Haarkrankheiten         Formen | Infos | Hintergrund | Links | Literatur


Trichophagie
(von griechisch tricha, "Haar" und phagein, "essen")

Es bezeichnet das (krankhafte) Konsumieren von Haaren. Das damit verbundene Syndrom beim Menschen wird als Rapunzel-Syndrom bezeichnet. Beim Menschen geht Trichophagie oft mit einer Trichotillomanie einher und kann in einer persistierenden Form zu schwerwiegenden Komplikationen führen, da die in der Folge gebildeten Trichobezoare einen Darmverschluss nach sich ziehen können. In extremen Fällen kann die operative Entfernung der Trichobezoare notwendig werden.  Die Haarballen können in Extremfällen bis zu 5 Kilo schwer werden - siehe Presseartikel

Hirsutismus

Eine weitere Form ist die Hauterscheinung des Hirsutismus. Hier werden infolge einer vermehrten Produktion von androgen wirksamen Hormonen (männlichen Geschlechtshormone) bei Frauen ein männliches Behaarungsmuster ausgebildet.

Psoriasis - Schuppenflechte

Hautprobleme wie diese haben oft auch Auswirkugen auf die Kopfhaut und die Haare. Lästiges Jucken und Ablösungen von verschorften Hautteilen sind die Folge - der Gang zum Friseur kann Probleme bereiten.


Trichotillomanie

Trichotillomanie wird auch als zwanghaftes Haareausreißen bezeichnet und daher überwiegend in das Spektrum der Zwangserkrankungen eingeordnet. Betroffene werden von dem Impuls beherrscht, sich die Haare auszureißen, was in der Folge zu einem spürbaren Haarverlust führt.

Buchtipp zum Thema

Die Störung kann sowohl das Auszupfen von Kopfhaaren, aber auch von Wimpern, Augenbrauen, Schamhaaren sowie sämtlichen...mehr

Rezension: "Ich bin sehr froh, dass es auch auf dem deutschen Markt inzwischen ein Buch zum Thema gibt. Gerade für einen oder eine Betroffene ist es unerlässlich, möglichst viele Erfahrungsberichte von anderen zu lesen und so zu begreifen, dass man mitnichten alleine ist auf der Welt mit diesem Problem und alleine in der Welt der Trichster.Von daher finde ich dieses Buch äußerst gelungen. Inzwischen habe ich es schon mehrfach gelesen und nehme es immer wieder gerne zur Hand, einfach aus dem Grunde, weil ich so ein Gefühl von Verbundenheit empfinden kann mit all diesen Menschen auf der ganzen Welt, die ihre Erfahrungsberichte zur Verfügung gestellt haben.Interessant und informativ auch die Hintergrundtexte, die Basiswissen, auch für Nicht-Betroffene, zum Thema bieten und sehr gründlich recherchiert wurden. Ich kann der Autorin nur dafür danken, dass sie dieses Buch auf den Markt gebracht hat! "

Related Link: Trichotillomanie.de

 

 

Haarausfall, Hypertrichosen und Haarveränderungen richtig behandeln Haarerkrankungen verursachen nicht nur ästhetische Probleme, sondern weisen oft auch auf Mangelerkrankungen, Hormon- und Stoffwechselstörungen oder auf einen malignen Tumor hin. Auch Medikamente können Erkrankungen der Haare verursachen, ebenso neurologische und psychische Störungen.

Nicht jeder Haarpatient ist gleich: Bei Frauen und Männern können das Erscheinungsbild der Haarprobleme und die zugrunde liegenden Ursachen sehr unterschiedlich sein. Auf erbliche Formen des Haarausfalls wird dabei speziell eingegangen. Nicht zu vergessen: die jüngsten Haarpatienten – Die Besonderheiten bei Kindern werden in einem eigenen Kapitel erläutert.

Autor: Univ.Prof. Dr. med. Wolfgang Raab Facharzt für Dermatologie, Facharzt für Labormedizin em. Sachverständiger für Dermatologie und kosmetische Medizin 

Buchtipp zum Thema




Haare Praxis der Trichologie
Ralph M. Trüeb (Facharzt für Dermatologie sowie Allergologie und klinische Immunologie und als leitender Arzt an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich) zeigt die neusten medizinischen und psychologischen Erkenntnisse zu Haarkrankheiten, Haarverlust, Haar und Psyche, Haarpflege und Kosmetik, Haarersatz und medizinischen Therapien auf anregende Art darzustellen. Ein eigenes Kapitel widmet sich den am häufigsten an den Facharzt gestellten Fragen zu Haarproblemen...mehr

 








Hypertrichose

Oben: Ein Ausweis für Supattra Bangkok, Thailand. Supattra Sasupan zeigt stolz ihren ersten Ausweis. Die als "Behaartestes Mädchen der Welt" bekannt gewordene Schülerin hat jetzt, wie alle 7- bis 14-Jährigen in Thailand, einen Ausweis bekommen. Auf ihrem Passfoto ist die an Hypertrichose leidende junge Frau ebenso behaart abgebildet, wie in Wirklichkeit

Hypertrichose ist der medizinische Fachbegriff für eine übermäßige Körperbehaarung, wenn das Haarwachstum an manchen Körperstellen kräftiger, länger und dichter ist, als es dem Geschlecht oder dem Alter entspricht. Bei dunkelhaarigen Menschen ist diese Veränderung häufiger zu sehen - auch dadurch bedingt, dass dunkle Haare "sichtbarer" sind.

