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HairWeb berichtet über Friseurketten: Preise, Bewertungen, Kritik, Konzepte + Mitarbeiter
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  • VIDEO: Hilferuf in Sachen Velly auf Youtube

    Hier Kommentare lesen und schreiben


    Fake-Bewertungen: Velly bei Qype immer super?

    Daß positive Kunden-Bewertungen von Billigketten oft nicht ganz "koscher" sind, ist vielen nicht neu. Ein neuer Fall beim Bewertungsportal Qype sorgte jetzt für Aufregung.

    Von einem User namens chipmunk17 wurden systematisch und deutschlandweit Filialen der umstrittenen Billigkette Velly (siehe Link) "bewertet". Doch selbst ein Hauptschulabrecher kann leicht erkennen, daß es sich dabei nicht um echte Erfahrungsberichte handelt, sondern um offensichtlich getürkte Fake-Berichte mit den immer gleichen, allgemein gehalteten Jubel-Texten á la "Gut, dass es Velly fasst überall gibt. Denn hier gibt es guten Service und nettes Personal für nur 11 €, wer sich die Idee von Velly ausgedacht hat, hat alles richtig gemacht!, und muss sagen, dass ich seit ich bei Velly war nur noch zu Velly gehe."

    Um zu wissen, wer hinter den PR-Texten des Bewerters steckt, braucht es nicht viel Phantasie. Die HairWeb-Redaktion fordert Qype dringend dazu auf, den Nutzer chipmunk17 umgehend zu sperren und alle Fake-Beiträge zu entfernen.

     

    "Superprofessionelle Frisuren" für 12 EURO?

    (Velly = Verbund von Coiffure Velly, Luson Hair, Primo Hair, Coiffure Manor)

    Die namentlich nicht genannten Inhaber der Billigkette mit ihrem Geschäftsführer, dem gebürtigem Schweizer Antonio Chiarello (48), schwärmen auf ihrer Homepage geradezu enthusiastisch über ihre Discount-Philosophie: "Obwohl wir gnadenlos an der Preisschraube gedreht haben, sind die Kunden superzufrieden mit den superprofessionellen Frisuren."

    Die vorwiegend nur regional (Baden-Württemberg) tätige Kette, die 2003 in Freudenstadt ihrenn ersten Elf-Euro-Laden eröffnete, bietet fast alle Dienstleistungen zu 12 Euro an. Dazu gehören neben dem Damen-Haarschnitt, Waschen und Fönen oder Legen, Herren-Haarschnitt und Kinder-Haarschnitt auch die Dauerwelle, Farbe, Kamm-, Hauben- oder Foliensträhnen (bis zu 12 Folien) sowie Intensivtönung. Bei den meisten Dienstleistungen kommen jedoch bei mehr als schulterlangen Haaren nochmal 12 Euro Aufschlag hinzu.

    Während die meisten anderen Ketten 2007 die Preise teilweise kräftig erhöhten, blieb der Preis bei Velly auch nach der Mehrwertsteuererhöhung unverändert bei 11 EUR. Seit Anfang 2009 kosten die Dienstleistungen durchgehend 12 EUR und es wird bei bestimmten Anwendungen ein "Langhaarzuschlag" fällig .

    Produkte

    In Velly-Salons wird mit Produkten der japanischen KAO-Corporation gearbeitet.

     

    Hier noch ein paar interessante Velly / Luson -Fundstücke:

    • "... wer eine Matte trägt wie ich, der wundert sich, dass der Salon Gewinn erwirtschaften kann. Termine gibt es keine. Man steht bzw. sitzt an, bis man an der Reihe ist. Das ist manchmal etwas zeitraubend, aber gut für die Bildung. Unbedingt sollten sich Kunden ein dickes Buch mitnehmen, auch für die Unterbrechungen während der Verschönerungsprozedur. Das Publikum ist sehr gemischt. Es ist nicht nur die "Unterschicht", die sich hier unters Messer setzt."   ..mehr (Qype-Bewertung Luson)
    • Posting im Forum des "Wella-Friseurportals": > >> zum Eintrag
    • Velly-Mitarbeiter (firmenintern Velly´aner genannt) sind angeblich so begeistert von ihrem Arbeitgeber, daß sie sagen "Ich bin Velly"

    Filialen

    Nachfolgend einige Standorte der Velly-Fillialen , die angeblich "wie Pilze aus dem Boden schiessen " (Originaltext Velly-Website). Wieviele es genau sind, scheint man selbst bei Velly nicht zu wissen. Auf einer der Velly-Internetseiten sind es nur 125, im Velly-Stellenmarkt sind es dann plötzlich 271. Auch die folgenden Zahlen daher auch unter Vorbehalt: Die Vely-Friseurbetriebe machen mit rund 1100 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von ca. 20 Millionen Euro.

