger Str. 1, 04153-582907 |
Lübecker Str. 26, 04522-3539 |
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| Lübeck |
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| Beckergrube 20, 0451-73370 |
Holstenstrasse 9, 0451-70 101 |
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| Rendsburg |
Schleswig |
| Hohe Strasse 10, 04331-29919 |
Mönchenbrückstrasse 6, 04621-28684 |
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| Trappenkamp |
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| Gablonzer Strasse 38, 04323-2611 |
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| FBI |
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| Kiel |
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| Fleethörn 64, 0431-554301 |
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"System" Billigfriseure: Abzocke, Angst und Anklagen
HairWeb recherchiert und berichtet seit über 5 Jahren über die Machenschaften der umstrittenen Discountfriseure und ist bestens informiert: Viele Betroffene schrieben unzählige verzweifelte eMails und berichteten von geradezu haarsträubenden Zuständen in den 5 bis 12-Euro-Salons (siehe auch "Mitarbeiter" unten). Daraus und aus anderen Recherchen ergibt sich ein erschreckendes Bild von moderner Sklaventreiberei, Gier und Ausbeutung. Das wirklich Schlimme daran ist jedoch: Das menschenverachtende System, deren Umsätze zum Teil auf Staatskosten gemacht werden (Vollzeit + Hartz4), wird immer noch von vielen ignoriert. Nicht zuletzt sind es auch manche Kunden, denen egal ist, was wirklich hinter den Dumping-Angeboten steckt.
Aber es bewegt sich was: Immer mehr Billigfriseuren bleiben die Kunden weg: Einige Ketten (s.o.) gingen bereits in die Insolvenz, andere müssen immer mehr Filialen schliessen. Miarbeiter gehen an die Öffentlichkeit und vor kurzem wurden sogar erste Keten-Manager verurteilt (Klier). Selbst manche Friseurinnungen, die lange vehement einen fairen Mindestlohn blockierten, erkennen, daß das der falsche Weg war und kritisieren jetzt vermehrt Mißstände. Wir bleiben dran...
Die Preise
Auch bei den Preisen wird abgezockt und getrickst: Hiess es noch draußen am Schaufenster "Alles XX EURO!" (siehe Foto) erfährt man dann drinnen von "Langhaarzuschlägen", begrenzter Strähnen-Anzahl, doppelter Abrechnung bei zwei Haarfarben und vielen Einschränkungen und "Sternchen". Streit an der Kasse ist vorprogrammiert. Für Zusatzdienstleistungen müssen oft am Ende erhebliche Aufschläge bezahlt werden, daß fast jeder normale Friseur um die Ecke preislich mithalten kann.
Um dem enormen Preisdruck standzuhalten stellen viele Billigketten mittlerweile praktisch jeden ein und lassen sie teilweise ohne jede Ausbildung oder bestenfalls mit einem Schnell-Kurs arbeiten. Gegenüber dem Kunden nennen sich die berufsfremden Angestellten einfach "Stylisten", denn die Berufsbezeichnung "Friseur" ist gesetzlich geschützt und erfordet drei Jahre Ausbildung.
Die Kunden
Eine Botschaft vorweg: Kein ehrlicher, fair zahlender Salon kann einen guten Haarschnitt unter 15 EURO anbieten. Wer billiger ist, kann dies in der Friseurbranche nur mit Lohndumping + Ausbeutung erreichen. Leider wissen das manche Kunden nicht oder es ist ihnen sogar egal: Sie vermuten: Ok, wer beim Discounter arbeitet, der verdient eben nicht so viel. Wird schon nicht schlimmer sein als bei Rossmann, DM oder Aldi. Auch wenn die Mitarbeiter oft schlecht gelaunt und etwas wortkarg sind, Hauptsache die Haare sitzen. Gibt man eben etwas Trinkgeld und alles ist in Ordnung. Kaum ein Kunde kann sich jedoch vorstellen, wie wenig diese Friseure tatsächlich verdienen (teilweise 1,50 Euro pro Stunde) und unter welchem enormen Druck sie arbeiten. Nicht selten werden sie von der Geschäftsführung massiv bedroht und eingeschüchtert. Dazu unten mehr unter "Mitarbeiter".