Die Behaarung kann dabei unterschiedlich stark an verschiedenen Körperstellen auftreten. Manchmal ist diese Krankeit auch hormonell bedingt und kann genauso wieder verschwinden, wie sie gekommen ist. Bei leichteren Fällen dieser Erkrankung kann dem Betroffenen heutzutage mit neuen, schmerzlosen Verfahren und Methoden der Haarentfernung geholfen werden.


"Wolfsmenschen"

Das Phänomen äussert sich in extremer Körperbehaarung - fast der gesamte Körper ist mit einem dichten Haarpelz überzogen. Es ist eine extreme Form der Hypertrichose und eine der seltensten Erbkrankheiten der Welt - hervorgerufen durch einen Gendefekt.

Mitte des 16. Jahrhunderts tauchte der erste "Wolfsmensch" in den Überlieferungen auf. Der 1537 auf Teneriffa (Kanaren) geborene Pedro Gonzalez. Der 10jährige wurde damals dem französischen König Henry II von französischen Piraten als "Geschenk" überreicht. Der Spanier war bis auf die Lippen und Augen mit langen, dunkelblonden Haaren bedeckt und war eine Sensation am französischen Königshof.


Buchtipps

Tanz der Gene  (Armand Marie Leroi)

Was ist normal? Und wer ist abnorm? - Wir alle sind abnorm. Aber einige von uns sind es mehr als andere. Die Grundgestalt unseres Körpers und seine Entstehung nehmen wir gewöhnlich als gegeben hin. Doch bei näherem Hinsehen wird vieles rätselhaft: In seinem brillanten Buch Tanz der Gene berichtet Armand Marie Leroi über unsere "genetische Grammatik" - und über jene Menschen, deren "andersartige" Körper uns Einblicke in die entwicklungsbiologischen Vorgänge gewährt haben: etwa die französische Klosterschülerin, deren Geschlecht in der Pubertät wechselte, die Kinder, die - wie Homers Zyklopen - mit nur einem Auge auf der Stirn geboren wurden, die langlebigen Zwerge eines kroatisches Dorfes, jene übermäßig behaarte Familie, die über vier Generationen am burmesischen Hof...mehr

Der wilde Mann von Teneriffa

 (Robert Zapperi) Die wundersame Geschichte des Pedro Gonzalez und seiner Kinder; a. d. Ital. von Ingeborg Walter; Abb., ; C. H. Beck Verlag. Dies ist die glänzend erzählte Geschichte eines Mannes von den Kanarischen Inseln, dessen Gesicht und Körper dicht von Haaren bedeckt war. Sie spielt im 16. und 17. Jahrhundert und führt an die Fürstenhöfe in Frankreich, Deutschland und Italien, wo der Haarmensch und seine behaarten Kinder als merkwürdige Wunder der Natur bestaunt werden. Autor Roberto Zapperi erzählt vom Schicksal eines Eingeborenen aus Teneriffa, der mit einer sehr seltenen Krankheit geschlagen war...mehr


 

Auch Teile der folgenden Generationen der Gonzales-Famile litten unter der seltsamen Krankeit. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die "Wolfsmenschen" wie wilde Tiere in Ausstellungen und im Wanderzirkus präsentiert.

Die 1834 in Mexiko geborene Julia Pastrana (Die "Affenfrau") hatte dieselbe mysteriöse Erbkrankheit. Auch manche ihrer Kinder und Enkel waren betroffen und bis heute gibt es noch Nachkommen der Pastrana-Familie in Mexiko. Manche arbeiten als Akrobaten im Zirkus - andere rasieren sich mehrmals am Tag oder meiden schlicht die Öffentlichkeit.

Einer von ihnen ist vielleicht auch der Zirkusakrobat Danny Ramoz Gómez (Fotos) der am 28. März 1981 in Zacatecas geboren wurde. Reporter der Zeitung "ElMundo" besuchten ihn an seinem Arbeitsplatz: Einem mexikanischem Zirkus, der im nordamerikanischem Raum unterwegs ist.

Der 22jährige sagte den Redakteuren: "Meine Andersartigkeit schafft Distanz und beschützt mich. Durch die Reaktion auf mein Aussehen kann ich die Leute einschätzen und bestimme dann, wen ich an mich heranlasse und wen nicht. Niemals würde ich die Haare entfernen lassen, die meinen Körper bedecken."