    Aalen, , , , , , , , , , ,

    Neueröffnungen 2007:

    Schwabmünchen September 2007 München Oktober 2007 Marktdorf Bodensee Oktober 2007 Durlach Karlsruhe September 2007 Rüppur Karlsruhe September 2007 Neuenkirchen Hessen August 2007 Neustadt Pfalz Oktober 2007 Zweibrücken Dezember 2007 Offenburg im Kaufland Dezember 2007 Bad Mergentheim Oktober 2007 Pfaffenhofen im Kaufland 2008 Landsberg Lech im Kaufland 2008 Friedrichshafen Oktober 2007 Biblis September 2007 Dachau Oktober 2007 Bad Waldsee Dezember 2007

    2009

    67112 Mutterstadt, Januar 2009, Augsburg Pfersee, April 2009, 86899 Landsberg am Lech, April 2009, 71720 Oberstenfeld, Januar 2009, 88074 Meckenbeuren, Januar 2009 , 88299 Leutkirch, Januar 2009, 89143 Blaubeuren, März 2009

    Franchise

    Auf einer separaten Internetseite (family-friseur.de) werden neue Franchisenehmer gesucht. Um einen Velly-Salon zu führen, muß man kein Friseur sein. Auch Briefträger, Schlachter und Bäcker können laut einer Info auf der Velly-Homepage einen Velly-Salon eröffnen. Auszug: "Sie müssen keine Friseurausbildung oder eine Friseurmeisterprüfung vorweisen um einen Coiffure Velly Salon erfolgreich zu führen! Grundsätzlich hat jeder die Möglichkeit einen Coiffure Velly Salon als Unternehmer zu eröffnen! "

    Homepage: velly.de | Forum Billigfriseure | Friseurgutscheine (bundesweit) | Andere Friseure














    "System" Billigfriseure: Abzocke, Angst und Anklagen

    HairWeb recherchiert und berichtet seit über 5 Jahren über die Machenschaften der umstrittenen Discountfriseure und ist bestens informiert: Viele Betroffene schrieben unzählige verzweifelte eMails und berichteten von geradezu haarsträubenden Zuständen in den 5 bis 12-Euro-Salons (siehe auch "Mitarbeiter" unten). Daraus und aus anderen Recherchen ergibt sich ein erschreckendes Bild von moderner Sklaventreiberei, Gier und Ausbeutung. Das wirklich Schlimme daran ist jedoch: Das menschenverachtende System, deren Umsätze zum Teil auf Staatskosten gemacht werden (Vollzeit + Hartz4), wird immer noch von vielen ignoriert. Nicht zuletzt sind es auch manche Kunden, denen egal ist, was wirklich hinter den Dumping-Angeboten steckt.

    Aber es bewegt sich was: Immer mehr Billigfriseuren bleiben die Kunden weg: Einige Ketten (s.o.) gingen bereits in die Insolvenz, andere müssen immer mehr Filialen schliessen. Miarbeiter gehen an die Öffentlichkeit und vor kurzem wurden sogar erste Keten-Manager verurteilt (Klier). Selbst manche Friseurinnungen, die lange vehement einen fairen Mindestlohn blockierten, erkennen, daß das der falsche Weg war und kritisieren jetzt vermehrt Mißstände. Wir bleiben dran...

     

    Die Preise

    Auch bei den Preisen wird abgezockt und getrickst: Hiess es noch draußen am Schaufenster "Alles XX EURO!" (siehe Foto) erfährt man dann drinnen von "Langhaarzuschlägen", begrenzter Strähnen-Anzahl, doppelter Abrechnung bei zwei Haarfarben und vielen Einschränkungen und "Sternchen". Streit an der Kasse ist vorprogrammiert. Für Zusatzdienstleistungen müssen oft am Ende erhebliche Aufschläge bezahlt werden, daß fast jeder normale Friseur um die Ecke preislich mithalten kann.