Statistiken zeigen, daß insbesondere viele Männer keine Skrupel haben, zum Billigfriseur zugehen. Auch Studenten, Schüler, junge Kunden und immer mehr Rentner, die aus finanziellen Gründen nie einen "normalen Friseursalon" betreten würden stolpern desöfteren blauäugig in einen Billigsalon. Dabei kommt es manchmal zu kuriosen Zusammentreffen. Beispielsweise eine Rentnerin, die mit ihrem Mann bei einem Hamburger Billigfriseur war sagte: " Die "poppige" Musik sei etwas störend, "aber für den Preis geht das schon". (Quelle: Spiegel-Reportage ) Link: hr.video: Tarifverstösse und ignorante Kunden
Die Beschwerden
Sicher gibt es auch bei Billigketten vereinzelt Mitarbeiter, die ihr Handwerk verstehen. Doch wer sich die Umfrageergebnisse (rechts) oder Kunden-Beurteilungen ansieht, erkennt, daß Pfusch in Billigketten an der Tagesordnung ist. Die schlechten Leistungen sind auch eine direkte Folge des schlechten Arbeitsklimas, denn Billigketten-Mitarbeiter stehen durch Drohungen der Geschäftsleitung (siehe unten), (unbezahlten) Überstunden und extrem hohen Umsatzvorgaben unter extremem Druck
In der Folge bieten immer mehr klassische Salons die "Reparatur" von verpfuschten Schnitten an, siehe z. B. Hairline Coesfeld oder Salon Schnittpunkt Heidelberg .
Siehe auch Link: "Schmerzensgeld: Haare weg nach Strähnen bei Friseurkette"
Wer sich beschweren bzw. andere Kunden warnen möchte: Qype.de, Google-Maps, Ciao.de oder Doyoo.de |
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Die Mitarbeiter
Du arbeitest für eine Billigkette? Alle Infos für Mitarbeiter siehe unten
Die Manager / Betreiber
Falls nichts dazwischenkommt, sollten sie den Bericht hier sehr aufmerksam lesen. Wir bleiben dran.
Der Staat
In der ehemaligen DDR (Stasi) und auch schon früher funktionierte es in Deutschland bestens: Die scheinbar typisch deutsche Tradition der "Bespitzelung, Bedrohung und Einschüchterung " wird heute insbesondere durch Discount-Ketten weitergeführt. Weitgehend unsichtbar und unbeachtet von der Öffentlichkeit werden Mitarbeiter systematisch unter Druck gesetzt, bedroht, eingeschüchtert und mundtot gemacht. Der Staat unterstützt seit vielen Jahren Geringverdiener mit Hartz4-Geldern. Billigketten nutzen dies rigoros und systematisch aus und zahlen ihren Angestellten oft Minilöhne von zum Teil nur ca. 1,50 Euro pro Stunde (NRW siehe Link). Die Löhne werden absichtlich niedrig kalkuliert oder nur ein Teilzeitjob angeboten um den Mitarbeiter dann zur "Aufstockung" zur Arbeitsagentur zu schicken. Hier holen sich dann selbst Vollzeitkräfte das fehlende Geld durch staatliche HartzIV-Unterstützung aus Steuergeldern.
Bundeskanzlerin Angela Merkel duldet diesen Skandal bis heute und zwingt somit selbst vollzeitarbeitende Friseure, um staatliche Zulagen zu betteln. Einen einheitlichen Mindestlohn für Friseure lehnt die Kanzlerin, die selbst gern den Berliner Promi-Coiffeur Udo Walz aufsucht, bis heute vehement ab.
