Karl Nessler*, der sich später, als er nach Paris zog, Karl Nestlé nannte, erfindet die erste Heißwelle. Dabei wurden die mit einer alkalischen Lösung getränkten Haare spiralförmig auf Metallstäbe aufgewickelt (Spiralwicklung). Dann wurden diese Stäbe mit heißen Metallzangen stark erhitzt.
Der Schwarzwälder Friseur stellte 1906 in London seine Erfindung der Heiß-Dauerwelle vor, mit der die bisherigen Versuche zur Erzeugung von Dauerwellen entscheidend verbessert wurden. Mit einer Dauerwellzange, einer Art Waffeleisen, erhitzte Nessler ein Gebilde aus Metallstäben bestehenden Wicklern.
Damit die Welle hielt, waren manchmal mehrere Versuche nötig. Als "Versuchskaninchen" diente anfangs seine Ehefrau, die durch die entstehende Hitze sogar Brandblasen davontrug. Die Methode hatte weitere Nachteile. Zum einen war sie sehr langwierig (ca. 5h) und zum anderen blieben die ersten 4 cm am Kopf ungewellt. Die Prozedur war mit einer großen Unfallgefahr behaftet. Neben den Verbrennungen kam es auch zu Verätzungen durch zu starke alkalische Flüssigkeiten.
Seine Erfindung wurde dann 1908 in London patentiert. Nesslers Friseurkollegen waren neidisch auf seinen Dauerwellenapparat, da sie den Verlust ihrer Stammkunden befürchteten. Mit Recht: Die modebewussten Frauen in London rannten ihm die Salontür ein, um sich die Wellen von ihm machen zu lassen. Ausserdem musste Nessler oft zu reichen Kundinnen nach Paris reisen, die von seiner neuen Erfindung gehört hatten.
1914 mußte Nessler England verlassen und wanderte in die USA aus, wo er mit seiner Erfindung ein großes Frisör-Unternehmen betrieb mit zeitweise mehreren hundert Angestellten. Seiner Erfindung haben vor allem amerikanische Frauen ein dankbares Denkmal gesetzt.
* Karl Nessler, Frisörmeister, Erfinder der Dauerwelle.
* 1872 in Todtnau, + am 22.1.1951 in Harrington Park, New Jersey, USA
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