    Um dem enormen Preisdruck standzuhalten stellen viele Billigketten mittlerweile praktisch jeden ein und lassen sie teilweise ohne jede Ausbildung oder bestenfalls mit einem Schnell-Kurs arbeiten. Gegenüber dem Kunden nennen sich die berufsfremden Angestellten einfach "Stylisten", denn die Berufsbezeichnung "Friseur" ist gesetzlich geschützt und erfordet drei Jahre Ausbildung.


    Die Kunden

    Eine Botschaft vorweg: Kein ehrlicher, fair zahlender Salon kann einen guten Haarschnitt unter 15 EURO anbieten. Wer billiger ist, kann dies in der Friseurbranche nur mit Lohndumping + Ausbeutung erreichen. Leider wissen das manche Kunden nicht oder es ist ihnen sogar egal: Sie vermuten: Ok, wer beim Discounter arbeitet, der verdient eben nicht so viel. Wird schon nicht schlimmer sein als bei Rossmann, DM oder Aldi. Auch wenn die Mitarbeiter oft schlecht gelaunt und etwas wortkarg sind, Hauptsache die Haare sitzen. Gibt man eben etwas Trinkgeld und alles ist in Ordnung. Kaum ein Kunde kann sich jedoch vorstellen, wie wenig diese Friseure tatsächlich verdienen (teilweise 1,50 Euro pro Stunde) und unter welchem enormen Druck sie arbeiten. Nicht selten werden sie von der Geschäftsführung massiv bedroht und eingeschüchtert. Dazu unten mehr unter "Mitarbeiter".

    Statistiken zeigen, daß insbesondere viele Männer keine Skrupel haben, zum Billigfriseur zugehen. Auch Studenten, Schüler, junge Kunden und immer mehr Rentner, die aus finanziellen Gründen nie einen "normalen Friseursalon" betreten würden stolpern desöfteren blauäugig in einen Billigsalon. Dabei kommt es manchmal zu kuriosen Zusammentreffen. Beispielsweise eine Rentnerin, die mit ihrem Mann bei einem Hamburger Billigfriseur war sagte: " Die "poppige" Musik sei etwas störend, "aber für den Preis geht das schon". (Quelle: Spiegel-Reportage )

    Link: hr.video: Tarifverstösse und ignorante Kunden


    Die Beschwerden

    Sicher gibt es auch bei Billigketten vereinzelt Mitarbeiter, die ihr Handwerk verstehen. Doch wer sich die Umfrageergebnisse (rechts) oder Kunden-Beurteilungen ansieht, erkennt, daß Pfusch in Billigketten an der Tagesordnung ist. Die schlechten Leistungen sind auch eine direkte Folge des schlechten Arbeitsklimas, denn Billigketten-Mitarbeiter stehen durch Drohungen der Geschäftsleitung (siehe unten), (unbezahlten) Überstunden und extrem hohen Umsatzvorgaben unter extremem Druck

    In der Folge bieten immer mehr klassische Salons die "Reparatur" von verpfuschten Schnitten an, siehe z. B.  Hairline Coesfeld oder Salon Schnittpunkt Heidelberg .

    Siehe auch Link: "Schmerzensgeld: Haare weg nach Strähnen bei Friseurkette"

    Wer sich beschweren bzw. andere Kunden warnen möchte:  Qype.de, Google-Maps, Ciao.de oder Doyoo.de

    Die Mitarbeiter

    Du arbeitest für eine Billigkette? Alle Infos für Mitarbeiter siehe unten


    Die Manager / Betreiber

    Falls nichts dazwischenkommt, sollten sie den Bericht hier sehr aufmerksam lesen. Wir bleiben dran.



    Der Staat

    In der ehemaligen DDR (Stasi) und auch schon früher funktionierte es in Deutschland bestens: Die scheinbar typisch deutsche Tradition der "Bespitzelung, Bedrohung und Einschüchterung " wird heute insbesondere durch Discount-Ketten weitergeführt. Weitgehend unsichtbar und unbeachtet von der Öffentlichkeit werden Mitarbeiter systematisch unter Druck gesetzt, bedroht, eingeschüchtert und mundtot gemacht. Der Staat unterstützt seit vielen Jahren Geringverdiener mit Hartz4-Geldern. Billigketten nutzen dies rigoros und systematisch aus und zahlen ihren Angestellten oft Minilöhne von zum Teil nur ca. 1,50 Euro pro Stunde (NRW siehe Link). Die Löhne werden absichtlich niedrig kalkuliert oder nur ein Teilzeitjob angeboten um den Mitarbeiter dann zur "Aufstockung" zur Arbeitsagentur zu schicken. Hier holen sich dann selbst Vollzeitkräfte das fehlende Geld durch staatliche HartzIV-Unterstützung aus Steuergeldern.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel duldet diesen Skandal bis heute und zwingt somit selbst vollzeitarbeitende Friseure, um staatliche Zulagen zu betteln. Einen einheitlichen Mindestlohn für Friseure lehnt die Kanzlerin, die selbst gern den Berliner Promi-Coiffeur Udo Walz aufsucht, bis heute vehement ab.