Die Innungen
Auch wenn sich neuerdings der ein oder andere Obermeister mit verhaltener Kritik in die Medien wagt: Friseur-Innungen wollten jahrelang von dem Problem nichts wissen. Kein Wunder, sie verdienen fleissig mit an jeder Billigketten-Filiale (Beiträge, Seminare etc.). Die jahrelange Ablehnung von Mindestlöhnen und Duldung der Zustände macht sie zu "Komplizen" der Billigketten. Auch die Handwerkskammern bleiben weitgehend untätig - Hinweise auf Mißstände (z.B. Lohn, Meisterwang etc.) werden zwar scheinbar interessiert aufgenommen jedoch nicht weitergeleitet und damit ignoriert. Nur eine Anzeige beim Zoll (siehe unten) erwirkt eine Überprüfung.
Die Industrie
Nach außen nutzen sie das Image und Können klassischer Friseure. Aus reiner Profitgier unterstützen viele große Shampoo-Hersteller jedoch die umstritteneBilligketten nach Kräften. Einer der Chefs von Hairkiller ist z.B. ein Ex-Wella-Manager. Einige Ketten wurden von Wella tatkräftig unterstützt, beworben und beliefert, z.b. Cutman und Hairkiller.
Link: Video - Hairkiller empfiehlt Wella Professional
Die Medien
Einige zeigten großes Interesse an der Berichterstattung über staatlich geförderte Dumpinglöhne und Ausbeutung im Friseurhandwerk. Danke dafür! Leider fehlten zuweilen genügend aussagewilige Mitarbeiter. Sie waren meist so verschüchtert durch den Druck und das System "Angst", daß sich viele am Ende nicht trauten.
Einzelne Friseurketten öffentlich an den Pranger zu stellen, trauten sich bisher nur wenige Medien. Das änderte sich, als 2011 Manager der Friseurkette Klier vor Gericht standen bzw. verurteilt wurden.
In einer TV-Reportage von SAT1 (12/2009) sollte eine Reporterin testen, ob Billigketten ungelernte Kräfte einstellen. Sie erwähnte im Bewerbungsgespräch ausdrücklich, daß sie den Beruf NICHT erlernt hat. Sie mußte zum Probearbeiten und wurde direkt ohne Aufsicht auf die Kunden losgelassen. Die Reporterin konnte dabei noch nicht mal die Schere bzw. den Rasierer halten und schnitt einfach drauf los. Im ersten Salon kam dann nach 5 Minuten eine Kollegin und hat ihr beim Kunden gezeigt, wie man Haare schneidet. Im zweiten Salon gab es niemanden, der ihr half. Der Saloninhaber (übrigens auch ein Friseur) sagte dazu: "Ich stelle immer ungelernte Kräfte ein, damit ich den Preis halten kann."
FOCUS TV: Waschen, schneiden, fönen - am Besten umsonst
Der Preiskampf in der Friseurbranche ist hart wie nie. Mit Dumpingpreisen versuchen sich die Billigfigaros gegenseitig die Kundschaft abzugraben. Doch ein Haarschnitt für 10 Euro hat seinen Preis - und zwar vor allem aus Sicht des Fiskus. Denn die Billigtarife finanzieren selten eine ordentlich angemeldete und gesetzmäßig bezahlte Belegschaft - im Gegenteil: Dumpinglöhne sind Alltag in diesem Gewerbe. FOCUS TV hat mit versteckter Kamera ausprobiert, wie leicht es ist, unangemeldete Jobs zu ergattern und war mit den Zollfahndern unterwegs. |

Oben: ZDF-Reportage Billigfriseure
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BilligKetten - FAQ
Wie entstanden überhaupt diese Billigketten?
