Ca. 30-50 % aller Frauen haben die Veranlagung, zuviel männliche Hormone zu produzieren. Oft sind das Frauen, deren Väter früh eine Glatze ausgebildet haben. Bei 10 % der Frauen ist die Veranlagung so stark, daß sie bereits in jungen Jahren das typische Haarausfallmuster aufweisen können. Der Haarausfall beginnt im Scheitelbereich und zieht sich dann immer weiter zu den Seiten hin.
Symptomatisch ist, daß im Stirnbereich ein dichter Haarstreifen stehenbleibt. Häufig bildet sich dieser hormonbedingte Haarausfall allerdings erst in den Wechseljahren aus, denn dann sinkt der Östrogenspiegel, und die Androgene überwiegen. Die Östrogene mindern vorher den Einfluss der männlichen Hormone auf die Haarwurzeln.
In seltenen Fällen geht der Haarausfall auf eine echte Hormonstörung zurück: Es gibt Frauen, die zu viele männliche Hormone produzieren - das kann zum Beispiel auch eine Folge von zuviel Stress sein.
Haarverlust nach der Schwangerschaft
Oft tritt der Haarausfall wenige Monate nach der Schwangerschaft auf. Es handelt sich hier nicht um einen echten Haarausfall,sondern eher um eine Rückregulierung auf Normalzustand. In der Schwangerschaft wird durch den hohen Östrogenspiegel das Haarwachstum verlängert.
Der Grund: Die Haare, die normalerweise ihr natürliches Alter erreicht haben und ausfallen müssten, wachsen weiter, werden also älter, weil sich die Östrogen schützend auswirken. Sinkt der Östrogenspiegel nach der Schwangerschaft wieder, fallen diese Haare dann aus.
Haarwachstum
Ein Haar wächst circa drei bis sechs Jahre lang, geht dann in eine Ruhephase über und fällt dann nach zwei bis vier Monaten aus, während sich bereits ein neues Haar in der Wurzel bildet.
Hier erfahren Sie mehr über den Wachstumsprozess der Haare >>>
Diffuser Haarausfall
Am Anfang kann man diesen Haarausfall fast nicht sehen, denn die Haare werden überall gleichmäßig dünner. Die Ursachen sind vielfältig, so kann schon Streß zu einem vorübergehenden diffusen Haarausfall führen.
In vielen Fällen kann auch Eisen- oder Biotinmangel die Ursache sein. Aber auch Schildrüsen-Über- oder Unterfunktionen, schwere Erkrankungen, bestimmte Medikamente oder eine Vollnarkose können zum Haarausfall führen.
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
Etwa eine Million Deutsche leiden an kreisrundem Haarausfall - sie beginnt häufig mit kleinen kahlen Stellen am Kopf- oder auch am Barthaar und kann in den schlimmsten Fällen zum Verlust sämtlicher Kopf- und Körperhaare führen.
Ein Trost für die Betroffenen: In manchen Fällen wachsen die kahlen Stellen wieder zu.
Haarersatz , PerÜcken und Haarteile |
Bei partiellem Haarausfall kann man mit einer Haarverdichtung mittels Extensions eine optische "Vergrößerung" der Haarfülle erreichen. Ansonsten bleibt nur der Griff zum Haarteil, Perücke oder zu einem Toupét.
Die benötigten Haarteile oder Perücken werden auch von der Krankenkasse (ganz oder teilweise) bezahlt. Die Kostenübernahme oder der Zuschuss ist abhängig vom Einzelfall und von den Krankenkassen.
Voraussetzung ist der vorherige Besuch bei einem zugelassenen Hautarzt, der den Haarausfall diagnostiziert und die Notwendigkeit eines Haarersatzes empfiehlt.
Bei medizinischer Notwendigkeit werden die Kosten von Kunst- und Echthaar z.B. bei der BKK Medicus bis max. 350,00 EUR übernommen. Dieser Wert kann von Kasse zu Kasse variieren und sollte vor dem Kauf in Erfahrung gebracht werden.
Links: Haarverlängerung | Haarteile & Perücken
|