    Die Innungen

    Auch wenn sich neuerdings der ein oder andere Obermeister mit verhaltener Kritik in die Medien wagt: Friseur-Innungen wollten jahrelang von dem Problem nichts wissen. Kein Wunder, sie verdienen fleissig mit an jeder Billigketten-Filiale (Beiträge, Seminare etc.). Die jahrelange Ablehnung von Mindestlöhnen und Duldung der Zustände macht sie zu "Komplizen" der Billigketten. Auch die Handwerkskammern bleiben weitgehend untätig - Hinweise auf Mißstände (z.B. Lohn, Meisterwang etc.) werden zwar scheinbar interessiert aufgenommen jedoch nicht weitergeleitet und damit ignoriert. Nur eine Anzeige beim Zoll (siehe unten) erwirkt eine Überprüfung.

    Die Industrie

    Nach außen nutzen sie das Image und Können klassischer Friseure. Aus reiner Profitgier unterstützen viele große Shampoo-Hersteller jedoch die umstritteneBilligketten nach Kräften. Einer der Chefs von Hairkiller ist z.B. ein Ex-Wella-Manager. Einige Ketten wurden von Wella tatkräftig unterstützt, beworben und beliefert, z.b. Cutman und Hairkiller.

    Link: Video - Hairkiller empfiehlt Wella Professional


    Die Medien

    Einige zeigten großes Interesse an der Berichterstattung über staatlich geförderte Dumpinglöhne und Ausbeutung im Friseurhandwerk. Danke dafür! Leider fehlten zuweilen genügend aussagewilige Mitarbeiter. Sie waren meist so verschüchtert durch den Druck und das System "Angst", daß sich viele am Ende nicht trauten.

    Einzelne Friseurketten öffentlich an den Pranger zu stellen, trauten sich bisher nur wenige Medien. Das änderte sich, als 2011 Manager der Friseurkette Klier vor Gericht standen bzw. verurteilt wurden.

    In einer TV-Reportage von SAT1 (12/2009) sollte eine Reporterin testen, ob Billigketten ungelernte Kräfte einstellen. Sie erwähnte im Bewerbungsgespräch ausdrücklich, daß sie den Beruf NICHT erlernt hat. Sie mußte zum Probearbeiten und wurde direkt ohne Aufsicht auf die Kunden losgelassen. Die Reporterin konnte dabei noch nicht mal die Schere bzw. den Rasierer halten und schnitt einfach drauf los. Im ersten Salon kam dann nach 5 Minuten eine Kollegin und hat ihr beim Kunden gezeigt, wie man Haare schneidet. Im zweiten Salon gab es niemanden, der ihr half. Der Saloninhaber (übrigens auch ein Friseur) sagte dazu: "Ich stelle immer ungelernte Kräfte ein, damit ich den Preis halten kann."

    FOCUS TV: Waschen, schneiden, fönen - am Besten umsonst
    Der Preiskampf in der Friseurbranche ist hart wie nie. Mit Dumpingpreisen versuchen sich die Billigfigaros gegenseitig die Kundschaft abzugraben. Doch ein Haarschnitt für 10 Euro hat seinen Preis - und zwar vor allem aus Sicht des Fiskus. Denn die Billigtarife finanzieren selten eine ordentlich angemeldete und gesetzmäßig bezahlte Belegschaft - im Gegenteil: Dumpinglöhne sind Alltag in diesem Gewerbe. FOCUS TV hat mit versteckter Kamera ausprobiert, wie leicht es ist, unangemeldete Jobs zu ergattern und war mit den Zollfahndern unterwegs.



    Oben: ZDF-Reportage Billigfriseure



     

     

     BilligKetten - FAQ

    Wie entstanden überhaupt diese Billigketten?