Sollte man die Handwerkskammern und Friseur-Innungen fragen. In nur wenigen Jahren schafften es eine Handvoll Billigketten, den Ruf des einst so angesehenen und streng reglementierten Friseurhandwerks gründlich und dauerhaft zu beschädigen. Die deutsche "Geiz-ist-geil-Mentalität" ermöglichte Dumpingpreise auf Kosten der Mitarbeiter und der Qualität. Große Billigketten wurden dabei auch maßgeblich von der Industrie unterstützt, die in den Salons der Ketten neue Absatzmärkte für ihre Produkte sahen.
Sind Billigketten zukünftig erfolgreich?
Wie von Branchenkennern wie HairWeb vorausgesehen, konnten die meisten der anfänglichen "10-Euro-Friseure" den Niedrigpreis nicht halten. Mittlerweile sind die meisten bereits bei mindestens 13 EUR oder pleite, wie z.B. die Billigkette "McCut" und andere. Aufgrund vom anhaltenden Preiskampf, Kundenrückgang (siehe Umfrage oben) und kostspieligen Arbeitsgerichts-Prozessen wegen der schlechten Behandlung der Mitabeiter stehen immer mehr Billigketten vor dem Konkurs.
Warum arbeiten da Friseure für oft so wenig Geld?
Gewerkschaftlich organisiert sind Friseure fast nie, sie sind verteilt auf hunderttausende Kleinbetriebe, in denen es keinen Betriebsrat o. ä. gibt. Innungen und andere "Friseurverbände" ignorieren Probleme dieser Art bzw. kümmern sich lieber um sich selbst. Sie haben es mit zu verantworten, daß deutsche Friseure hierzulande so wenig verdienen wie nirgendwo sonst in Westeuropa. Die Tariflöhne sind teilweise so extrem niedrig, daß eine ungelernte Putzfrau mehr Gehalt bekommt. Billigketten zahlen ihren Mitarbeitern absichtlich so wenig Lohn, weil der Staat sie trotz Vollzeitjob mit Hartz4-Geldern aus Steuermitteln unterstützt.
Was erwartet mich als Mitarbeiter bei Billigketten ?
Die Top 5 Klagen sind:
Übermäßig starker Druck und Kontrollen
Dumping-Lohn (siehe auch Checkliste)
Unbezahlte Überstunden
Kameraüberwachung
Umsatzvorgaben - bei Nichtereichen Kündigung
Krankschreibungen auf Druck in Urlaub umgewandelt
Bei Filialwechsel Kündigung + erneute Probezeit
(2 Jahre)
Kein Witz: Manche Ketten sparen die Müllabfuhr und weisen Mitarbeiter an, privaten Müll und Kundenhaare mit nach Hause zu nehmen |
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Hinweis:
Die Klagen variieren von Friseurkette zu Friseurkette - alle genannten Klagen stammen von uns namentlich bekannten Billigkettenmitarbeitern und liegen HairWeb teilweise auch in schriftlicher Form vor |
Die "billigen" Tricks der Ketten
Trick "Probezeit": Mitarbeiter werden immer nur Probezeit-Verträge angeboten, auch nach Ablauf der Probezeit. Die Folge: Mit so einem Vertrag bekommt man keinen Mietvertrag mehr und auch kein Bankdarlehen. Man wird zum Menschen 2. Klasse.
Trick "Eigenanteil": Ein Friseur schnitt sich in den Finger und mußte in die Unfallklinik. Mit der Begründung "weil es ja ein Betriebsunfall ist" wurden dem Mitarbeiter 75.-EURO vom Nettogehalt abgezogen, deklariert als angeblicher Eigenanteil bei der Berufsgenossenschaft. Erst nach der Drohung mit dem Arbeitsgericht wurde der absichtlich falsche Eigenanteil wieder zurückgezahlt.
Trick "55Cent": Mitarbeiter berichteten kürzlich von 55 Cent, die vom Gehalt einbehalten werden. Als Grund wurden "Kosten für die Zusendung der Gehaltsabrechnung" angegeben
Trick "Telefonkosten": Mitarbeiter telefonieren über das Salontelefon mit dem Betriebsleiter. Die Telefongebühren wurden vom Lohn abgezogen.