Danny reiste in viele Länder, darunter auch nach Japan, um seiner Anomalität auf den Grund zu gehen. Doch keiner der Ärzte konnte ihm wirklich weiterhelfen. Ein japanischer Arzt sagte ihm: "Es ist eventuell eine Mutation einer anderen, sehr seltenen Krankheit, der "Licantropia". "

Dermatologen wendeten bisher erfolglos verschiedene Therapien an. Unter anderem eine Art Chemotherapie an, um den Haarwuchs zu stoppen. Eine Haarentfernung per Laser kann aufgrund der zahlreichen Haare nur sehr begrenzt angewendet werden, es ist einfach zu aufwändig, kosten- und zeitintensiv und kann Narben hinterlassen.

Seit dem Mittelalter sind nur 50 Fälle weltweit bekannt. Auch in Deutschland wurde ein an Hypertrichose leidender Junge geboren. Es existiert nur ein Kinderfoto von ihm, das in der Fachliteratur veröffentlicht wurde - mehr ist nicht bekannt.

Weitere Fälle

Der aus Polen stammende Stephan Bibrowsky (1890-1932), der als "Der Löwenmann" bekannt war und Fedor Jeftichew (Foto rechts, 1868-1903).


Ein Wolfsmensch hat übrigens mit dem sagenumwobenen "Werwolf" aus der Mythologie nichts zu tun - der Name bezieht sich auf die übermässige Behaarung, die einem Tier wie z.B. dem Wolf ähnelt. Die Menschen sind auch sonst "gesund" und haben eine normale Lebenserwartung.

Links: Haarentfernung (Frauen) | Haarentferung am Körper: Körperrasur & Bodygroom | Rasierinfos

 


Andere Haarkrankheiten, deren Ursachen z.T. unbekannt sind


  • Trichorrhexis - abnorme Brüchigkeit des Haares
  • Monilethrix - (Spindelhaar) unterschiedliche Dickenentwicklung des Haarschafts
  • Trichoschisis - Haarspaltung
  • Trichosporie - Haarknötchenkrankheit (Pilzerkrankung)
  • Pili anulati (Ringelhaar) - seltene Anomalie der Keratinbildung mit hellen und dunklen Strecken

  • Allgemeine Entzündungen des Haarbodens oder des Haarbalges durch Bakterien, Pilze, führen zu Haarbalg-Eiterung und Haarausfall



Hundehaarallergie

BobtailEtwa jeder dritte Hundehalter reagiert allergisch (Husten, Hautrötungen etc.) auf die Nähe bestimmter Haustiere. Es sind nicht die Hunde- oder auch Katzenhaare, auf die der Körper reagiert, sondern Proteine in Hautschuppen oder andere den Haaren anhaftenden Stoffen (z.B. Schweiß, Talg, Speichel, Kot, Urin).

Die Folge: Schnupfen, Asthma oder sogar Bindehautentzündung.

Harry - der HairWeb-RedaktionshundGegenmassnahmen: Einrichtungsgegenstände, Wände, Böden und das Tier selbst regelmäßig mit feuchtem Lappen abwischen. Das Tier häufig kämmen und es sollte Schlaf- und Ruheplatz nicht auf Sofas und Sesseln haben.

Auf jeden Fall sollte man durch einen Hautarzt die Allergie näher bestimmen und evt. eine "Hyposensibilisierungs-Therapie" durchführen lassen.

Links: Hilfreiche Medikamente gegen Allergien aus Online-Apotheken




Links


Shops, Bezugsquellen, Literatur, Produkte & Ratgeber

Externe Links

  • Trichotillomanie.de - Portal über das "zwanghaftes Ausreissen der Haare"
    mit Adressen von Therapeuten, Kliniken, Selbsthilfegruppen, Friseuren und vieles mehr
  • TRICH.de | weitere private Info-Seite über Trichotillomanie
  • Psoriasis-Netz  Infos zum Thema Schuppenflechte und Neurodermitis
  • MEDIZINFO - Medizinische Infos u. a. zum Thema "Haut & Haare"

 

Infos und persönliche Beratung

Dermatologische Klinik der Universität Köln
Joseph-Stelzmann-Str. 9
50931 Köln
Tel. (02 21) 4 78-45 12 oder -45 48 (Haarsprechstunde)

Bevor Sie die Haarsprechstunde in Anspruch nehmen, müssen Sie sich zwischen Dienstag und Freitag, 8.00 bis 10.00 Uhr mit dem Berechtigungsschein vom Haus- oder Hautarzt in der Joseph-Stelzmann-Str. 9 vorstellen. Erst nach der Durchführung verschiedener Untersuchungen bekommen Sie einen Termin in der Haarsprechstunde.

Alopecia Areata Deutschland e.V.
Postfach 245
47702 Krefeld

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