    Sollte man die Handwerkskammern und Friseur-Innungen fragen. In nur wenigen Jahren schafften es eine Handvoll Billigketten, den Ruf des einst so angesehenen und streng reglementierten Friseurhandwerks gründlich und dauerhaft zu beschädigen. Die deutsche "Geiz-ist-geil-Mentalität" ermöglichte Dumpingpreise auf Kosten der Mitarbeiter und der Qualität. Große Billigketten wurden dabei auch maßgeblich von der Industrie unterstützt, die in den Salons der Ketten neue Absatzmärkte für ihre Produkte sahen.

    Sind Billigketten zukünftig erfolgreich?

    Wie von Branchenkennern wie HairWeb vorausgesehen, konnten die meisten der anfänglichen "10-Euro-Friseure" den Niedrigpreis nicht halten. Mittlerweile sind die meisten bereits bei mindestens 13 EUR oder pleite, wie z.B. die Billigkette "McCut" und andere. Aufgrund vom anhaltenden Preiskampf, Kundenrückgang (siehe Umfrage oben) und kostspieligen Arbeitsgerichts-Prozessen wegen der schlechten Behandlung der Mitabeiter stehen immer mehr Billigketten vor dem Konkurs.

    Warum arbeiten da Friseure für oft so wenig Geld?

    Gewerkschaftlich organisiert sind Friseure fast nie, sie sind verteilt auf hunderttausende Kleinbetriebe, in denen es keinen Betriebsrat o. ä. gibt. Innungen und andere "Friseurverbände" ignorieren Probleme dieser Art bzw. kümmern sich lieber um sich selbst. Sie haben es mit zu verantworten, daß deutsche Friseure hierzulande so wenig verdienen wie nirgendwo sonst in Westeuropa. Die Tariflöhne sind teilweise so extrem niedrig, daß eine ungelernte Putzfrau mehr Gehalt bekommt. Billigketten zahlen ihren Mitarbeitern absichtlich so wenig Lohn, weil der Staat sie trotz Vollzeitjob mit Hartz4-Geldern aus Steuermitteln unterstützt.

     



    Was  erwartet  mich  als  Mitarbeiter  bei  Billigketten ?


    Die Top 5 Klagen sind:

  • Übermäßig starker Druck und Kontrollen
  • Dumping-Lohn (siehe auch Checkliste)
  • Unbezahlte Überstunden
  • Kameraüberwachung
  • Umsatzvorgaben - bei Nichtereichen Kündigung
  • Krankschreibungen auf Druck in Urlaub umgewandelt
  • Bei Filialwechsel Kündigung + erneute Probezeit
        (2 Jahre)
  • Kein Witz: Manche Ketten sparen die Müllabfuhr und weisen Mitarbeiter an, privaten Müll und Kundenhaare mit nach Hause zu nehmen
  •  

    Hinweis:

    Die Klagen variieren von Friseurkette zu Friseurkette - alle genannten Klagen stammen von uns namentlich bekannten Billigkettenmitarbeitern und liegen HairWeb teilweise auch in schriftlicher Form vor

     


    Die "billigen" Tricks der Ketten

    Trick "Probezeit": Mitarbeiter werden immer nur Probezeit-Verträge angeboten, auch nach Ablauf der Probezeit. Die Folge: Mit so einem Vertrag bekommt man keinen Mietvertrag mehr und auch kein Bankdarlehen. Man wird zum Menschen 2. Klasse.

    Trick "Eigenanteil": Ein Friseur schnitt sich in den Finger und mußte in die Unfallklinik. Mit der Begründung "weil es ja ein Betriebsunfall ist" wurden dem Mitarbeiter 75.-EURO vom Nettogehalt abgezogen, deklariert als angeblicher Eigenanteil bei der Berufsgenossenschaft. Erst nach der Drohung mit dem Arbeitsgericht wurde der absichtlich falsche Eigenanteil wieder zurückgezahlt.

    Trick "55Cent": Mitarbeiter berichteten kürzlich von 55 Cent, die vom Gehalt einbehalten werden. Als Grund wurden "Kosten für die Zusendung der Gehaltsabrechnung" angegeben

    Trick "Telefonkosten": Mitarbeiter telefonieren über das Salontelefon mit dem Betriebsleiter. Die Telefongebühren wurden vom Lohn abgezogen.