Trick "Minuskonto": In einem Bericht des Hamburger Abendblattes steht, mit welchen Methoden manche Billigketten arbeiten, um ihren Angestellten noch weniger Lohn zu zahlen. Conrad Strehl, Lehrlingswart bei der Hamburger Friseurinnung schildert die Vorgehensweise wie folgt: "Viele Betriebe richten den Angestellten ein Minuskonto, beispielsweise mit 1200 Euro, ein. Pro Kunde wird etwas draufgerechnet, und erst bei null wird der Lohn ausbezahlt." Mit diesem Trick bekommen manche Friseure nur alle zwei Monate Lohn. ...zum gesamten Bericht >>>
Links: Hamburger Abendblatt (Minuskonto) | Hamburger Abendblatt (Manager packt aus) | HA - Kette streitet ab
Du bist Friseur/in und bist betroffen? Melde dich !
Verständlicherweise haben betroffene Mitarbeiter bei Billigketten Angst um ihren Arbeitsplatz bzw. vor ihrem Arbeitgeber und trauen sich daher nicht, etwas dazu zu sagen. Man kann jedoch gewissen Arbeitgebern nur "das Handwerk" legen, bzw. andere Friseure "warnen", wenn betroffene Friseure ihre Probleme schildern bzw. auf Wunsch auch öffentlich machen (z.B. bei einer bereits laufenden Küdigung).
HairWeb bittet daher dringend um weitere Berichte mit Beschwerden betroffener Mitarbeitern. emails bitte an die HairWeb-Redaktion: friseure(at)hairweb.de . 100% Vertraulichkeit wird garantiert. Keine Weitergabe der Daten an andere ohne Zustimmung des Betroffenen!
HairWeb wird übrigens laufend von Gewerkschaften, TV und Presse gebeten, Friseure zu finden, die bereit sind, im Interview bzw. vor der Kamera über ihre Erlebnisse im Betrieb bzw. den Lohnproblemen zu berichten (natürlich anonym). Falls du ebenfalls dazu bereit bist, sende eine eMail an friseure(at)hairweb.de
Was kann man dagegen unternehmen?
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Bei Verdacht auf Tarif-Verstöße, Lohndumping, meisterlose Betriebe etc. einfach ein Zoll-Fahndungsamt in deiner Nähe (siehe unten) informieren ( nicht die Handwerkskammer oder Arge, die wimmelt i.d.R. nur ab)
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Ein Rechtsanwalt / Sachverständiger (möglichst ein Fachanwalt für Arbeitsrecht) sollte gefragt werden. Er prüft, welche Rechte man hat, wieviel Lohn man nachfordern kann oder wie man richtig kündigt. Falls der Arbeitnehmer nicht genug Geld für einen Anwalt hat kann er bei der Öffentlichen Rechtsauskunfts- und Vergleichsstelle um Rat fragen und im Streitfall vor dem Arbeitsgericht Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen. Infos gibt es bei jedem Gericht in deiner Nähe.
- Mißstände bekannt machen! Bei krassen Fällen sollte bzw. MUSS man die Vorkommnisse öffentlich machen.
Vor nichts haben Friseurketten mehr Angst, als vor negativen Erfahrungsberichten (Kunden und Mitarbeiter). Bei großen Bewertungsportalen (z.B. Qype.de, Google-Maps, Ciao.de oder Doyoo.de ) , Blogs, und Foren kann man (ggf. auch anonym) Negativ-Berichte schreiben. Oder einfach mal den Firmennamen googeln und Kritiken finden. Durch die Berichte werden neben Kunden auch andere Friseure vor einer bestimmten Firma gewarnt.
- Leite diesen Link an alle Freunde, Friseure und Bekannte weiter! Unterstütze HairWeb z.B. auch bei facebook! Jede Stimme zählt! Hier voten
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Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen. (Bertrand de Jouvenel )
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