    Trick "Minuskonto": In einem Bericht des Hamburger Abendblattes steht, mit welchen Methoden manche Billigketten arbeiten, um ihren Angestellten noch weniger Lohn zu zahlen. Conrad Strehl, Lehrlingswart bei der Hamburger Friseurinnung schildert die Vorgehensweise wie folgt: "Viele Betriebe richten den Angestellten ein Minuskonto, beispielsweise mit 1200 Euro, ein. Pro Kunde wird etwas draufgerechnet, und erst bei null wird der Lohn ausbezahlt." Mit diesem Trick bekommen manche Friseure nur alle zwei Monate Lohn. ...zum gesamten Bericht >>>

    Links: Hamburger Abendblatt (Minuskonto) | Hamburger Abendblatt (Manager packt aus) | HA - Kette streitet ab



    Du bist Friseur/in und bist betroffen? Melde dich !

    Verständlicherweise haben betroffene Mitarbeiter bei Billigketten Angst um ihren Arbeitsplatz bzw. vor ihrem Arbeitgeber und trauen sich daher nicht, etwas dazu zu sagen. Man kann jedoch gewissen Arbeitgebern nur "das Handwerk" legen, bzw. andere Friseure "warnen", wenn betroffene Friseure ihre Probleme schildern bzw. auf Wunsch auch öffentlich machen (z.B. bei einer bereits laufenden Küdigung).

    HairWeb bittet daher dringend um weitere Berichte mit Beschwerden betroffener Mitarbeitern. emails bitte an die HairWeb-Redaktion: friseure(at)hairweb.de . 100% Vertraulichkeit wird garantiert. Keine Weitergabe der Daten an andere ohne Zustimmung des Betroffenen!

    HairWeb wird übrigens laufend von Gewerkschaften, TV und Presse gebeten, Friseure zu finden, die bereit sind, im Interview bzw. vor der Kamera über ihre Erlebnisse im Betrieb bzw. den Lohnproblemen zu berichten (natürlich anonym). Falls du ebenfalls dazu bereit bist, sende eine eMail an friseure(at)hairweb.de




    Was kann man dagegen unternehmen?

    1. Bei Verdacht auf Tarif-Verstöße, Lohndumping, meisterlose Betriebe etc. einfach ein Zoll-Fahndungsamt in deiner Nähe (siehe unten) informieren (nicht die Handwerkskammer oder Arge, die wimmelt i.d.R. nur ab)

      Berlin-Brandenburg
      poststelle@zfab.bfinv.de
      Columbiadamm 7
      10965 Berlin
        030/69583-0
      030/69583-569
      Hamburg
      poststelle@zfahh.bfinv.de
      Sieker Landstraße 13
      22143 Hamburg
        040/67571-0
      040/67571-201
      München
      poststelle@zfam.bfinv.de
      Landsberger Straße 124
      80339 München
      089/5109-02
      089/5109-1180
      Weitere Kontaktadressen Weitere Kontaktadressen Weitere Kontaktadressen


    2. Ein Rechtsanwalt / Sachverständiger (möglichst ein Fachanwalt für Arbeitsrecht) sollte gefragt werden. Er prüft, welche Rechte man hat, wieviel Lohn man nachfordern kann oder wie man richtig kündigt. Falls der Arbeitnehmer nicht genug Geld für einen Anwalt hat kann er bei der Öffentlichen Rechtsauskunfts- und Vergleichsstelle um Rat fragen und im Streitfall vor dem Arbeitsgericht Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen. Infos gibt es bei jedem Gericht in deiner Nähe.

    3. Mißstände bekannt machen!  Bei krassen Fällen sollte bzw. MUSS man die Vorkommnisse öffentlich machen.
      Vor nichts haben Friseurketten mehr Angst, als vor negativen Erfahrungsberichten (Kunden und Mitarbeiter). Bei großen Bewertungsportalen (z.B. Qype.de, Google-Maps, Ciao.de oder Doyoo.de ) , Blogs, und Foren kann man (ggf. auch anonym) Negativ-Berichte schreiben. Oder einfach mal den Firmennamen googeln und Kritiken finden. Durch die Berichte werden neben Kunden auch andere Friseure vor einer bestimmten Firma gewarnt.

    4. Leite diesen Link an alle Freunde, Friseure und Bekannte weiter! Unterstütze HairWeb z.B. auch bei facebook!    Jede Stimme zählt!   Hier voten



    Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen.   (Bertrand de Jouvenel )


    "Friseur-Junkie Merkel"


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